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Hannover Trinkwasser in Hannover am teuersten
Nachrichten Hannover Trinkwasser in Hannover am teuersten
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00:15 24.01.2015
Von Bernd Haase
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Wasser ist Leben, lautet ein Werbespruch der Trinkwasserversorger. Betrachtet man diesen Aspekt für sich, ist das Leben in der Region im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Hannover teurer als andernorts. Ob die Schere noch weiter auseinandergeht, ist noch nicht ausgemacht. Die Stadtwerke überlegen, ob sie dem Beispiel anderer Unternehmen folgen und höhere, durch das Land verursachte Kosten an die Kunden weitergeben.

Wie ein Vergleich ergibt, zahlt ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 150 Kubikmetern im Jahr in Hannover, Langenhagen, Laatzen, Hemmingen, Seelze sowie Teilbereichen Ronnenbergs durchschnittlich gut 337 Euro. Der Jahrespreis für die vom Wasserverband Nordhannover belieferten Isernhagener, Wedemärker und Burgwedeler beträgt demgegenüber nur 174 Euro. Bei Purena, Wasserversorger in Wennigsen, Gehrden und Springe, sind es 271 Euro.

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Land hat Gebühren deutlich erhöht

„Man kann einen städtischen nicht mit einem ländlichen Raum vergleichen“, sagt Carlo Kallen, Sprecher der Stadtwerke Hannover. Aussagekräftiger sei der Preisvergleich der 50 größten Städte im Bundesgebiet, und da lägen die Stadtwerke im günstigsten Drittel.

Das Land Niedersachsen hatte mit Wirkung zum Jahresbeginn die Wasserentnahmegebühr erhöht – zum ersten Mal seit ihrer Einführung 1992 – und dafür gleich auf einen Rutsch um mehr als 50 Prozent. Das Land erwartet daraus Mehreinnahmen von 20 Millionen Euro im Jahr. Die auch als Wassergroschen oder Wassercent bekannte Gebühr dient dazu, Investitionen für Trinkwasserschutz und -qualität zu finanzieren. Für die Stadtwerke entstehen Mehrkosten von einer Million Euro im Jahr.

Ob die Kunden das in Form steigender Gebühren zu spüren bekommen, entscheidet sich im Frühjahr. Werden die Forderungen vom Land in vollem Umfang weitergereicht, zahlt ein Durchschnittshaushalt etwa 4,40 Euro mehr pro Jahr. Zuletzt hatten die Stadtwerke die Wassergebühr, die im Vergleich zu denjenigen für Strom und Gas nur einen kleineren Teil der Jahresrechnung für die Kunden ausmacht, im Oktober 2012 erhöht.

Marode Leitungen werden ausgetauscht

Mit den Wassergebühren werden auch Investitionen ins Netz bezahlt. Während marode Leitungen in manchen Kommunen ein ernstes Problem darstellen, ist der Zustand in Hannover laut Kallen „gut bis befriedigend mit einzelnen Schwachstellen“.

Letztere würden seit Ende der Neunzigerjahre systematisch beseitigt – insbesondere durch den Austausch schadensanfälliger Graugussleitungen gegen Kunststoffrohre. Der Aufwand geht Jahr für Jahr in die Millionen. Dafür kommt das Wasser, das die Stadtwerke im Fuhrberger Feld im Norden der Region fördern, auch fast komplett bei den Kunden an. Die Transportverluste liegen bei 4 Prozent.

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