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Hannover Westschnellweg: Schwanenburgbrücke wird abgerissen
Nachrichten Hannover Westschnellweg: Schwanenburgbrücke wird abgerissen
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17:15 13.05.2019
Die Schwanenburgbrücke, die den Westschnellweg über die Leine führt, ist sanierungsbedürftig. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Eine weiterer Teil von Hannovers Schnellwegsystem ist so marode, dass er abgerissen und ersetzt werden muss: Die Schwanenburgbrücke, die den Westschnellweg über die Leine führt, hat ihre Lebensdauer bald erreicht. „Wir arbeiten derzeit an einer Machbarkeitsstudie“, sagt Jens Hanel, Dezernatsleiter bei Landesstraßenbaubehörde. Frühestens 2022 könnte die Bauphase beginnen. Dabei soll nicht nur die 119 Meter lange Brücke, sondern der gesamte Schnellwegabschnitt von der Auffahrt in der Limmerstraße bis zum Bremer Damm in Angriff genommen werden. Hanel rechnet mit einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren, je nach Ablauf seien aber auch bis zu fünf Jahre möglich. Das wird zu erheblichen Engpässen führen: In diesem Bereich gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten für den Verkehr, schon jetzt ist der Abschnitt des Westschnellwegs oft überlastet.

Studie für den Abriss der Schwanenburgbrücke läuft

Abriss und Neubau der 1957 errichteten Brücke seien ein „vordringliches Projekt“, sagt der Dezernatsleiter. Die Machbarkeitsstudie soll bis Ende dieses Jahres fertig sein. Danach wird feststehen, wie die Bauphase am besten abgewickelt werden kann und ob zum Beispiel eine Behelfsbrücke gebaut wird. Im Laufe des Jahres 2020 will die Landesbehörde die Pläne konkretisieren und danach in die Bauvorbereitung gehen. „Wir werden auch die Anwohner frühzeitig beteiligen“, kündigt Hanel an. Am 19. Juni wird das Projekt erstmals im Bezirksrat Linden-Limmer ausführlicher vorgestellt.

Bauphase am Südschnellweg läuft parallel

Auch an anderer Stelle des Schnellwegs wird im gleichen Zeitraum gebaut: Ab Mitte 2022 beginnen am Südschnellweg bei Döhren die Arbeiten für das Behelfsbauwerk, das die marode Schnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße vorübergehend ersetzen soll. Wenn die Behelfsbrücke fertig ist, soll entweder ein Tunnel oder eine neue Brücke im Südschnellweg erstellt werden – bisher hat der für die Finanzierung zuständige Bund sich noch nicht festgelegt, was gebaut wird. Die heutige Südschnellwegbrücke ist nur noch bis Ende 2023 standsicher ist und wird dann abgerissen. Für den Neubau des Südschnellwegs bei Döhren ist ein Zeitraum von sechs Jahren vorgesehen.

Die beiden Brückenprojekte im Westen und im Süden würden aufeinander abgestimmt, versichert Hanel: „Unser erklärtes Ziel ist es, leistungsfähige Verkehrsströme auf den Schnellwegen sicherzustellen.“

Südschnellweg wird fast doppelt so breit

Auch die Brückenbauwerke des Südschnellwegs über die Leinemasch müssen erneuert werden. Was bisher kaum bekannt ist: Sie werden am Ende fast doppelt so breit wie der bisherige Schnellweg. „Das ist vergleichbar mit der Breite einer Autobahn“, kritisiert der Südstadter Reinhard Siekemeier. Wiesen und Hunderte Bäume im Landschaftsschutzgebiet der Leinemasch würden dem Ausbau zum Opfer fallen.

Schnellwegplaner Jens Hanel von der zuständigen Landesbehörde bestätigt, dass der Südschnellweg statt bisheriger 16 Meter künftig 25 bis 30 Meter breit sein wird. Die bisherige Straße genieße Bestandsschutz, wenn aber neu gebaut werde, müssten Standstreifen und mehr Sicherheitsraum in der Mitte eingeplant werden. Naturschutzverbände und Stadt seinen darüber aber schon lange informiert. „Ich bin entsetzt“, sagt der Südstädter Siekemeier: „Die gigantische Trasse würde brutalst eines der Top-Erholungsgebiete für die Hannoveraner durchschneiden.“

Von Juliane Kaune

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