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Nachrichten Hannover Was macht eigentlich Klaus-Michael Machens?
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00:17 06.05.2018
Klaus-Michael Machens in seinem Haus in Hildesheim. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover/Hildesheim

 Klaus-Michael Machens macht einen zufriedenen Eindruck. Der ­72-Jährige lehnt sich in seinem Haus in Hildesheim im Ledersofa zurück und erzählt. Zum Beispiel davon, wie er den Zoo Hannover mit maroden Gebäuden zum Erlebniszoo mit Themenwelten wie Sambesi oder Yukon umgestaltet hat. Und dass es bei der Gestaltung auf Details ankomme. Und mit welchem Blick er heute durch den Zoo geht.

Von 1994 an stand Machens 17 Jahre an der Spitze des Zoos, bis er im März 2011 vom Aufsichtsrat „aus wichtigem Grund“, wie es damals offiziell hieß, fristlos gekündigt wurde. Dahinter steckte der Abschluss einer Arbeitsrechtsschutzversicherung für Machens, die der Zoo bezahlt hatte. Die Versicherung, so hieß es aus dem Aufsichtsrat, habe er nur abgeschlossen, um gegen eine Kündigung als Zoogeschäftsführer gewappnet zu sein.

Überraschender Rauswurf

Ein Rauswurf, mit dem in Hannover niemand gerechnet hatte. Zoodirektor Machens war in Hannover außerordentlich populär, die Kündigung des Mannes, der den Erlebniszoo aufgebaut hatte, löste eine Welle von Protest-Leserbriefen in der HAZ aus. Und noch immer ist Machens in Hannover bekannt und beliebt. Das merkt er zum Beispiel, wenn er zu einem seiner regelmäßigen Zoo-Besuche kommt. „Ich werde von anderen Besuchern begrüßt und angesprochen“, berichtet er. Und das freue ihn. Als früherer Geschäftsführer, der den Erlebniszoo maßgeblich entwickelt habe, gehe er natürlich mit einem besonderen Blick über das Gelände, gesteht Machens. „Ich freue mich über alles, was geblieben ist und was verbessert wurde. Und manchmal frage ich mich, warum etwas verändert wurde.“

Keine Einmischung

Aber er wolle sich auf keinen Fall in die Arbeit des derzeitigen Geschäftsführers Andreas M. Casdorff einmischen. „Ein neuer Geschäftsführer muss sein eigenes Konzept machen“, sagt Machens. Er könnte sich aber gut vorstellen, mit Tipps zu helfen. „Wenn mich jemand fragen würde, wäre mir der Zoo nicht gleichgültig“, erläutert der Hildesheimer. Natürlich wünsche er sich auch weiterhin eine positive Entwicklung des Zoos.

Als er damals den Zoo übernahm, sei ziemlich schnell klar gewesen: „Die Gebäude waren flächendeckend abrisswürdig, und es sind zu wenig Besucher gekommen.“ Vorbild für den neuen Zoo seien die Freizeitparks gewesen, die hohe Eintrittspreise nehmen und dennoch die Gäste in Massen anlocken. „So entstand die Idee, im Zoo auf Attraktivität zu setzen.“

Nach seiner Kündigung ging Machens erst einmal zum Arbeitsamt, weil er kein Gehalt mehr bekam. „Das ist eine interessante Erfahrung, auf die ich gar nicht gefasst war“, berichtet er. Nach zwei Monaten hat er dann sein Arbeitslosengeld in sogenanntes Gründungsgeld umgewandelt und ein Beratungsunternehmen aufgebaut. KMM, sein Initialen. KMM habe etwa den Karlsruher Zoo und das Harzresort Torfhaus bei der Besucherorientierung beraten. „Das ist mein Hobby, mich in Besucher hineinzuversetzen“, sagt Machens. Er stellt sich dann vor, wie im Harzresort eine nach langer Autofahrt gerade angekommene Familie mit zwei weinenden Kindern in Empfang genommen werden muss, damit sich die Besucher wohlfühlen. „In Freizeiteinrichtungen das Besucherbedürfnis zu planen ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagt der frühere Zoodirektor.

Kein Groll gegen Jagau

Er kennt sich mit Freizeiteinrichtungen aus wie kaum ein anderer. Schon seit dem Jahr 2002 ist Machens ehrenamtlicher Präsident des Verbandes Deutscher Freizeitparks, wo neben dem Zoo Hannover auch andere Freizeiteinrichtungen wie der Heide Park in Soltau, der Europa-Park Rust – der größte in Deutschland – und die Badelandschaft Tropical Island in Brandenburg Mitglieder sind. „Da bin ich natürlich viel unterwegs“, berichtet er gut gelaunt. Und er sieht viel. Zum Beispiel die Details, auf die es ganz besonders ankomme, wie etwa im Zoo die Original-Bierschilder mit der Yukon-Biermarke Yukon-Gold. „Die Leute nehmen das nicht immer im Detail wahr“, sagt Machens. „Aber sie haben ein Gefühl dafür, ob etwas stimmig ist oder nicht.“

Mit seinem plötzlichen Rauswurf vor sieben Jahren hat Machens innerlich weitgehend abgeschlossen, wie er sagt. Und gegen Regionspräsident Hauke Jagau, der Aufsichtsratschef des Zoos ist, hege er keinen Groll, beteuert er. Jagau hatte Machens vor drei Jahren zur 150-Jahr-Feier des Zoos eingeladen und ihn freundlich begrüßt. Mehr geredet haben die beiden nicht. „Aber ich pflege keine Feindschaften nach hinten“, betont Machens.

Von Mathias Klein

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