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Hannover Hotel will Familie aus Burgdorf zwingen, Urlaub zweimal zu bezahlen
Nachrichten Hannover Hotel will Familie aus Burgdorf zwingen, Urlaub zweimal zu bezahlen
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10:52 25.09.2019
Eine Aufnahme aus den entspannteren Tagen des Urlaubs (v.l.): Lara Nötzel, Florian Laharnar, Ralph John, Karin Laharnar in der Dominikanischen Republik. Quelle: Karin Laharnar
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Hannover

Für eine Familie aus Burgdorf hat die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook nach eigenen Angaben dramatische Folgen: Während ihres Urlaubs in der Dominikanischen Republik seien sie ebenso wie rund 100 weitere Gäste aus ihren Hotelzimmern ausgesperrt worden, berichtete Karin Laharnar der HAZ. Das Hotel habe zunächst die Reisepässe zurückgehalten, bei einigen Gästen auch das Gepäck und zudem die nochmalige Zahlung aller Reisekosten verlangt – andernfalls werde man die Polizei rufen. „Man lässt uns hier nicht raus“, sagte Laharnar am Dienstagabend. Erst nach stundenlangen Verhandlungen und dem Einschalten der deutschen Botschaft ließ man die Familie auschecken und gehen.

Zimmer waren verschlossen

Die Burgdorferin berichtete, sie sei bereits seit dem 10. September mit ihrem Partner sowie ihrem Sohn und dessen Freundin in dem Urlaubsland. Es sei nicht der erste Besuch in der Dominikanischen Republik, sie habe sich in der Hotelanlage immer sehr wohl gefühlt. Doch als sie am Dienstag vom Strand zurück ins Zimmer gehen wollten, sei die Tür nicht mehr zu öffnen gewesen.

Ein Zimmermädchen habe ihnen geholfen, doch noch ins Zimmer zu kommen, sodass sie immerhin ihr Gepäck hätten herausholen können. Doch an der Rezeption sei ihnen dann klar gesagt worden, dass man von ihnen erwarte, dass sie die gesamten Reisekosten noch einmal an das Hotel zahlen sollten. Denn vom Pleite gegangenen Reiseveranstalter erwartet das Hotel offenbar keinerlei Zahlungen mehr – und will nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

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Reisesicherungsschein interessiert niemanden

Bei der Familie von Karin Laharnar handelt es sich um eine Summe von über 5000 Euro. Geld, das sie bereits einmal an Thomas Cook bezahlt habe und nun nicht noch einmal bezahlen wolle, wie sie sagt. Zudem sei nicht klar, ob ihr Rückflug am Montag Richtung Deutschland tatsächlich starten werde. Der Reisesicherungsschein, der für den Fall einer Pleite des Veranstalters als Versicherung dient, habe die Hotelangestellten nicht interessiert. „Den haben sie sich nicht einmal angeschaut“, sagte die Burgdorferin. Seither würden alle Gäste vom Hotel festgehalten – wer nicht zahle, dürfe die Anlage nicht verlassen.

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Deutscher Botschafter soll vermitteln

Die festgehaltenen Hotelgäste hätten versucht, das Auswärtige Amt und den deutschen Botschafter in der Dominikanischen Republik anzurufen. Im Auswärtigen Amt habe man den Urlaubern abgeraten, die dominikanische Polizei anzurufen, sagte Laharnar. Diese gelte als korrupt und nicht touristenfreundlich. Stattdessen sollte die Gruppe auf den deutschen Botschafter warten.

Bevor dieser am Dienstagabend (Ortszeit) in der Anlage tatsächlich eintraf, sei dann Bewegung in die festgefahrene Situation gekommen, berichtete Laharnar. Den Urlaubern wurde zugesagt, dass sie die Anlage verlassen könnten, ohne weiteres Geld bezahlen zu müssen. Doch andere Hotelmitarbeiter hätten wiederum nichts davon gewusst – es herrschte Verwirrung.

Diese konnte die Familie aus Burgdorf schließlich nach eigener Aussage nutzen, um mithilfe eines Angestellten, mit dem sie sich öfter gut unterhalten hatten, ihre Pässe zu bekommen und das Hotel zu verlassen. „Wir haben Riesenglück gehabt“, sagte Laharnar. Die Burgdorfer wollten sich danach ein anderes Hotel suchen, in dem sie bis zum Rückflug am Montag bleiben können.

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