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Hannover Bundeskongress der Naturwissenschaftslehrer in Uni eröffnet
Nachrichten Hannover Bundeskongress der Naturwissenschaftslehrer in Uni eröffnet
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16:42 22.03.2019
Drei Stunden Mathe pro Woche reichen nicht: MNU-Landesvorsitzender Wilhelm Bredthauer und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (r.) vor der Eröffnung des Bundeskongresses der Naturwissenschaftslehrer im Audimax der Uni. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Mindestens ein Drittel der Unterrichtszeit in Schulen sollte den Naturwissenschaften gehören, fordert Gerwald Heckmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Unterricht (MNU). Noch bis Montag treffen sich rund 1200 Mathematik-, Physik, Chemie- und Biologielehrer aus ganz Deutschland in der Leibniz-Universität zu ihrem 110. Bundeskongress. „Naturwissenschaften gehören genauso zur Allgemeinbildung wie Sprachen, und Informatik muss endlich Pflichtfach werden“, sagt Heckmann bei der Eröffnung des Bundeskongresses am Freitag im Audimax. Entschieden wandte er sich dagegen

Vier Stunden Mathematik in der Woche seien ein Minimum, sagt Wilhelm Bredthauer, MNU-Landesvorsitzender und früherer Leiter der Goetheschule. Mit drei Stunden Mathematik pro Woche, wie es durch die Umstellung auf das Abitur nach neun Jahren an den Gymnasien in Niedersachsen jetzt üblich ist, könne man die Schüler eigentlich nicht guten Gewissens zum Abitur führen. Da sei es nicht erstaunlich, dass den jungen Menschen an der Uni die Grundlagen fehlten.

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„Umgang mit digitalen Medien bringt noch keine Kompetenz“

Digitale Bildung steht im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses: „Es geht nicht um die Technik, es geht nicht um den Abschied von den Kreidetafeln“, betont Bredthauer, es gehe um die Fragen dahinter, welche Chancen und Risiken neue Medien für das Lernen brächten. Entschieden wendet sich Heckmann dagegen, dass der Lehrer durch Digitalisierung zum Lernbegleiter werde. „Da fehlt der pädagogische Anspruch.“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagt, dass es um Medienkompetenz gehen müsse: „Der bloße Umgang mit digitalen Medien erzeugt noch keine Kompetenz, so wie auch das Betreten eines Sportplatzes einen nicht zum guten Athleten macht.“ Kreidetafeln aus den Klassenzimmern zu entfernen, hält auch Tonne für unsinnig. Es gehe um ein Nebeneinander von analog und digital. Das kann als ein Seitenhieb auf die Stadt Hannover verstanden werden. Die lässt nämlich zurzeit die grünen Kreidetafeln aus den Klassenräumen in Grundschulen abmontiert, wenn dort interaktive elektronische Tafeln hängen.

Von Saskia Döhner