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Hannover Fördert das Land Wohnungsbau nicht genug?
Nachrichten Hannover Fördert das Land Wohnungsbau nicht genug?
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11:27 15.01.2020
„Teure Standards treiben die Mietkosten“: Stephan Weil (von rechts) hört sich beim Jahresempfang des Verbands der Wohnungswirtschaft die Kritik von Verbandschefin Susanne Schmitt an. Neben ihr Prüfungsdirektor Gerhard Viemen. Quelle: Navid Bookani
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Hannover

Ungewöhnlich deutlich sind beim Jahresempfang der Wohnungswirtschaft die Konflikte zwischen der Wohnungsbranche und der Landesregierung zutage getreten. Susanne Schmitt, Direktorin beim Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen-Bremen (vdw), kritisierte vor gut 260 Gästen an die Adresse von Ministerpräsident Stephan Weil, dass das zur Verfügung gestellte Geld nicht reichen werde und es „Nachjustierbedarf“ wegen der Vielzahl bürokratischer Auflagen im Wohnungsbau gebe. Weil konterte direkt: „Die Wohnungswirtschaft hat hohe Anforderungen an uns gestellt, denen sind wir nachgekommen. Wir haben das Gefühl: Jetzt müsste es losgehen.“ 2020 müsse zum „Jahr des sozialen Wohnungsbaus“ werden.

Wohnbauförderprogramm kommt nicht gut an

Während das Wohnbauförderprogramm etwa der Stadt Hannover so gut nachgefragt wird, dass es bereits aufgestockt werden musste, kommt das entsprechende Programm des Landes in der Wohnungswirtschaft nicht gut an. Vdw-Direktorin Schmitt kritisierte die Wohnungsbaupolitik des Landes: „Teure Standards treiben die Baukosten, und das wirkt sich direkt auf die Mietkosten aus.“

Sozialer Wohnungsbau ist wichtig

Beide Seiten beteuerten aber ihr Ziel, möglichst schnell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Weil räumte ein, dass die Wohnungswirtschaft in einer „Sandwichposition“ sei, weil zugleich auch die Anforderungen des Klimaschutzes die Kosten trieben. Sozialer Wohnungsbau aber sei wichtig, damit es nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft kommt.

Kommt Lösung beim Mieterstrom?

Gemeinsam will man sich jetzt für ein Projekt stark machen, das der CO2-Reduktion und der Mieterstärkung zugleich dient: die Produktion von Mieterstrom voranbringen. Rechtlich ist es bereits möglich, dass Wohnungsunternehmen Solaranlagen installieren, die von den Mietern direkt genutzt werden – allerdings müssen sie dann Gewerbesteuer für die Erträge zahlen, was solche Projekte unwirtschaftlich macht. Schmitt erbat vor den gut 260 Gästen des Empfangs Unterstützung für eine Gesetzesänderung. Und Weil sagte zu, sich dafür stark zu machen. „Ur-Anliegen der Energiewende ist dezentrale und regionale Produktion“, sagte Weil. Gemeinsam mit anderen Ministerpräsidenten wolle er sich für eine Steuerrechtsänderung einsetzen.

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