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Hannover Versuchte Kindesentführung in Linden? Polizei sucht 50-jährigen Mann
Nachrichten Hannover Versuchte Kindesentführung in Linden? Polizei sucht 50-jährigen Mann
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17:19 14.02.2019
Ein Unbekannter soll im Stadtteil Linden-Nord versucht haben, einer Mutter das Kind zu entreißen. Quelle: Uwe Dillenberg/privat/Montage
Hannover

Rätselraten um eine versuchte Kindesentführung in Linden-Nord: Nachdem am Mittwoch auf Facebook eine Warnung aufgetaucht war, dass ein Unbekannter versucht haben soll, einer Mutter den Kinderwagen samt Dreijährigem zu entreißen, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Im Internet verursacht der Post eine riesige Resonanz, am Donnerstagvormittag bestätigten die Ermittler einen Verdachtsfall. Während sich wenige Stunden später zunächst andeutete, das Ganze könnte eine Falschmeldung im Internet sein, drehte sich die Lage am Nachmittag erneut: Nun sucht die Polizei nach einem etwa 50-jährigen Mann.

Mehr dazu: Was wir wissen und was wir nicht wissen

Die Warnung, die nach HAZ-Informationen unter anderem in einem Fenster an der Nedderfeldstraße gehangen haben soll, verbreitete sich am Mittwochabend rasend schnell auf Facebook und bei Whatsapp. Demnach hatte am 7. Februar ein Mann versucht, einer Frau ihren kleinen Sohn zu entreißen. „Wir nehmen das Ganze sehr ernst“, sagte Nowak am Donnerstagvormittag. „Wer etwas beobachtet hat, sollte sich schnellstmöglich bei der Polizei melden.“ Im Rahmen ihrer Ermittlungen befragten die Beamten am Donnerstagmittag auch die 24-jährige Betroffene.

Update Nr. 2: Wir ermitteln in einem weiteren Fall - 66-Jähriger unter Tatverdacht. Mehr dazu ➡...

Gepostet von Polizei Hannover am Donnerstag, 14. Februar 2019

Um 15 Uhr verkündete die Polizei schließlich das Ergebnis: „Ein bislang unbekannter Mann hat am vergangenen Donnerstag versucht, an der Bennostraße den Kinderwagen an sich zu nehmen“, sagt Behördensprecher Nowak. Die Polizei ermittle nun wegen versuchter Entziehung Minderjähriger. Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 15.30 Uhr, als die junge Mutter mit ihrem dreijährigen Sohn und Schwiegermutter (62) in Höhe der Wilhelm-Bluhm-Straße war. Der Unbekannte mit kräftiger Statur drängte die 62-Jährige zur Seite „und versuchte, den Kinderwagen an sich zu nehmen“, sagt Nowak. Nur weil die beiden Frauen die Karre festhielten, hatte der Mann keinen Erfolg. Als ein älterer, silberner VW neben ihnen hielt, sei der Unbekannte eingestiegen und Richtung Stärkestraße davongefahren. Der Täter ist 1,70 bis 1,80 Meter groß, hatte helle Augen und zottelige, graue Haare. Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon (0511) 109 39 20.

Kitas bestreiten Zwischenfall

Über das Motiv der versuchten Entführung gibt es bislang keine Informationen. Darüber hinaus bestreitet sowohl die nahegelegene Awo-Kita als auch der benachbarte Kindergarten Benno Linden an der Herbartstraße auf Anfrage die versuchte Entführung. Nach HAZ-Informationen besucht das betroffene Kind die Awo-Kita. Seine Mutter soll sogar direkt am folgenden Morgen in der Einrichtung berichtet haben, dass ein möglicherweise Verwirrter ihre Kinderkarre etwas ruppig angefasst habe – von Kidnapping sei jedoch nicht die Rede gewesen. Mehrere Eltern hatten sich am Donnerstag beschwert, dass sie nicht frühzeitig von der Leitung informiert wurden.

Mit diesem Aushang wird vor dem Unbekannten in Linden-Nord gewarnt. Quelle: Privat

In der Warnung, die auf Facebook und Whatsapp kursiert, wird die Awo-Kita an der Herbartstraße sogar explizit genannt. Allerdings soll der Unbekannte demnach zweimal versucht haben, Kinder zu entführen. Die Schilderung des geschilderten Übergriffs ähnelt stark dem jetzt offiziell bestätigten. Auf Whatsapp macht inzwischen sogar das Gerücht die Runde, der Täter habe es schon viermal versucht. „Es gibt nur einen Fall“, teilt Polizei auf Nachfrage mit. Über Facebook und Twitter versuchten die Ermittler daher ihrerseits, die Aufregung in den sozialen Netzwerken zu beruhigen. Der Urheber der Warnung ist nicht bekannt. Ebenfalls unklar ist, warum das Schreiben erst eine Woche später aufgehängt wurde.

Sofort bei der Polizei melden

Die Polizei hat umgehend nach Bekanntwerden der Warnung ihre Streifenwagenbesatzungen sensibilisiert. Sie sollen im Gebiet vermehrt Ausschau nach dem möglichen Täter halten.Gleichzeitig mahnen die Ermittler aber angesichts des viral gegangenen Internet-Posts zur Besonnenheit: „Streut keine Gerüchte in den sozialen Netzwerken, sondern meldet euch bei Beobachtungen bei einer Polizeidienststelle oder wählt im Notfall 110“, schreibt die Polizei sowohl auf Facebook als auch auf Twitter.

Von Peer Hellerling

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