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Hannover Hallo, Puppe: Ändern Sexroboter unser Leben?
Nachrichten Hannover Hallo, Puppe: Ändern Sexroboter unser Leben?
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00:17 14.06.2019
Matt McMullen, Chef der Firma Realbotix, mit Roboterpuppe Harmony. Quelle: picture alliance / Zumapress.com
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Hannover

Der Sexroboter-Prototyp Harmony aus Kalifornien kann sprechen, zuhören, auf Berührungen reagieren, mal lustvoll sein und mal schüchtern, mal müde, mal aufgeweckt. Ist er eine Antwort auf Vereinsamung und Individualisierung in der modernen Gesellschaft? Wird Sex bald problemlos käuflich für die, die es sich leisten können? Und wie verändert das technische Angebot mit seiner hohen Verfügbarkeit die herkömmlichen Beziehungen? Die hannoversche Juristin und Wirtschaftsphilosophin Iris Phan von der Leibniz-Universität forscht am Institut für Arbeitswissenschaften gemeinsam mit dem Wirtschaftsethiker Florian Krause an den Fragen, was wir uns von Sexrobotern erwarten dürfen.

Sexroboter bieten keine Reibungspunkte – aber sie haben auch nie Kopfschmerzen

Während Moralapostel sich schaudernd abwenden, sagt Forscherin Phan: „Wir blenden häufig aus, dass es Menschen gibt, die nicht die Möglichkeit haben, ihren sexuellen Bedürfnissen nachzugehen.“ Und ihr Forschungskollege Krause sagt: „Der Sexroboter wird nie einen menschlichen Partner vollständig ersetzen können – nicht mal im Bett.“ Er findet: „Was eine Beziehung ausmacht, sind Reibungspunkte und überraschende Reaktionen – alles andere könnte sehr schnell langweilig werden.“ Aber: Die Geräte haben nie Kopfschmerzen, schnarchen nicht und stellen sich dank künstlicher Intelligenz auf Wunsch auf alle Bedürfnisse des Sexpartners ein. Ob die Liebe stirbt? Gegenüber der HAZ sagte Phan dazu: „Es ist viel zu früh, um sich ein Urteil zu erlauben“, und warnt vor einer Tabuisierung. „Wir brauchen eine sachliche Debatte und mehr Forschung, bevor wir die Sexroboter bewerten.“

„Wo wir hinkommen, polarisiert das Thema“: Sexroboter-Spezialisten Florian Krause und Iris Phan am Institut für Arbeitswissenschaft der Leibniz-Universität Hannover. Quelle: Michael Wallmüller

Vortrag am Mittwoch im Kreativzentrum Hafven

Am Mittwoch, 12. Juni, halten beide einen Vortrag „Sexroboter – ethische und rechtliche Aspekte“ im Kreativzentrum Hafven in der Nordstädter Kopernikusstraße 14. Der Abend, der vom Blockchain-Kompetenzzentrum organisiert wird, beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Lesen dazu den großen HAZ-Text über Sexroboter:

Forscherin Iris Phan: „Das Thema polarisiert, wo wir hinkommen, gibt es eine riesige Aufmerksamkeit“ 

Von Conrad von Meding

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