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Hannover Polizeidirektion Hannover organisiert sich von Grund auf neu
Nachrichten Hannover Polizeidirektion Hannover organisiert sich von Grund auf neu
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18:02 06.03.2019
Organisiert seine Behörde neu: Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Die Polizeiinspektion Hannover steht vor einschneidenden Umstrukturierungen. Das haben Behördenleiter Volker Kluwe und Landespolizeipräsident Axel Brockmann am Dienstag bekannt gegeben. Die Umorganisation betrifft vor allem die Polizeiinspektionen in Hannover. Die bislang vier Einheiten im Stadtgebiet sollen zu einer Stadt-Polizeiinspektion, der Polizeiinspektion Hannover, zusammengefasst werden. Als möglicher Sitz der neuen Einheit könnten die Räume an der Wunstorfer Straße in Frage kommen, in denen heute die Polizeiinspektion West untergebracht ist. Die Polizeiinspektionen in Garbsen und Burgdorf sind von der Umstrukturierung grundsätzlich nicht betroffen. Sie verlieren aber ihre Verfügungseinheiten. Denn diese je 30 bis 35 Mann starken Gruppen, die bislang auf alle sechs Inspektionen verteilt waren, sollen in einer zentralen Einsatzinspektion, der Inspektion für besondere Dienste, zusammengefasst werden. Derzeit wird geprüft, ob diese Abteilung am Welfenplatz, in den Räumen der heutigen Polizeiinspektion Ost angesiedelt werden kann, weil in der neuen Inspektion auch die Reiter- und die Hundestaffel sowie der Zentrale Verkehrsdienst integriert werden sollen.

Polizei will mehr Personal auf die Straße bringen

Durch die Umorganisation soll die Behörde künftig zentraler, präsenter und effektiver arbeiten. „Wir wollen dadurch mehr Personal auf die Straße bringen, um an Brennpunkten präsenter zu sein“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe. Als Beispiel führte der Behördenleiter die Polizeiinspektion Burgdorf an. Die Einsatzkräfte seine derzeit auch mit den Abschiebungen von Flüchtlingen befasst. Wenn diese Aufgabe künftig von Einsatzkräften der neuen PI besondere Dienste übernommen wird, wären die Kollegen in Burgdorf frei für andere Aufgaben.

Die 3700 Mitarbeiter der Polizeidirektion waren um 14 Uhr per E-Mail über die gravierenden Änderungen informiert worden. Man sei ganz bewusst bereits in einem frühen Stadium der Planungen an die Öffentlichkeit gegangen, erklärte Landespolizeipräsident Brockmann. Er betonte ausdrücklich, die neue Struktur diene nicht dazu, Personal einzusparen. Die Umorganisation soll mit sich bringen, dass das Personal effektiver eingesetzt werden soll. „Wir versprechen uns davon, das Sicherheitsempfinden der Bürger beeinflussen zu können“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe.

Neues Sicherheitskonzept für den Bereich Hauptbahnhof in Arbeit

Hannover Polizeipräsident Volker Kluwe hat am Rande der Vorstellung der Umorganisation der Polizeidirektion (PD) auch bekannt gegeben, dass derzeit an einem Sicherheitskonzept für den Hauptbahnhof gearbeitet werden. „Derzeit laufen Gespräche zu den Problemen rund um den Bahnhof, inklusive Ernst-August-Platz, Raschplatz und Zentraler Omnibusbahnhof mit mehreren Beteiligten“, sagte der Behördenleiter. Auch dieser Vorgang zeuge, wie auch die Umstrukturierung der PD von einer neuen Philosophie innerhalb der Behörde, sagte Kluwe. Wann die ersten Ergebnisse präsentiert werden, ließ der Polizeipräsident offen.

Es ist nicht das erste Mal, dass mehrere Beteiligte gemeinsam an einem Konzept zur Sicherheit rund um den Hauptbahnhof zusammenkommen. Im Sommer 2011 hatten sich die Bahnhofshändler gemeinsam mit der Deutschen Bahn, der Bundes- und der Landespolizei sowie der Stadtverwaltung auf ein dreimonatiges Verkaufsverbot von Alkohol im Hauptbahnhof geeinigt. Die Idee konnte sich nicht durchsetzen. Der Versuch wurde nach Ablauf der drei Monate nicht verlängert.

