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Hannover Üstra bestellt 48 Elektrobusse: Die Ersten sollen Ende 2019 geliefert werden
Nachrichten Hannover Üstra bestellt 48 Elektrobusse: Die Ersten sollen Ende 2019 geliefert werden
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19:03 06.08.2019
Die Üstra-Vorstände Volkhardt Klöppner (v. l.), Denise Hain und Elke Maria van Zadel schaffen bis 2023 insgesamt 48 Elektrobusse von Mercedes an. Quelle: Üstra
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Hannover

Die Üstra bezeichnet es als „ersten Meilenstein“ beim Thema Verkehrswende: Das Unternehmen und Mercedes-Benz unterzeichneten am Dienstag in Hannover den Kaufvertrag über 48 Busse mit Elektroantrieb. In den nächsten vier Jahren sollen die Fahrzeuge sukzessive eingeführt werden, sodass dann alle Innenstadtlinien emissionsfrei unterwegs sind. Doch das ist längst nicht der einzige Baustein für klimafreundlichere Fortbewegungsmittel in der Landeshauptstadt.

Welche Ziele hat die Üstra?

Die Üstra will ab 2023 keine Diesel- oder Hybridbusse mehr innerhalb der Umweltzone von Hannover einsetzen. Der jetzt unterzeichnete Vertrag mit Mercedes sieht die Lieferung von 30 Bussen mit zwölf und 18 Gelenkbussen mit 18 Metern Länge vor. „Elektromobilität ist ein Riesenthema“, sagt der Üstra-Vorstandsvorsitzende Volkhardt Klöppner. Eineinhalb Jahre lang habe das Unternehmen auf diesen Moment hingearbeitet, 2016 begann der Test mit drei E-Fahrzeugen auf den Linien 100 und 200. „Wir freuen uns, dass der eCitaro ein wichtiger Baustein der Elektrobusoffensive der Üstra wird“, sagt Ulrich Bastert, Verkaufsleiter von Daimler Buses.

Warum hat Mercedes den Auftrag bekommen?

Das Modell eCitaro hat die Üstra überzeugt. Deshalb hat Mercedes-Benz sich unter anderem gegen Solaris durchgesetzt – drei Testfahrzeuge des polnischen Herstellers fahren derzeit auf den Linien 100 und 200. Laut Klöppner sei allerdings nicht ausschließlich der Preis entscheidend gewesen. „Es geht beispielsweise auch um Betriebskosten, Wartungsintervalle und Weiterentwicklungen“, sagt er. Die Busse sollen auch USB-Steckdosen haben. Darüber hinaus legt die Üstra viel Wert auf Sicherheit: Alle eCitaros besitzen Brems- und Abbiegeassistenten.

Bislang gibt es die Üstra-Variante des eCitaro nur als Pappmodell, aber so soll er später aussehen. Quelle: Peer Hellerling

Was kostet die Umstellung?

Die Umstellung wird mit 52,7 Millionen Euro veranschlagt. Das Bundesumweltministerium beteiligt sich mit 22,7 Millionen Euro, die Landesnahverkehrsgesellschaft gibt weitere 3,3 Millionen Euro dazu. „Wir wollen den öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen noch leistungsfähiger und umweltfreundlicher machen“, sagt Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). „Die sauberen Busse tragen zu besserer Luftqualität in der Landeshauptstadt und damit zur Lebensqualität der Bewohner bei.“ Die Üstra selbst bringt 26,7 Millionen auf.

Wo werden die Elektrobusse eingesetzt?

Die ersten Fahrzeuge sollen Ende dieses Jahres übergeben werden und ab Frühjahr 2020 durch Hannover rollen – und zwar auf den bereits elektrifizierten Linien 100 und 200. Bis 2021 folgen die Linien 121, 128, 134 und 120. Parallel dazu wird die Üstra die Zahl der Ladesäulen auf 14 erhöhen, da die eCitaros wie schon die Solaris entlang der Strecke aufgeladen werden. Anlagen werden an den Endpunkten August-Holweg-Platz, Altenbekener Damm, Peiner Straße und Nordring, Aegidientorplatz sowie Ahlem entstehen, dazu auf den Betriebshöfen Mittelfeld und Vahrenwald. Unter Idealbedingungen schaffen die Busse 150 Kilometer zwischen zwei Ladungen.

Wann rüsten die anderen um?

Die Regiobus will ihre Flotte ebenfalls auf Stromer umstellen. Geplant sind zunächst die Sprinterlinien 300, 500 und 700, weil sie vom Umland aus ins Zentrum von Hannover fahren. Dafür sind knapp 30 Fahrzeuge nötig, die mit dem Ladesystem der Üstra kompatibel sein sollen. Sammeltaxi-Anbieter Moia, seit Juli Kooperationspartner der Üstra, fährt derzeit mit 75 Benzin-Bussen durch die Landeshauptstadt. In Hamburg setzt die VW-Tochter dagegen ausschließlich auf die Elektroversion des VW-Busses. In Hannover soll die Flotte erst Ende 2020 zur Hälfte und zwei Jahre später komplett umgerüstet sein.

Die reine Elektroversion der Moia-Sammeltaxis fahren bislang nur in Hamburg. In Hannover soll die Benzin-Flotte erst zwischen 2020 und 2022 auf Strom umgestellt werden. Quelle: dpa

Wie sieht es mit Elektroautos aus?

Laut Jahresstatistik gibt es in Hannover 1764 Elektro- und Hybridautos – bei insgesamt 233.634 Fahrzeugen (Stand 1. Januar 2018). Noch vor eineinhalb Jahren hatte die Stadt das Ziel von 6000 Stromern bis Ende 2020 ausgerufen. Das scheint fraglich, aber zumindest wird die Infrastruktur derzeit kräftig ausgebaut: 90 Ladesäulen hat Enercity bereits aufgestellt, bis Dezember 2020 sollen weitere 480 folgen. Die Vorgabe: mindestens zwei pro Stadtteil. Die Einwohner konnten für die Standorte eigene Vorschläge einreichen. Bis Juli gingen 1300 Ideen ein, die meisten für Vahrenwald-List, Südstadt-Bult und Mitte eingereicht.

Von Peer Hellerling

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