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Hannover Trockenheit in Hannover: In der Eilenriede sterben die ersten Bäume
Nachrichten Hannover Trockenheit in Hannover: In der Eilenriede sterben die ersten Bäume
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13:02 12.07.2019
Viele Bäume in der Eilenriede, wie diese Birke, leiden unter der Trockenheit. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Erst der Hitzesommer 2018, jetzt ein trockener und heißer Frühsommer – die Vegetation in Hannover steht unter Dauerstress. Die Bäume am Straßenrand und in der Eilenriede leiden unter den Bedingungen. „Es gibt schon Ausfall von Bäumen“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix auf Nachfrage der HAZ. Daher seien die Beschäftigten der Forstverwaltung damit beschäftigt, so viele Jungbäume wie möglich zu wässern. „Das hat natürlich Grenzen – einen ganzen Wald zu bewässern ist nicht möglich“, sagt Dix.

Grundwasservorräte in der Eilenriede nahezu verbraucht

Nach Informationen der HAZ sind die Grundwasservorräte in der Eilenriede nahezu verbraucht. Die meisten Gräben in Hannovers Stadtwald sind ausgetrocknet. Den Buchen und Eichen in der Eilenriede gehe es relativ schlecht, heißt es aus Expertenkreisen.

Die Waldbrandgefahr in der Eilenriede ist allerdings noch nicht so hoch wie in anderen Wäldern Niedersachsens. Das liege daran, dass in Hannover der Anteil von Laubbäumen hoch sei, sagt Dix. „Trotzdem sollte man die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Das gesetzliche Verbot, im Wald ein offenes Feuer außerhalb der Grillplätze anzuzünden oder zu rauchen, sei „dringend zu beachten“.

Soll die Feuerwehr Straßenbäume wässern?

Auch die Straßenbäume leiden unter den Auswirkungen des Wetters. Die Stadtverwaltung prüft, ob sie erneut die Berufsfeuerwehr beauftragt, Bäume zu wässern. Während des Hitzesommers im vergangenen Jahr hat die Berufsfeuerwehr insgesamt 950 Jungbäume im gesamten Stadtgebiet gegossen. Pro Baum sprudelten etwa 100 bis 200 Liter Wasser ins Erdreich. „Die Bewässerung der Jungbäume durch die Grünflächenpflege läuft selbstverständlich schon intensiv“, sagt Dix.

2018 in Hannover: Die Feuerwehr gießt 950 Jungbäume im gesamten Stadtgebiet, damit diese nicht vertrocknen. Quelle: Christian Elsner

BUND: Anwohner können Straßenbäume gießen

Der Naturschutzbund BUND sieht die Stadt in der Pflicht, sich um die angeschlagenen Bäume zu kümmern. Darüber hinaus rät der BUND, Gießgemeinschaften zu gründen. „Anwohner können sich mit dem Wässern eines Baumes vor ihrer Haustür abwechseln“, sagt Sabine Littkemann, Geschäftsführerin des BUND Hannover. Besonders junge Bäume seien gefährdet. An heißen Tagen sollten mindestens 50 Liter auf die Baumscheibe gekippt werden, rät der BUND. Am Ende zähle jeder Liter.

„Wir müssen damit rechnen, dass einzelne Bäume absterben“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Mark Bindert. Ziel sei es, dem Klimawandel zu begegnen und resistente, einheimische Arten nachzupflanzen. Klar sei auch, dass die Stadt nicht alle Grünanlagen wässern könne.

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Gießtipps vom Herrenhäuser Gartenmeister

Die anhaltende Trockenheit setzt nicht nur Straßenbäumen und Stadtwäldern zu, sondern auch Gartenpflanzen. Ingmar Guldner ist Gartenmeister in Herrenhausen und kümmert sich um die Pflanzen im Berggarten. Hier seine Gießtipps für Hobbygärtner:

Frühmorgens wässern: Der Vorteil eines frühmorgendlichen Gießens liegt darin, dass Pflanzen für die Hitze des Tages präpariert werden. Zudem trocknen die Blätter rasch, sodass die Gefahr eines Pilzbefalls verringert wird. Beim frühmorgendlichen Wässern wird auch der sogenannte Lupen-Effekt vermieden. Der tritt immer dann auf, wenn Wassertröpfchen nicht schnell genug verdampfen und bei starker Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken. Wenn Pflanzen schon morgens ihre Blätter herabhängen lassen und schlapp aussehen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie dringend Wasser brauchen.

Häufigkeit: Besser ist es, Pflanzen intensiv zu gießen, aber nicht allzu häufig. Dabei sollte der Boden gut durchfeuchtet werden, damit das Wasser in alle Wurzelschichten dringt. Bei Trockenheit sollten Pflanzen nicht verwöhnt werden, meint der Gartenmeister. Wenn zu viel gegossen wird, bilden Pflanzen nicht genug tiefgreifende Wurzeln. Nicht pauschal jeden Morgen gießen, rät der Experte, sondern darauf achten, ob der Boden noch feucht ist.

Schatten spenden: Auch Pflanzen sollten vor intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden. Die Verdunstung am Boden lässt sich durch Rindenmulch reduzieren. Ansonsten gilt: Die richtige Pflanzenauswahl für den jeweiligen Standort treffen. Salbei, Rosmarin und Lavendel lieben es trocken – und locken etliche Wildbienen an.

Von Andreas Schinkel

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