Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Tropische Riesenzecke breitet sich aus
Nachrichten Hannover Tropische Riesenzecke breitet sich aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 10.05.2019
Die tropische Riesenzecke Hyalomma (rechts, neben einem Holzbock) misst zwei bis drei Zentimeter, wenn sie sich nicht vollgesogen hat. Quelle: Lidia Chitimia-Dobler
Anzeige
Hannover

Die Gefahr steigt, dass sich neue Krankheiten übertragende Zecken in der Region Hannover ansiedeln. Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersucht deshalb, wie verbreitet die tropische Riesenzecke Hyalomma sowie die Auwald- oder Buntzecke bereits sind. Dazu bitten die Forscher um Zusendung von Zecken dieser beiden Arten.

Die Hyalomma-Zecken sind kaum zu übersehen: Sogar wenn sie sich noch nicht vollgesogen haben, sind die spinnenartigen Tiere zwei bis drei Zentimeter lang. Außerdem haben sie auffällig gestreifte Beine. „Wir wollen überprüfen, ob sie sich bei uns vielleicht schon etabliert haben“, sagt Professorin Christina Strube, Leiterin des Instituts für Parasitologie. Eigentlich bringen Zugvögel diese exotischen Zecken jedes Jahr aus Afrika, dem Balkan und dem Mittleren Osten mit. Doch bisher konnten sich die Tiere in unseren Breiten nicht lange halten. Im lang anhaltenden trockenen und heißen Sommer 2018 haben sich viele Exemplare jedoch zu ausgewachsenen Zecken entwickelt und auf Wirtssuche begeben. Sie wurden vor allem an Pferden entdeckt, auch in Burgdorf.

Riesenzecken bewegen sich flink auf Menschen zu

Das Besondere: Die Hyalomma lauern nicht auf Beute, sondern sind aktive Jäger. „Sie bewegen sich auf Menschen und Tiere zu und sind auch sehr flink dabei“, erklärt Christina Strube. Die Riesenzecken vertragen sehr hohe Temperaturen, aber auch Minusgrade. Sie könnten also den Winter überlebt haben und nun wieder aktiv werden.

Hyalomma-Arten können das Krim-Kongo-Virus sowie Bakterien der Gattung Rickettsia übertragen. Beim Menschen lösen diese Erreger schwere Erkrankungen wie Krim-Kongo-Fieber und Fleckfieber aus. 2018 hat das Team von Professorin Strube bereits rund 30 Hyalomma-Zecken aus ganz Deutschland untersucht. Die Hälfte trug Rickettsia-Bakterien. „Den Krim-Kongo-Virus haben wir zum Glück nicht gefunden“, berichtet die Wissenschaftlerin.

Buntzecke ist für Hunde gefährlich

Die Buntzecke oder Auwaldzecke ist dieses Jahr zum ersten Mal in der Region entdeckt worden. Auf Menschen kann sie die Erreger von Hirnhautentzündung und Fleckfieber übertragen, falls sie selbst diese trägt. Der Körper von Buntzecken ist emailleartig marmoriert. Speziell Hunde können sich durch den Biss einer Buntzecke mit einem Parasiten infizieren, der ihre roten Blutkörperchen zerstört. Diese Hundebabesiose oder Piroplasmose führt ohne Behandlung schnell zum Tod. Ein wirksamer Zeckenschutz ist deshalb wichtig.

Zecken der beiden Arten können geschickt werden an: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Parasitologie, Professorin Strube, Bünteweg 17, 30559 Hannover. Der Fundort kann mit der Postleitzahl oder mit GPS-Daten angegeben werden. Die Forscher interessiert auch, auf welcher Tierart die Zecke gefunden wurde.

Die Buntzecke oder Auwaldzecke ist 2019 zum ersten Mal in der Region Hannover nachgewiesen worden. Quelle: Tiho

Von Bärbel Hilbig

Der oder die See? Glühbirne oder Obstbirne? Die deutsche Sprache ist alles andere als eindeutig. Das zeigt ein Theaterstück für die zweiten und dritten Klassen in der Grundschule Tegelweg.

23.05.2019

Die Polizei hat im Rahmen ihrer Großrazzia gegen einen Drogenring aus Hannover am Mittwoch Drogen, Schmuck, Waffen und Geld im Gesamtwert von einer halben Million Euro sichergestellt. Am Freitag wurde der Fund im Landeskriminalamt präsentiert. Gleichzeitig nahmen die Ermittler einen sechsten Verdächtigen fest.

10.05.2019

In der Diskussion um eine mögliche Rückkehr des vorläufig suspendierten Stadtrats Harald Härke ins Rathaus zeigt die SPD jetzt eine klare Haltung: Härke dürfe nicht wieder in der Stadtverwaltung arbeiten. Seine Abwahl müsse rechtlich geprüft werden.

13.05.2019