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Hannover SPD-Kandidat Hansmann will eigene Ampelschaltung für Fußgänger und Radler
Nachrichten Hannover SPD-Kandidat Hansmann will eigene Ampelschaltung für Fußgänger und Radler
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17:07 14.07.2019
An dieser Kreuzung wären Marc Hansmann und seine Tochter fast angefahren worden. Jetzt will er eine eigene Ampelschaltung für Fußgänger und Radfahrer. Quelle: Samantha Franson
Hannover

SPD-Oberbürgermeisterkandidat Marc Hansmann will den Verkehr für Fußgänger und Radfahrer in Hannover sicherer machen. Er schlägt deshalb mehr Tempo-30-Zonen, geänderte Ampelschaltungen und die Abschaffung von Radspuren auf Straßen vor.

Im vergangenen Jahr seien in Hannover und im Umland 50 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben, berichtet der Oberbürgermeisterkandidat. Wie gefährlich das Leben als Fußgänger in Hannover sein kann, habe er erst vor wenigen Tagen mit seiner Tochter erlebt, als die beiden am Raschplatz die Hamburger Allee bei Grün an der Ampel überqueren wollten.

„Nur mit Glück ist uns nichts passiert“

Ein Autofahrer sei mit hoher Geschwindigkeit als Rechtsabbieger aus Richtung Bahnhof gekommen und habe die beiden erst im letzten Moment gesehen. „Der hat dann noch gehupt und unflätige Zeichen gegeben“, berichtet Hansmann. „Nur mit Glück ist seiner Tochter und mir nichts passiert“, sagt er.

Solche Situationen könnten verhindert werden, wenn eine eigenständige Ampelphase für Fußgänger und Radfahrer eingeführt wird. Dann müssten also Autos, die links oder rechts abbiegen wollen, warten, bis Fußgänger und Radfahrer die Straße überquert haben. An besonders kritischen Kreuzungen dürfte auch nicht davor zurückgeschreckt werden, durch Umbauten die Sicht zu verbessern.

Eine Ampelschaltung ändert die Stadt schon jetzt

An der Kreuzung Vahrenwalder Straße/Industrieweg will die Stadt nach zwei schweren Unfälle eine getrennt Ampelschaltung einrichten. Dort war im April vergangenen Jahres ein elfjähriger Radfahrer von einem abbiegenden Lastwagen überfahren und tödlich verletzt worden. Erst vor wenigen Tagen hatte sich dort ein Radfahrer bei einem weiteren Abbiegeunfall schwer verletzt.

Hansmann ist bewusst, dass dann Autofahrer in Hannover länger an Ampeln stünden. „Aber die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer geht vor“, betont er. Alle Ampelkreuzungen müssten überprüft werden, schon jetzt lasse sich sagen, dass die Kreuzung Celler Straße/Herschelstraße und der Engelbosteler Damm Unfallschwerpunkte von Radfahrern seien.

Tempo 30 auf Straßen mit vielen Unfällen

Auf Straßen, auf denen das Unfallrisiko besonders hoch ist, müsste auch über eine Temporeduzierung nachgedacht werden. Denn Hauptunfallursache bei Todesfällen im Straßenverkehr sei überhöhte Geschwindigkeit. Hier müsse das Land der Stadt Hannover mehr Flexibilität lassen, damit das Rathaus auf Unfallstraßen Tempo-30-Zonen einrichten könne. „Die Stadt muss gleichzeitig aber auch unverantwortliche Raserei durch Geschwindigkeitskontrollen unterbinden“, sagt Hansmann.

Der SPD-Kandidat würde als Oberbürgermeister auch eine Grundsatzentscheidung für vom Autoverkehr getrennte Radwege durchsetzen wollen. „Wenn Autos und Fahrräder sich so nahe kommen, dass zwischen Seitenspiegel und Lenkrad des Radfahrers kaum Platz ist, dann ist das ein großes Risiko“, meint er. Deshalb sollten Auto- und Radverkehr grundsätzlich getrennt geführt werden, wenn es baulich möglich ist, sagt Hansmann.

Lesen Sie hier mehr über die Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl:

Interview mit Marc Hansmann, Kandidat der SPD: „Was ist Ihre Idee für Hannover, Herr Hansmann?“

Interview mit Eckhard Scholz, Kandidat der CDU: „Was ist Ihre Idee für Hannover, Herr Scholz?“

Interview mit Belit Onay, Kandidat der Grünen: „Es muss doch klar sein, dass es so nicht weitergeht“

Linke schicken Jessica Kaußen ins OB-Rennen

FDP verzichtet auf eigenen Kandidaten

Iyabo Kaczmarek: Diese Frau will Oberbürgermeisterin von Hannover werden

Von Mathias Klein

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