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Hannover So wird das neue Steintor aussehen – vielleicht
Nachrichten Hannover So wird das neue Steintor aussehen – vielleicht
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22:00 27.06.2019
So könnte der Steintorplatz künftig aussehen – aber genau so wird es sicherlich nicht werden. Dies ist eine Skizze zur Bürgerbeteiligung die am Donnerstag, 27. Juni 2019, auf dem Platz vorgestellt wurde. Markant sind das angedeutete (rote) Dach mitten auf dem Platz, unter dem Veranstaltungen stattfinden könnten, sowie der rote Bogen zur Langen Laube, der ein Steintor symbolisieren könnte. Die Randbebauung ist in der Skizze bereits aufgestockt, Massimos Eiscafé ist ebenso geblieben wie Bratwurst Glöckle. (Plan abfotografiert, daher die Faltkanten). Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Jetzt gibt es erstmals ein Bild davon, wie der Steintorplatz einst aussehen könnte: Mit einem Eingangstor von der Langen Laube aus, mit viel mehr Grün und zugleich ausreichend Veranstaltungsfläche, weiterhin mit Massimos Eiscafé und dem Bratwurst Glöckle – aber nicht mehr mit dem heute vorhandenen, hässlichen U-Bahnzugang vor McDonald’s. Es ist aber nur eine erste Skizze als Orientierung für die acht europäischen Planerbüros, die seit Donnerstag im Wettstreit um die beste Gestaltungsidee stehen. Genau so wird der Platz 2021 sicherlich nicht umgebaut.

Die Skizze wurde am Donnerstagabend vor etwa 100 Interessierten auf dem Steintorplatz vorgestellt. Sie ist das Ergebnis des mittlerweile einjährigen Bürgerbeteiligungsprozesses zur Neugestaltung, nachdem es zuvor heftig Streit um eine Bebauung oder Nichtbebauung der tristen Fläche gegeben hat. Dass die Freifläche nicht bebaut wird, steht nach der Bürgerbeteiligung fest: „Platz bleibt Platz“ lautet die erste Prämisse für die Umgestaltung.

Für einen Rand des Steintors ist schon Bebauung geplant

Rundherum darf sich aber durchaus etwas tun. Für das Nachkriegsspielothekgebäude am Südostrand des Steintors sind die Abriss- und Neubaupläne schon sehr konkret, dort soll im Erdgeschoss Handel, in den Obergeschossen ein Hotel einziehen. Wettbewerbsorganisator Uwe Drost sagte zum Auftakt etwas schnippisch, auch der gegenüberliegende zweigeschossige Nordmannpassagenblock hinter der Baumreihe sei nicht mehr zeitgemäß: „Vielleicht ist es ganz gut, dass er von den Bäumen versteckt wird.“

Sie sollen die Aufgabe lösen: Vertreter der acht ausgewählten Landschaftsarchitekturbüros stellen sich auf dem Steintorplatz etwa 100 interessierten Bürgern vor. Quelle: Moritz Frankenberg

Die von der Stadt präsentierte Skizze soll anhand von 27 Punkten zunächst nur verdeutlichen, dass zahlreiche Bürgeranregungen aufgenommen sind, vom Wunsch nach mehr Grün zum Wunsch nach mehr Bänken, von der Hoffnung auf mehr Veranstaltungsfläche bis zur Hoffnung auf mehr Bäume. Wie die Aspekte später genau umgesetzt werden, soll sich im Wettbewerb zeigen. Das rot eingezeichnete Steintor etwa ist zunächst nur ein Bogenstrich und wird sicherlich nicht genauso aussehen. Auch was mit dem grobschlächtigen U-Bahnabgang passiert, müssen sich die Planer überlegen.

Zwischenergebnis zum Steintor im September

Bis September arbeiten die acht Landschaftsarchitekten, die von einer Jury ausgewählt wurden. Aus Hannover ist nur das Büro LAD+ von Martin Diekmann dabei. Bei der Vorstellung kritisierte Architekt Christian Harder, dass „die vielen Planer aus Hannover, die sich seit Jahren hier engagieren, nicht berücksichtigt wurden“, und erhielt dafür starken Applaus. Allerdings konterte Wettbewerbsorganisator Uwe Drost sofort: Bei der europaweiten Ausschreibung habe sich nur ein einziges Büro beworben. Das gab Erstaunen. „Die Büros, die jetzt am Start sind, sind internationale Crème de la Crème“, sagte Klaus Overmeyer, der die Bürgerbeteiligung seit Anbeginn moderiert.

So geht es weiter an Hannovers Steintorplatz

Jetzt planen zunächst mal die Landschaftsarchitekten. Am 2. September gibt es in der Christuskirche eine öffentliche Zwischenpräsentation der Ergebnisse – weil das Verfahren anonym ist, dürfen die Büros ihre Ideen nicht selbst vorstellen, um die Jury nicht zu beeinflussen. Stadtbaurat Uwe Bodemann versprach am Donnerstagabend, dass Bürgeranregungen von diesem Termin aufgenommen werden: „Wir machen die Tür nicht zu, Sie sind weiter bei der Planung dabei.“ Der Wettbewerb endet dann mit der Kür der Gewinner am 22. Januar nach einer ausführlichen Jurysitzung – am Vortag werden die acht Konzepte erneut öffentlich vorgestellt, Bürgeranregungen sollen dann zusätzlich in die Jurywertung einfließen.

Das sind die acht Büros

Insgesamt hatten sich 34 Büros beworben. Zwei junge Büros, die noch nicht viel Erfahrung nachweisen können, sollten eine Wild-Card erhalten, um neue, kreative Ideen zuzulassen – erstaunlicherweise haben sich insgesamt nur zwei junge Büros darauf beworben. Die von der Jury ausgewählten Büros sind: aus Kopenhagen Cobe, aus Rotterdam West8, aus Berlin die vier Büros GMO13 (junges Büro), Grieger-Harzer (junges Büro), Sinai und Planorama, aus Hannover LAD+ sowie aus München Lohrer-Hochrein.

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Von Conrad von Meding

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