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Hannover Zoo Hannover: Zu Fuß durch den ausgetrockneten Sambesi
Nachrichten Hannover Zoo Hannover: Zu Fuß durch den ausgetrockneten Sambesi
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18:15 22.02.2019
Laufen, wo sonst Boote fahren: Der Zoo bietet erstmals Führungen durch das trockene Sambesi-Flussbett an. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

„Das ist mal eine ganz andere Perspektive.“ Wo Frank Weiterer an diesem Sonntag durch Schlamm über Holzplanken geht und Flamingos, Nashörner und Zebras beobachtet, werden sonst Boote an einem Seil durchs Wasser gezogen. Jedes Jahr lässt der Zoo Hannover einmal im Winter den Sambesi ab, reinigt das Maschseewasser, bessert Schadstellen an der Spritzbetonwand aus und sammelt den Müll ein, der von Brücken in den Fluss geworfen wird. Rund zwei Wochen dauern die Aufräumarbeiten, rund 100.000 Euro kosteten sie, sagt Scout Jessica Darges (24). Erstmals gibt es jetzt Führungen für Besucher durch das ausgetrocknete künstliche Flussbett.

Dreizehn Minuten dauert die Tour mit einem der 18 Boote, zu Fuß und mit Erläuterungen brauchen die Besucher etwa eine halbe Stunde. Zooführerin Jessica Darges, die sonst Bauingenieurwesen studiert, erklärt, dass Kuhreiher die Sonne genauso mögen wie Menschen, dass ein bisschen Streit unter Tieren normal sei und dass die Zebras in dem Gehege die Chefs seien und nicht die Antilopen. Die 122 Flamingos seien die „lauteste Truppe“, sagt Jessica. Der Anführer, ein Kuba-Flamingo, heißt Fidel und ist besonders rosa, weil er das Futter mit dem meisten Karotin ergattert.

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Sambesi-Führungen vorbei an Flamingos, Zebras und Giraffen

Noah-Elvis (9) aus Seelze ist von den Flamingos besonders angetan und findet auch gleich zwei Federn, die er mit nach Hause nehmen kann. Seine Mutter Juliane Kostros (41) hat die Sambesi-Tour gebucht, weil ihr Sohn nicht nur an Tieren, sondern auch technisch interessiert sei.

Weiter geht es an den Marabus vorbei zu den Addax-Antilopen und den Somali-Wildesel im Wüstengehege. Die Giraffe Jamila guckt neugierig auf die Menschengruppe, die da durch das Flussbett stapft. „Anfangs reagieren die Tiere interessiert, wenn sie etwas Neues sehen, was sie noch nicht kennen“, sagt Jessica, „aber schon in ein paar Stunden haben sie sich daran gewöhnt.“

Auch am Wochenende gibt es wieder Führungen

Bis Mitte März sollen die 400.000 Liter Maschseewasser aufbereitet sein und der Sambesi - pünktlich zur Freiluft-Saison wieder so fließen wie gewohnt. Und Frank Weiterers Sohn Simon (9) kann sich dann, wenn er wieder im Boot sitzt, an den Sonntag im Februar erinnern, als er der Giraffe ganz nahe gekommen ist. „Das war toll.“

An diesem Wochenende gibt es wieder Führungen durch den ausgetrockneten Sambesi, am Sonnabend (23. Februar) und Sonntag (24. Februar) jeweils von 10 Uhr bis 15.20 Uhr. Wer mitgehen will, sollte festes Schuhwerk tragen. Die Tour kostet fünf Euro extra, Voranmeldungen sind nötig. Das Eintrittsgeld kommt Artenschutzprojekten zugute. Die Teilnahme an der Tour berechtigt nicht zum kostenlosen Eintritt in den Zoo. Man muss entweder eine Jahreskarte besitzen oder zusätzlich den regulären Eintrittspreis (15,50 Euro für einen Erwachsenen ab 25 Jahren in der Wintersaison, 11,50 Euro für ein Kind zwischen 6 und 16 Jahren) zahlen.

Von Saskia Döhner