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Hannover Schuss auf Weihnachtsmarkt war offenbar Bedienungsfehler
Nachrichten Hannover Schuss auf Weihnachtsmarkt war offenbar Bedienungsfehler
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00:16 20.12.2017
Polizeibeamte sichern mit Maschinenpistolen die Zugänge zum Weihnachtsmarkt – über die Bewaffnung gibt es jetzt Debatten. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 Die beiden Schüsse, die sich bei Weihnachtsmarkteinsätzen aus Maschinenpistolen der Polizei gelöst hatten, wurden nach HAZ-Informationen offenbar durch Bedienungsfehler der Beamten verursacht. Ein technischer Fehler an den Waffen soll nach erster Einschätzung als höchst unwahrscheinlich gelten. In der Landespolitik regen sich jetzt Forderungen nach Konsequenzen. Der Grünen-Innenpolitiker Belit Onay verlangt, bis zu einer endgültigen Klärung der Vorfälle dürften die Beamten die Waffen nicht tragen, sondern müssen sie in den Fahrzeugen lassen, neben denen sie postiert sind. Ebenso wie SPD-Politiker fordert er eine Unterrichtung des Innenausschusses. 

„Wir gehen von Handhabungsfehlern aus“

Der erste Schuss hatte sich am Montagnachmittag auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt gelöst, der zweite am Mittwoch nach dem Weihnachtsmarkteinsatz auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) an der Tannenbergallee. Wie die Polizei bestätigte, wurden die Schüsse jeweils beim Übergeben der Waffen abgefeuert – „unbeabsichtigte Schussabgabe“ heißt das bei der Polizei.

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„Wir gehen von Handhabungsfehlern aus“, bestätigt Thomas Adasch (CDU), Vorsitzender des Landtags-Innenausschusses, gegenüber der HAZ. Er beruft sich auf Informationen der Landespolizei. Die Zentrale Polizeidirektion, die für die Überprüfung zuständig ist, wollte das am Wochenende noch nicht bestätigen: Von diesem Montag an werden die Maschinenpistolen vom Typ MP 5 des Herstellers Heckler & Koch weiter von der ZPD untersucht. Die Ergebnisse für die Schussabgaben werde es im Verlauf der Woche geben, sagt ZPD-Sprecher Karsten Wolff

Sollte Polizei Waffen nicht am Körper tragen?

„Bis geklärt ist, ob es sich um technische Probleme oder Bedienungsfehler handelt, sollten die Beamten diese Waffen nicht am Körper tragen, sondern sie in ihren Fahrzeugen einlagern“, fordert der Grünen-Inenpolitiker, Belit Onay. Er fordert außerdem, dass die Vorfälle der vergangenen Woche im Innenausschuss aufgeklärt werden.  SPD-Innenpolitiker Ulrich Watermann nimmt die Beamten in Schutz. „Die Polizei musste die Maschinenpistolen viele Jahre nicht einsetzen. Erst die neue Art von Terroranschlägen macht dies nötig“, sagt er: „Der Umgang damit muss ersteinmal wieder erlernt werden.“ 

Um einen Schuss aus der MP 5 abgeben zu können, muss die Maschinenpistole durchgeladen und dann entsichert werden. Zudem muss der Abzug der MP 5 betätigt werden. 

MP 7 soll nicht angeschafft werden

Dass in naher Zukunft eine neue Generation von Maschinenpistolen wie die in Baden-Württemberg eingesetzte MP 7 angeschafft wird, ist nach Informationen aus der Landespolizei derzeit unwahrscheinlich – vor allem, wenn die irrtümlich abgegebenen Schüsse nichts mit technischen Problemen zu tun haben. 

Am Wochenende hat es unter HAZ-Lesern intensive Debatten darüber gegeben, dass mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte den hannoverschen Weihnachtsmarkt sichern und sich Schüsse lösen. „Ich dachte, die MPs müssen ungeladen vorgenommen werden, das Magazin erst im Ernstfall gesteckt werden. Um auch zu vermeiden, dass die Waffe entrissen wird!?“, fragt Facebook-Nutzer Andreas Mücke.  „Wenn die Polizisten mit ihren Maschinenpistolen da stehen, als würden sie gleich auf den Knopf drücken wollen, sorgt das für Unbehagen“, schreibt Eva Knüpfer, ergänzt aber: „Dennoch: Lieber einmal mehr Polizei mit Waffen, als einmal zu wenig.“

Von Manuel Behrens

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