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Hannover Der Kampf um die Krankenpflege
Nachrichten Hannover Der Kampf um die Krankenpflege
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14:36 13.07.2019
Bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte: Der kirchliche Krankenhauskonzern Diakovere in Hannover hat ein Konzept. Quelle: Sven Hoppe/dpa
Hannover

 Es ist ja nicht gerade so, als hätten die Krankenhäuser in Hannover nicht schon genug Probleme. Oftmals marode, zu enge Gebäude, Behandlungszimmer unter Dachschrägen, veraltete technische Geräte und Patienten, die in die Notaufnahmen überrennen, obwohl sie beim Hausarzt viel besser aufgehoben wären.

Und jetzt auch noch das: Die Krankenkassen weigern sich immer häufiger, die Rechnungen zu zahlen. Besonders oft sind die besonders teuren Abrechnungen betroffen, wie jene, die bei Herzoperationen oder Krebsbehandlungen entstehen. In Hannovers Krankenhäusern kommen so schnell Millionensummen zusammen, die fehlen – wie jetzt bei der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Alle drei großen Krankenhausunternehmen der Region befinden sich von einem Jahr aufs andere in einer finanziellen Schieflage.

Ein weiteres Problem könnte die finanzielle Not noch vergrößern: Dass an allen Ecken und Enden Krankenschwestern und Krankenpfleger fehlen, führt nicht nur dazu, dass sich die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen nicht so ausführlich um jeden Patienten kümmern können, wie sie das gern würden. Der zunehmende Mangel an Pflegepersonal könnte auch dazu führen, dass die Erlöse der großen Kliniken noch weiter sinken. Denn weniger Pflegepersonal bedeutet weniger Behandlungen, und das bedeutet weniger Einnahmen. Und dann möglicherweise noch mehr rote Zahlen. Es ist eine Spirale nach unten.

Diakovere hat ein Konzept

MHH, Regionsklinikum und Diakovere haben das Problem erkannt. Bisher wurde ein großer Teil der Gesundheitsreform auf dem Rücken der Pflegekräfte ausgetragen. Patienten erleben sie oft nur noch im Laufschritt, angespannt und zuweilen verständlicherweise schlecht gelaunt. Kein Wunder, dass viele Pflegekräfte keine Lust mehr auf ihren Beruf haben und sich neu orientieren. Das würden die drei Verbünde gern ändern – schon, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und im Konkurrenzkampf der hannoverschen Kliniken zu bestehen.

Derzeit sieht es so aus, als hätte Diakovere dabei die Nase vorn. Zwar wird man es auch in dem kirchlichen Krankenhauskonzern kaum verhindern können, dass der Stress auf den Stationen stetig zunimmt. Aber es gibt in der Geschäftsführung ein Konzept, wie den Pflegekräften der Alltag versüßt werden kann. Dazu gehören deutlich mehr Gehalt und Vergünstigungen, wie zum Beispiel ein Sportangebot. Schon jetzt sind in keinem der drei großen Klinikkonzerne mehr Stellen in der Pflege besetzt als bei Diakovere. Die anderen müssen aufpassen, dass sich das nicht noch weiter zu ihren Ungunsten verschiebt. Denn die Auswirkungen könnten gravierend sein.

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