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Hannover Bahn-Baustelle zwischen Göttingen und Hannover: Das erwartet Reisende ab dem Sommer
Nachrichten Hannover Bahn-Baustelle zwischen Göttingen und Hannover: Das erwartet Reisende ab dem Sommer
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00:23 24.02.2019
Die Erneuerung der Königstraßenbrücke vor dem Hauptbahnhof läuft bereits seit dem vergangenen Jahr. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Bahnreisende müssen sich im Raum Hannover auf zwei große Bauprojekte samt einhergehender Beeinträchtigungen einstellen – ein neues und ein bereits laufendes. Zum einen lässt die Bahn vom Sommer an die Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Göttingen runderneuern; zum anderen setzt sie die Sanierung der Brücke über der Königstraße direkt vor der östlichen Einfahrt in den Hauptbahnhof fort.

ICE-Strecke wird von Juni an gesperrt

Die ICE-Strecke zwischen Hannover und Würzburg gehört zu denjenigen im Netz der Bahn, die nach 30 Jahren eine Generalüberholung benötigen. Erster Bauabschnitt ist die knapp 90 Kilometer lange Trasse zwischen der Landeshauptstadt und Göttingen. Dort werden die Bautrupps vom 11. Juni bis zum 14. Dezember Gleise, Weichen, Schwellen, das Schotterbett und Oberleitungen erneuern. Ferner müssen Tunnels und Talbrücken saniert werden. Außerdem will die Bahn bei dieser Gelegenheit auch technische Anlagen modernisieren.

Umleitung verlängert die Fahrzeiten

Für diese Arbeiten wird die wichtige Nord-Süd-Verbindung in diesem Abschnitt komplett gesperrt. Alle Züge zwischen Hannover und Göttingen nutzen dann die Leinetalstrecke über Alfeld, Kreiensen und Northeim, auf der sonst nur Regionalzüge verkehren. Um die Strecke für die zusätzliche Belastung durch die Fernzüge fit zu machen, ist sie im vergangenen Jahr saniert worden. Für die Fahrgäste bedeutet der Umweg, dass die Züge 30 bis 45 Minuten länger unterwegs sind als auf der Route über die Schnellfahrstrecke. Die Bauarbeiten fallen unter anderem in die niedersächsischem Sommer- und Herbstferien.

Brücke Königstraße soll Ende des Jahres fertig sein

Zu spüren sein werden auch wieder die Arbeiten an der Königstraßenbrücke, über die sowohl Fern- als auch Regionalverkehrs- und S-Bahn-Züge müssen, wenn sie den Hauptbahnhof erreichen oder verlassen wollen. Vom 8. bis zum 15. April lässt die Bahn den ersten Teil des vormontierten Überbaus einschieben. Die notwendige Sperrung fällt damit zum großen Teil in die Osterferien. Der zweite Teil folgt dann vom 23. bis zum 29. Juli, wiederum verbunden mit einer Sperrpause. Ende des Jahres soll dann alles fertig sein, so dass der Thielenplatz geräumt werden kann und die Bahnunterführung Königstraße auch wieder für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger passierbar ist.

Als im vergangenen Herbst die Eisenbahnbrücke schon einmal nicht passierbar war, hatte die Bahn einen detaillierten Ersatzfahrplan ausgearbeitet, der leidlich funktionierte. Ähnliches ist für die beiden noch anstehenden Sperrungen geplant. Auch Details zu den Fahrplanänderungen auf der Schnellfahrstrecke will der Konzern rechtzeitig veröffentlichen.

Bahn investiert 10,7 Milliarden Euro

Das bundesweite Bauprogramm der Bahn für das laufende Jahr hat es in sich. Nach Angaben von Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla investiert der Schienenkonzern insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Für die Summe lässt er 1500 Kilometer Gleise, mehr als 300 Brücken und 650 Bahnhöfe sanieren. Die Anstrengungen sind nötig, weil das Netz über Jahre hinweg vernachlässigt wurde, was wiederum Auswirkungen auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Zugverkehrs hatte.

Bereits begonnen hat die Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin. Umfangreiche Sanierungen sind unter anderem für die Route zwischen Buchholz in der Nordheide, Osnabrück, Münster und dem Ruhrgebiet geplant, die im Herbst beginnt und kurz vor Weihnachten endet. Weiter südlich befinden sich etwa die stark befahrene Strecke zwischen Augsburg und Nürnberg sowie die für den Ferienverkehr wichtige Verbindung zwischen Rosenheim und Salzburg im Erneuerungsprogramm.

Von Bernd Haase