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Hannover Hannoveraner warten sechs Wochen auf nächsten Termin im Bürgeramt
Nachrichten Hannover Hannoveraner warten sechs Wochen auf nächsten Termin im Bürgeramt
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08:01 05.09.2019
Insbesondere im Bürgeramt Podbi Park müssen Hannoveraner derzeit lange auf einen Termin warten. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Hannover

Die Wartezeit auf einen Termin in Hannovers Bürgerämtern beträgt derzeit mehrere Wochen. Insbesondere im hoch frequentierten Amt im Podbi Park müssen sich die Hannoveraner auf eine Frist von sechs Wochen einstellen, bis sie vorsprechen dürfen. Die Stadtverwaltung begründet die lange Wartezeit damit, dass in den vergangenen Wochen und Monaten viele freie Stellen zunächst nicht besetzt werden konnten. Inzwischen sei das aber gelungen, „auch weil sich erstmals Personen ohne Verwaltungsausbildung bewerben konnten“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Zur Zeit befänden sich rund 15 Mitarbeiter in der Einarbeitungsphase. Dadurch sei der Effekt der Neueinstellungen nicht sofort spürbar.

Terminstau beträgt sechs Wochen

Der Terminstau ist noch immer lang, wie eine Stichprobe der HAZ ergibt. Um einen Personalausweis im Bürgeramt am Aegi zu beantragen, müssen sich die Hannoveraner bis zum 24. September gedulden. Im Podbi Park beträgt die Wartezeit rund sechs Wochen – bis zum 11. Oktober. Im Bürgeramt Herrenhausen ist der nächste Termin erst am 1. Oktober frei.

Eine HAZ-Leserin berichtet, dass sie für ihre zwölfjährige Tochter Ausweisdokumente im Podbi Park beantragen wollte, weil das Kind in den Herbstferien zum Sprachurlaub nach England fahren will. „Aber die frühesten zu vergebenden Termine liegen nach dem Abflug“, sagt die Mutter. Immerhin hätten ihr die Mitarbeiter im Podbi Park versichert, dass sie morgens spontan vorbeikommen und auf eine Lücke warten könne. „Das bedeutet aber, dass meine Tochter an diesem Tag auf unbestimmte Zeit von der Schule fernbleiben müsste“, berichtet die HAZ-Leserin.

Stadt: Mehr Kunden als in vergangenen Jahren

Die Stadt betont, dass in Notlagen und bei dringlichen Anliegen direkt und ohne Termin weitergeholfen werden könne. Zugleich räumt Stadtsprecher Möller ein, dass die spontane Vorsprache nicht immer wie gewünscht in kurzer Zeit erfolgreich sei. Erschwerend komme hinzu, dass der Kundenzulauf in den Bürgerämtern im Vergleich zu vergangenen Jahren gestiegen sei, „zum Beispiel wegen des kommenden Zwangsumtauschs der Führerscheine.“ Alte Führerschein, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, müssen laut einer EU-Richtlinie bis spätestens 2033 umgetauscht werden. „Hierfür werden Sonderaktionen geplant“, kündigt Möller an.

Probleme bereiten den Bürgerämtern auch Doppel-Buchungen: Kunden reservieren sich gleich zwei Termine, weil sie möglicherweise einen bereits vergessen haben. „Wir arbeiten an einer technischen Lösung zur Terminerinnerung und -stornierung“, sagt Möller.Verstärkt wolle man Kunden auch darum bitten, Termine, die nicht wahrgenommen werden, abzusagen. „Auch das setzt Kapazitäten frei“, sagt der Stadtsprecher.

Stadt schreibt Bürger an, deren Ausweise ablaufen

Zudem will die Stadt die zahllosen Anträge von neuen Ausweisdokumenten besser steuern. Pro Monat schreibt sie rund 4000 Bürger an, deren Ausweise abgelaufen sind oder demnächst ungültig werden. Dadurch soll die Zahl der spontanen Amtsbesuche reduziert werden. „Die Kunden werden nicht mehr vom Ablauf ihrer Dokumente überrascht“, sagt Möller.

Die Stadt plant, Studenten von außerhalb die Anmeldung ihres Wohnsitzes zum Wintersemester zu erleichtern. An einem bestimmten Tag soll rund 500 Personen die Möglichkeit geboten werden, sich anzumelden – ohne dass die Terminvorläufe in den Bürgerämtern beeinträchtigt werden.

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