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Hannover Üstra verspricht WLAN in allen Fahrzeugen bis Ende 2020
Nachrichten Hannover Üstra verspricht WLAN in allen Fahrzeugen bis Ende 2020
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00:18 30.04.2019
Stadtbahnen im Depot der Üstra. Quelle: Wilde
Hannover

Die Üstra hat 2018 erneut rote Zahlen geschrieben und trotzdem laut Vorstandschef Volkhardt Klöppner „eines der wirtschaftlich besten Ergebnisse seit den siebziger Jahren“ erzielt. Das Defizit liegt bei 25,9 Millionen Euro; das sind 5,8 Millionen Euro weniger als noch 2017 und 8 Millionen Euro weniger als ursprünglich kalkuliert. „Es war ein insgesamt erfolgreiches Jahr“, resümiert Regionsdezernent Ulf-Birger Franz, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des öffentlichen Verkehrsunternehmens.

Einbußen beim Fahrgastaufkommen

Es war auch das erste Geschäftsjahr, das der neue Vorstand mit Klöppner und Denise Hain komplett verantwortete. Die Streitereien um die Ablösung ihrer Vorgänger André Neiß und Wilhelm Lindenberg sind nach Angaben von Franz endgültig zu den Akten gelegt, weil die Üstra nun mit beiden Aufhebungsverträge geschlossen hat. Über die Konditionen ist Stillschweigen vereinbart worden.

Beim Fahrgastaufkommen hat die Üstra mit 174,4 Millionen im Jahr 2018 leichte Einbußen erlitten. „Wir hatten einen heißen Sommer, zwei Streiktage und hohe Behinderungen durch Baustellen auf fast allen Buslinien“, erklärt Klöppner.

Dass die Zahlen trotzdem besser sind als erwartet, begründet der Vorstand mit zwei Effekten. Man habe den betrieblichen Aufwand etwa bei Lager- und Materialkosten sowie die Ausgaben für Kommunikation gesenkt. Hinter letzterem verbirgt sich unter anderem der Aufwand für die opulente 125-Jahr-Feier, der 2017 zu Buche geschlagen hat. Bei den Personalkosten hat die Üstra dagegen zugelegt. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 1950 Mitarbeiter, das sind 41 mehr als im Jahr zuvor.

Betriebshof Glocksee ist Sanierungsfall

Geprägt ist die Bilanz des Verkehrsunternehmens von hohen Investitionen. „Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben, geplant sind 330 Millionen Euro“, sagt Klöppner. Die neuen Stadtbahnen sind zwar fast alle ausgeliefert, aber es folgen Elektrobusse sowie die anstehende Sanierung des großen Betriebshofs Glocksee, für die mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag zu rechnen ist. Weil die Üstra für die Finanzierung Kredite braucht und Abschreibungen zu stemmen sind, dürfte das Defizit in den kommenden Jahren laut Prognose steigen – zeitweilig auf 50 Millionen Euro im Jahr.

Stadtbahnen, die nächste

Noch sind nicht alle 148 Stadtbahnen vom Typ TW 3000 an die Üstra ausgeliefert, da denkt das Unternehmen schon an die nächste Generation mit dem Arbeitstitel TW 4000. „Das Projekt benötigt einen Vorlauf von sieben bis neun Jahren“, sagt das für Technik zuständige Vorstandsmitglied Denise Hain.

Der TW 4000 ist Ersatz für die Silberpfeile, die vor der Expo im Jahr 1997 auf Hannovers Stadtbahngleisen anrollten. Üblicherweise rechnet man für eine Stadtbahngeneration mit einem Zyklus von 30 Jahren. Damit läge die Üstra mit dem TW 4000 in diesem Zeitrahmen. Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz betont aber auch, dass das Unternehmen künftig mehr Fahrzeuge benötigen wird. „Es gibt neue Strecken, und wir wollen dichtere Takte fahren“, sagt er. Diese Umstände hatten zuletzt dazu geführt, dass die Üstra ihre alten grünen Stadtbahnen, statt sie zu verschrotten, zum Teil grunderneuern lässt.

Laut Hain will die Üstra 2025 soweit sein, dass sie die neuen Stadtbahnen ausschreiben lassen kann. „Damit wird auch autonomes Fahren ein Thema sein“, schätzt sie.

Verhandlungen über Kooperation mit Moia

Anstrengungen gelten der Kundenfreundlichkeit. Für die Fahrgastinformation hat die Üstra eine eigene Abteilung gegründet und Fahrgastinfomanager als Ausbildungsberuf eingeführt. Dank eingeworbener Fördergelder soll bis Ende 2020 WLAN zum Internetzugang in den Fahrzeugen zur Verfügung stehen. Das Online-Angebot zum Kartenkauf will die Üstra noch in diesem Sommer verbessern, unter anderem soll man sich nicht mehr registrieren lassen müssen. Und schließlich verhandelt die Üstra mit dem Fahrdienst Moia über eine Kooperation auf der sogenannten letzten Meile, also dem Wegstück zwischen Nahverkehrs-Haltestelle und Haustür.

Von Bernd Haase

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