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Hannover Beschäftigte an Schulen fordern mehr Geld
Nachrichten Hannover Beschäftigte an Schulen fordern mehr Geld
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16:21 11.02.2019
Beim Warnstreik ziehen Montag rund 400 Beschäftigte von Schulen durch Hannovers City. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Mit Rasseln und Trillerpfeifen fordern rund 400 Mitarbeiter von niedersächsischen Schulen Montag Mittag in der City eine bessere Bezahlung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat landesweit zum Warnstreik aufgerufen, weil die zweite Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag der Länder ohne Ergebnis geblieben ist. „Die Bundesländer müssen jetzt dringend einsehen, dass die guten Leistungen ihrer Beschäftigten echte Wertschätzung in Euro und Cent erfordern. Ansonsten wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen“, warnt die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth am Kröpcke.

Es geht also ums Geld, eine relativ gleichmäßige Tariferhöhung für alle Landesbeschäftigten. Mitarbeiter im Schuldienst schildern bei der zentralen Kundgebung am Kröpcke jedoch ihre speziellen Nöte. „Kollegen müssen Zweitjobs annehmen, weil das Gehalt nicht reicht, und das auch nach der Berufstätigkeit“, berichtet Margret Windhorst, die als Logopädin an einer Förderschule arbeitet. Das Problem: Pädagogische und therapeutische Fachkräfte bekommen an Schulen meist nur Teilzeitverträge. „Diese Zwangsteilzeit muss aufhören, dann bewerben sich auch wieder Kollegen“, sagt Meike Grams von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Garbsen. Die Schulsozialarbeiterin fordert auch eine Angleichung des Lohns an das höhere Gehalt, das die Kommunen ihren Schulsozialarbeitern zahlen.

Gleiche Arbeit, weniger Geld

Michael Kühn schildert, er leiste als Quereinsteiger die gleiche Arbeit wie ein ausgebildeter Lehrer, allerdings für deutlich weniger Geld. Susan Bartels arbeitet als angestellte Lehrerin an der Grundschule Ahlem, weil sie erst spät ihre Ausbildung beendete. „Ich habe die gleiche Qualifikation wie Lehrer mit Beamtenstatus, werde aber schlechter bezahlt.“ Die Lehrerin berichtet, die Anforderungen gerade an Grundschulen seien laufend gestiegen, auch wegen der Inklusion. „Wir brauchen zusätzliche Stunden für die zusätzliche Arbeit!“ Für Grundschulen ließen sich wegen dieser Bedingungen immer schwerer Lehrer finden.

Die Gewerkschaften fordern für 1,1 Millionen Beschäftigte der Länder eine Lohnerhöhung im Gesamtvolumen von sechs Prozent, mindestens aber um 200 Euro in allen Entgeltgruppen und Entgeltstufen. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. In Niedersachsen sind 20.000 Tarifbeschäftigte in Schulen angestellt (Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Pädagogische und Therapeutische Fachkräfte und Schulassistenten).

Mitarbeiter aus rund 20 Schulen in der Region streiken

Landesweit sollen 500 bis 600 Schulmitarbeiter gestreikt haben. In der Region Hannover waren die Grundschulen Ahlem, Beuthener Straße, Mühlenberg, Gartenheimstraße, Marienwerder, Wilhelm-Busch-Schule, Egestorfschule, Albert-Schweitzer-Schule, Realschule Berenbostel, Realschule Wunstorf, IGS Garbsen, IGS Stöcken, die Kooperative Gesamtschulen Pattensen und Laatzen, die Berufsbildenden Schulen 7, 11 und Burgdorf sowie die Förderschule Auf der Bult und die Ilmasi-Schule Berenbostel betroffen.

Von Bärbel Hilbig

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