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Hannover „Lüttje Lage“: Der Sieggarant
Nachrichten Hannover „Lüttje Lage“: Der Sieggarant
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00:15 14.05.2019
Felix Harbart Quelle: HAZ

Man kann einem Kind allerlei versprechen, wenn man das erste Mal mit ihm ins Fußballstadion geht. Ein tolles Spiel. Phantastische Stimmung. Oder wenigstens eine über jeden Zweifel erhabene Bratwurst. Angesichts der Gesamtlage beim hiesigen Bundesligisten war ich jedoch gezwungen, dem Vierjährigen etwas anderes zu versprechen, als wir uns im Februar zum seinem allerersten Spiel aufmachten. Ich musste sagen: „Höchstwahrscheinlich werden sie verlieren.“

Ich sagte das weder aus Boshaftigkeit, noch aus Fatalismus. Ich sagte es, weil ich nicht wollte, dass der Schmerz über eine unerwartete Pleite seine noch sehr junge Begeisterung für das Spiel trüben könnte. Das übernehmen Pay-TV, Fifa-Kapriolen und Ablösesummen in dreistelliger Millionenhöhe noch früh genug.

Mit auf diese Weise imprägnierter Fußballseele erklomm er also die Tribüne, in Erwartung einer sicheren Niederlage – um dann überrascht zu werden: Auch, weil es gegen den Tabellennachbarn ging und auch, weil dieser kurz nach Spielbeginn schon eine rote Karte zu verzeichnen hatte, endete die Stadionpremiere des Sohnes mit einem 2:0 von 96 gegen den 1. FC Nürnberg, den er mit einem in der Halbzeit frisch erstandenen Schal in beiden Händen kraftvoll feierte. Ach, wie schön kann schmuckloser Fußball sein.

In den Folgewochen aber geschah das, was ihm sein weiser Vater gebetsmühlenartig prophezeite: 96 verlor. Jede Woche. Der Vierjährige quittierte die Meldung, die uns meist per Radio erreichte, Wochenende für Wochenende mit Gleichmut. Schließlich hatte er nichts anderes erwartet.

Und doch gingen wir vor zwei Wochen wieder ins Stadion. Es regnete, der Gegner hieß Mainz, und nach 90 Minuten Mittelmaß im Nieselregen hatte 96 wieder gewonnen. 1:0, durch Slapstick-Tor. Nach dem Abpfiff lehnte der Vierjährige sich locker zurück und sagte: „Ich muss nur jede Woche kommen, dann gewinnen sie.“

Ich habe erwogen, ins Beraterfach zu wechseln und dem Verein ein marktgerechtes Angebot zu entlocken. Eine Sieggarantie auf der Tribüne, das wäre schließlich nicht zu verachten im Abstiegskampf, der putzigerweise immer noch nicht endgültig verloren ist. Da müsste doch was rauszuholen sein, und mit einer Gratis-Brezel würden wir uns nicht abspeisen lassen. Wir wissen um unseren Marktwert.

Doch dann fiel mir ein, dass 96 diese Verpflichtung nie und nimmer würde stemmen können. Sie werden es gegen Freiburg allein schaffen müssen. Denn der Vierjährige ist seit dieser Woche ein Fünfjähriger. Und am Sonnabend feiern wir Kindergeburtstag.

Von Felix Harbart

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