Die Idee zu dem Umbruch innerhalb der Behörde sei in den langen und intensiven Diskussionen im vergangenen Jahr zum Sicherheitsempfinden der Bürger und zum Thema gefühlte Sicherheit in Hannover gereift. Erstmals hatte die Behörde gemeinsam mit der Stadt die Kriminalitätsstatistik für bestimmte Delikte für einzelne Stadtbezirke veröffentlicht. Die Stadt selbst hatte rund 3000 Bürgerinnen und Bürger nach ihrem subjektiven Sicherheitsgefühl befragt. „Das Ergebnis war immer: Die Betroffenen wünschen sich mehr sichtbare Präsent der Polizei auf der Straße“, sagte Volker Kluwe. So habe er in einer kleinen Gruppe das Konzept zur Umstrukturierung erarbeitet und dann dem Innenministerium vorgestellt.

So ist die Polizei in Hannover organisiert

Die Polizeidirektion Hannover gehört zu insgesamt sechs regionale Polizeidirektionen in Niedersachsen. Diese Dienststellen gewährleisten in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen die Wahrnehmung aller Aufgaben der Polizei und übernehmen die Leitung bei herausragenden Einsätzen, zum Beispiel bei Risikospielen im Fußball. Zudem übernehmen sie Aufgaben in den Bereichen Katastrophenschutz, Hilfeleistung der Feuerwehren und Zivilschutz.

  Jede Polizeidirektion ist in Polizeiinspektionen gegliedert. In Hannover sind es bislang sechs, künftig nur noch vier. Die Beamten dort sind für die Kernaufgaben der Polizei zuständig, wie Einbruch, Körperverletzung und dergleichen. zuständig sind. 33 Polizeiinspektionen sind es im gesamten Land Niedersachsen.

Zur Polizeidirektionen Hannover gehört auch der Zentrale Kriminaldienst mit seinen fünf Kriminalfachinspektionen. Die Beamten dort kümmern sich aum Aufgaben wie Organisierte Kriminalität, Bandenkriminalität, Cybercrime, Staatsschutz und Korruption.  

In Hannover ansässig ist auch die Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen. In dieser Behörde werden landesweite Service- und Unterstützungsaufgaben gebündelt. Dort sind die Bereitschaftspolizei, die Hubschrauberstaffel und die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnologie, Fuhrpark- und Einsatzmittelmanagement, Zentrales Diensthundewesen sowie Sozialwissenschaftliche Dienste und das Polizeiorchester angebunden. Beamte der ZPD unterstützen auf Ersuchen die Polizeibehörden in Niedersachsen, aber auch, bei großen Einsätzen, die Kollegen in anderen Bundesländern, beispielsweise bei großen Demonstrationen, Fußballspielen oder Staatsbesuchen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen, ebenfalls mit Sitz in Hannover, ist die Schnittstelle zur Sicherung der Zusammenarbeit in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten mit dem Bund und den anderen Ländern sowie innerhalb des Landes Niedersachsen. Hier werden Ermittlungen in besonderen Fällen, beispielsweise die Suche nach den sogenannten RAF-Rentnern. Darüber hinaus unterstützt das LKA andere Polizeibehörden durch die Bereitstellung und den Einsatz von Spezialistinnen und Spezialisten sowie entsprechender Technik.

„Wir haben von dort jetzt einen Umsetzungsauftrag erhalten und wollen mit dem neuen Konzept noch in diesem Jahr starten“, sagte Hannovers Polizeipräsident.

Lob für die Zentralisierungsüberlegungen der Polizeidirektion Hannover kommt vom niedersächsischen Landesverband der Gewerkschaft Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK). „Nach so vielen Jahren ist es nicht verkehrt, wenn man über eine neue Organisationsstruktur nachdenkt“, sagt BdK-Landeschef Matthias Karsch. Wenn es dadurch tatsächlich gelänge, mehr Personal auf die Straße zu bekommen, sei das nur zu begrüßen. Auch Niedersachsens Landesvorsitzende der Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßte die Pläne der hannoverschen Polizei. „Es ist gut, dass eine durch Einsätze so stark belastete Behörde wie die PD Hannover über Veränderungen nachdenkt“, sagt DPolG-Landeschef Alexander Zimbehl. Die Umorganisation sei eine große Herausforderung für die Behörde. „Das betrifft insbesondere die Führung der beiden neuen, recht großen Polizeiinspektionen“, sagte der Gewerkschafter.

Von Tobias Morchner

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