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Hannover Tiger-Drillinge dürfen erstmals ins Freie
Nachrichten Hannover Tiger-Drillinge dürfen erstmals ins Freie
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00:25 17.06.2019
Eine neue Welt: Die Tigerbabys im Zoo Hannover entdecken mit großen Augen ihr Gehege. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Dschungelpalast, Freitagvormittag, kurz nach 10 Uhr: Fotografen mit riesigen Objektiven, Kameraleute und schreibende Journalisten drängen sich vor den Glasscheiben des Tigergeheges. Dort passiert – zunächst nichts. Die drei kleinen Tiger, die jetzt ihre Wurfhöhle verlassen dürfen, wollen das anscheinend gar nicht. Als die ersten schon orakeln, der Zoo habe die Geschichte vom Tigernachwuchs erfunden, erscheint die Mutter Alexa, räkelt sich im Gras, dreht sich um. Tatsächlich folgt ihr eins ihrer Kinder und tapst heran. Als die beiden anderen immer noch auf sich warten lassen, wird die Tigerin noch einmal in der Höhle vorstellig und holt auch sie ins Freie. Erstauftritt geglückt.

Auftritte sind vorerst zeitlich limitiert

Acht Wochen sind die noch namenlosen Raubkatzen alt und nun auch für das Publikum zu sehen. Immer von 12.30 bis 14 Uhr wird die Klappe zur Wurfhöhle geöffnet und die Tiger dürfen ins Freie, wenn sie wollen. „Kommen sie heraus, sind sie nach 90 Minuten vom Herumtollen platt“, sagt Pflegerin Dörte Burdorf. Deshalb gibt es zunächst nur zeitlich limitierte Auftritte, die aber verlängert werden, wenn die kleiner Tiger zugelegt haben.

Noch etwas schüchtern: Eines der drei Tigerbabys im Zoo. Quelle: Franson

Für den Zoo ist die Geburt der Tiger neben der Eröffnung des neuen Eingangs das Ereignis des Jahres. Eine Frage ist, wie sich der Nachwuchs bei den Raubkatzen auf die Besucherzahlen auswirkt. „Das kann einen positiven Effekt haben, aber sicher ist das nicht“, sagt Geschäftsführer Andreas Casdorff. Als die Elefanten das erste Mal Jungtiere hatten, strömten mehr Gäste als üblich in den Zoo. Bei späteren Elefantengeburten war das Interesse dann schon nicht mehr ganz so hoch.

Tiger gehören zu den „großen Zehn“

Auf jeden Fall gehören Tiger wie zum Beispiel auch Löwen, Eisbären, Elefanten, Affen und Giraffen zu den sogenannten großen Zehn, also zu den Tierarten, die die Besucher am stärksten in die Zoos locken. Manchmal spielt auch der Zufall eine Rolle: Das Opossum Heidi entwickelte sich vor acht Jahren zum Star unter den Tieren im Leipziger Zoo und zog weltweites Interesse auf sich – aus dem simplen Grund, weil es schielte.

„Wir züchten aber nicht, um die Besucherzahlen nach oben zu treiben“, stellt Casdorff klar. Sibirische Tiger sind vom Aussterben bedroht, außerhalb von Zoos leben nur noch 500 von ihnen in Russland. Sowohl die Tigerin Alexa als auch Tigervater Aljoscha – er hält sich nach Vorbild seine Artgenossen in der freien Wildbahn vom Nachwuchs fern – sind über das europäische Erhaltungszuchtprogramm nach Hannover gekommen.

Eine Patenschaft für die Tiger gibt es schon; das Unternehmen Globos, ein Spezialist für Barcodes und die dazugehörige Ausrüstung, hat sie übernommen. Namen haben die Drillinge dagegen noch nicht. Dafür wird es laut Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer einen Wettbewerb geben.

Auch andere Tiere haben Nachwuchs

Im Zoo gibt es derzeit nicht nur bei den Tigern Nachwuchs. Seit Anfang Mai verzeichnet der Tierpark einen kleinen Babyboom; beteiligt sind unter anderem die Impala-Antilopen. „Sie haben mit acht munteren Jungtieren einen richtigen Kindergarten“, sagt Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer.

In der Yukon Bay tummeln sich zwei kleine Pinguine, die allerdings noch für einige Zeit hinter den Kulissen bleiben müssen, zwei Karibus und gleich 20 Prairiehunde. Die Wasserschweine sind mit einem Nachwuchs-Quartett in der Kinderstube vertreten. In der Vogelwelt haben zuletzt Flamingos und ein Pelikan das Licht der Zoo-Welt erblickt.

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Von Bernd Haase

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