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Hannover Was eifrige Schenker beachten müssen
Nachrichten Hannover Was eifrige Schenker beachten müssen
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12:09 21.12.2018
Ein Dankeschön an die Dienstleister: Pralinen werden in der Weihnachtszeit gern verteilt. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Paketboten hasten von Haus zu Haus, die Wartezimmer beim Hausarzt sind voll und der Verkäufer im Buchladen im Dauerstress. Viele Bürger bedanken sich besonders in der Weihnachtszeit gern bei den Dienstleistern, mit denen sie oder ihre Familie tagtäglich zu tun haben – gern auch mit Trinkgeld oder Geschenken. Doch dürfen eifrige Schenker eigentlich jedem etwas geben?

Post- und Paketboten freuen sich in der Weihnachtszeit über Geld- und Sachgeschenke. Erlaubt ist nach Angaben der deutschen Post alles bis zu einem Wert von 25 Euro. Darüber hinaus greifen steuerrechtliche Regelungen, erklärt Sprecher Jens-Uwe Hogardt, darum hat sich das Unternehmen auf diesen Betrag geeinigt. „Üblicherweise bekommen unsere Mitarbeiter allerdings Geschenke, die nicht diese Summe erreichen“, sagt er. Kaffee, Schokoladenweihnachtsmänner oder zwei Euro Trinkgeld seien die gewöhnlichen Präsente.

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Auch ein Geschenkkorb für die Arzthelferin oder den Bäcker nebenan ist kein Problem, solange der Beschenkte von seinem Vorgesetzten keine anderweitigen Anweisungen bekommen hat. Das wird in Läden, Praxen und Unternehmen eigenständig geregelt.

Anders ist es im öffentlichen Dienst. Lehrer und Beamte zum Beispiel unterliegen klaren Regeln. Angestellte dürfen hier nur kleine Geldbeträge für die Kaffeekasse und Sachgeschenke mit einem Maximalwert von zehn Euro annehmen. Damit soll eine eventuelle Bestechlichkeit vermieden werden.

Für Lehrer in Niedersachsen besteht sogar das Verbot, jegliche Belohnungen oder Geschenke in Bezug auf ihr Amt anzunehmen. Sonderfälle sind Präsente unter zehn Euro, die von der ganzen Klasse und nicht von einzelnen Schülern gemacht werden. Diese dürfen Lehrer annehmen. Auch zu besonderen Anlässen kann mit Zustimmung des Dienstherren oder Arbeitgebers eine Ausnahme gemacht werden, zum Beispiel bei Jubiläen. Für Weihnachten gilt das allerdings nicht.

Bei der hannoversche Stadtreinigung Aha ist die Regelung sogar noch strenger. Dort „gilt ein generelles Verbot der Annahme von Geschenken“, erklärt Sprecher Stefan Altmeyer und bezieht sich dabei auf das Beamtenstatusgesetz sowie den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Ein internes Rundschreiben werden die Mitarbeiter jährlich daran erinnert, dass sie keine Geschenke annehmen dürfen.

Von lin