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Hannover Thomas-Cook-Pleite: Tausende Urlauber in Hannover verunsichert
Nachrichten Hannover Thomas-Cook-Pleite: Tausende Urlauber in Hannover verunsichert
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17:44 24.09.2019
Sucht nach Information im Internet: Cindy Hornbostel-Schiller weiß nicht, ob sie ihre Reise nach Mallorca im Oktober antreten kann. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Alle Welt redet von den gestrandeten Urlaubern, die wegen der Thomas-Cook-Pleite heimgeholt werden müssen. Kaum weniger hart aber trifft es Hunderttausende andere: Die nämlich, die gar nicht wissen, ob ihre für die nahe Zukunft gebuchte Reise überhaupt stattfinden wird und, falls nein, ob sie eine alternative Reise buchen können. „Es ist definitiv ein großer Mist“, sagt etwa Cindy Hornbostel-Schiller vom Music College Hannover: „Wir wissen zwar schon, dass unser Thomas-Cook-Hotel auf Mallorca nächste Woche schließen wird. Offiziell abgesagt ist die Reise aber noch nicht. Und so lange können wir ja schlecht einen anderen Reisevertrag unterschreiben.“

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Thomas Cook beantragt Überbrückungskredit

Zumindest für die nächsten Tage gilt: Kunden der deutschen Tochter von Thomas Cook können auch am 25. und 26. September ihre Reisen nicht antreten. Das sagte ein Sprecher der Thomas Cook GmbH am Dienstag. Die Durchführung der Reise könne nicht garantiert werden. Der Verkauf von neuen Reisen bleibt gestoppt.

Die deutsche Tochter von Thomas Cook ist wie der Ferienflieger Condor durch die Pleite des britischen Mutterkonzerns in Bedrängnis geraten. Und wie Condor hat auch die deutsche Thomas Cook inzwischen einen staatlichen Überbrückungskredit beim Bund beantragt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte eine Entscheidung über Hilfen des Bundes für Condor „in den nächsten Tagen“ an.

Reisebüros am Dauertelefonieren

In den Reisebüros sind die Mitarbeiter am Dauertelefonieren. Zu Tausenden rufen verunsicherte Kunden an. „Im Moment können wir nur zum Abwarten raten, auch wenn das so kurz vor den Herbstferien keine befriedigende Antwort ist“, sagt Martin Bielert, der in der Region Hannover mehrere Reisebüros betreibt. „Wir wissen weder, ob und wann die deutschen Thomas-Cook-Töchter Insolvenz anmelden, noch, ob die 110-Millionen-Euro-Reserve der Sicherungsscheine reicht, um Ansprüche zu erstatten.“ Es sei eben im Moment nur „sehr wahrscheinlich“, dass die Reisen nicht stattfinden werden. „Auf der Grundlage können wir niemandem raten, eine Alternativreise zu buchen.“

„Für uns ist das alles Chaos“

Christian Dittert hat mit Frau und Tochter Josie über Öger-Tours eine Herbstferienreise in die Türkei gebucht. Erstaunlicherweise ist die Hauptrate für den Urlaub noch nicht abgebucht, die Anfang September fällig war. „Für uns ist das alles Chaos“, sagt er: „Wir können keine andere Reise buchen, weil wir sonst vielleicht zwei Reisen parallel haben und Stornogebühren zahlen müssen.“

Steigen jetzt die Preise anderer Urlaubsanbieter?

Besonders ärgerlich: Internetforen zufolge sollen die betroffenen Hotels längst storniert sein, nur die Reisenden sind nicht informiert. „Da fühlt man sich wirklich veralbert“, sagt Dittert. Und Hornbach-Schiller hat beobachtet, dass parallel zur Cook-Pleite die Preise der anderen Reiseanbieter stiegen. „Es ist unverschämt, wie jetzt aus dem Drama noch Kapital geschlagen wird.“

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