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Hannover Fischer fürchten Tiersterben in Ricklinger Teichen
Nachrichten Hannover Fischer fürchten Tiersterben in Ricklinger Teichen
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11:07 23.07.2019
Heinz Pyka zeigt, wie weit der Wasserstand an den Ricklinger Teichen bereits zurückgegangen ist. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Seit fast 60 Jahren pumpt die Stadt Hannover Wasser aus den Ricklinger Teichen in den Maschsee, jetzt fordert der Fischereiverein einen sofortigen Stopp des Ableitens von Wasser. Der Vorsitzende des Fischereivereins, Heinz Pyka, befürchtet andernfalls einen schweren Schaden für Tiere in den Ricklinger Teichen, darunter besonders schützenswerte Schneckenarten.

Nach Angaben von Pyka droht unter anderem ein Fischsterben, falls weiter Wasser aus den Kiesteichen in den Maschsee gepumpt wird. Experten des Vereins hätten festgestellt, dass der Sauerstoffgehalt in den vergangenen Wochen und Tagen gesunken ist. Pyka sieht einen direkten Zusammenhang mit dem Abpumpen. In den Teichen leben unter anderem die Malermuschel, die Wandermuschel und die gemeine Teichmuschel. „Muscheln kommen nicht so schnell ins tiefere Wasser, wenn der Wasserstand sinkt“, berichtet Pyka.

„Besonders viel Wasser für die Maschseeflotte“

Der Fischereivereinsvorsitzende vermutet, dass derzeit besonders viel Wasser wegen des bevorstehenden Maschseefestes aus den Ricklinger Teichen herausgepumpt wird. Wenn mal die Maschseedampfer nicht mehr fahren dürften, wäre das nicht so tragisch, sagt Pyka. Zudem müsse man sich um die im Maschsee lebenden Fische keine Sorgen machen. „Der Maschsee wäre das letzte Gewässer in Hannover, das bei anhaltender Trockenheit Probleme bereiten würde“, sagt er.

Die Stadt Hannover darf seit dem Jahr 1960 jedes Jahr 300.000 Kubikmeter Wasser von den Ricklinger Teichen in den Maschsee pumpen. Insgesamt fasst der Maschsee 1,6 Millionen Kubikmeter.

Region kontrolliert jeden Tag

„Wir schauen uns die Situation jeden Tag an“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Sollten in den Ricklinger Teichen die Muschelbänke trocken fallen oder es ein Badeverbot wegen des Befalls mit den giftigen Blaualgen geben, werde der Wassertransport zumindest vorläufig gestoppt, erläutert der Sprecher. Mitarbeiter der Region seien jeden Tag an den Ricklinger Teichen, um die Lage dort zu beobachten.

Ende vergangenen Woche hatte die Region bereits eine Blaualgenwarnung für den Großen Ricklinger Teich und den Sieben-Meter-Teich ausgesprochen. Experten rechnen damit, dass die zunehmende Hitze in den kommenden Tagen das Blaualgenwachstum weiter befördern wird.

Der Wasserstand im Maschsee ist in diesem Jahr noch nicht gesunken, sondern konnte auf Stand gehalten werden, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald. Wegen der höheren Verdunstung werde im Sommer grundsätzlich mehr Wasser in den Maschsee gepumpt als in den kälteren Jahreszeiten. Auch zurzeit werde grundsätzlich Wasser entnommen, allerdings nicht ständig, erläutert Steigerwald. Beispielsweise sei am vergangenen Wochenende kein Wasser in den Maschsee gepumpt worden.

Üstra sieht keine Gefahr für Schifffahrt

Für die Üstra-Schifffahrt auf dem Maschsee bestehe zum Maschseefest keine Gefahr, sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Im vergangenen Jahr war die Maschseeflotte während des Festes zeitweise nur noch eingeschränkt unterwegs. Ende August stellte die Üstra dann wegen des niedrigen Wasserstandes den Betrieb vorläufig komplett ein.

Von Mathias Klein

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