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Hannover Wahlbeteiligung geht zurück
Nachrichten Hannover Wahlbeteiligung geht zurück
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09:36 15.03.2018
Stadtsuperintendent Hans Martin Heinemann mit Landessuperintendentin Petra Bahr (Mitte) und den gewählten Kirchenvorsteherinnen Renate Niedenthal (2. v. links), Martina Niederlag (2. v. rechts) und Kristin Reymann (rechts.  Quelle: Mathias Klein
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Hannover

 Die Wahlbeteiligung bei den Kirchenvorstandwahlen ist nicht so stark gesunken, wie zuvor befürchtet. Sie sank im Bereich des Stadtkirchenverbandes Hannover im Vergleich zur vorherigen Wahl vor sechs Jahren um 2 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent. Zum Vergleich: In der Landeskirche lag die Wahlbeteiligung bei 15,3 Prozent. Am Sonntag hatten sich 18.241 in Hannover, Garbsen und Seelze an den Wahlen beteiligt. Wahlberechtigt waren in den drei Kommen 169.530 Frauen und Männer. 

Bei der Wahlbeteiligung gebe es eine große Spreizung, berichtete Landessuperintendentin Petra Bahr. Während es im ländlichen Bereich Kirchengemeinden mit einer Beteiligung von mehr als 40 Prozent gebe, hätten sich in manchen städtischen Gemeinden zehn Prozent oder noch weniger Kirchenmitglieder an der Wahl beteiligt. Bahr machte den demografischen Wandel für die schwächelnde Beteiligung verantwortlich. Bei älteren Menschen sinke das Interesse, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. 

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Die Wahlbeteiligung hänge sehr davon ab, wie die jeweilige Kirchengemeinde mit der Wahl umgingen, meinte Stadtsuperintenden Hans-Martin Heinemann. Manche hätten gar nichts gemacht, andere hätten aus der Wahl ein Fest gemacht, berichtete er. 

Wie auch bei politischen Wahlen stieg die Zahl der Briefwähler stark an. In drei hannoverschen Kirchengemeinden (Timotheuskirchengemeinde, Marktkirchengemeinde und Lister Johannes- und Matthäusgemeinde) stieg die Wahlbeteiligung deshalb deutlich, weil sie nur als Briefwahl ausgerichtet worden war. 

Bahr hob die zahlreichen jungen Frauen und Männer hervor, die bei der Wahl angetreten waren. „Es gehört Mut dazu, künftig viel Zeit mit Menschen zu verbringen, die so alt sind, wie die Eltern“, meinte Bahr. Insgesamt seien dadurch die Kirchenvorstände im Bereich des Sprengels Hannover jünger geworden, das Durchschnittsalter liege jetzt unter 50 Jahre. 

In der Gnadenkirchengemeinde in Hannover-Mittelfeld fand am Sonntag keine Wahl statt. Dort hatten sich, wie schon bei der Wahl vor sechs Jahren, nicht genügend Kandidaten gefunden, berichtete Heinemann. Die Gemeinde wird nun vom Vorstand des Stadtkirchenverbands mitverwaltet. 

Von Mathias Klein

15.03.2018
12.03.2018