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Hannover Altstadt Hannover: Der Weihnachtsmarkt wird abgebaut
Nachrichten Hannover Altstadt Hannover: Der Weihnachtsmarkt wird abgebaut
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00:15 26.12.2017
Rund um die Marktkirche wird der Weihnachtsmarkt abgebaut. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 „Das Aufräumen beginnt schon am letzten Markttag um 22 Uhr“, sagt Marktleiter Michael Flohr. Im finnischen Dorf auf dem Ballhofplatz stehen am frühen Sonnabend nur noch die Hütten, alles andere ist schon verschwunden. „Die Finnen sind gerade auf dem Weg zum Flughafen“, erzählt ein Handwerker. „Früher waren sie immer schon am vorletzten Markttag unterwegs in die Heimat, um dort feiern zu können. Jetzt bleiben sie bis zum Schluss, weil die Bauten des Dorfes in Deutschland eingelagert werden“, berichtet Flohr.

Luther bekommt wieder freies Blickfeld

Auf dem Marktplatz kommt derweil das Luther-Denkmal an der Kirche wieder zum Vorschein; während des Marktes war der Reformator hinter einem Stand verdeckt. Skurril wirken Krippenfiguren, die das Dach des Imbisses Vorlops Grill geschmückt hatten und nun auf dem Pflaster zum Abtransport bereit stehen. Sie wirken ein wenig, als würden sie sich im nasskalten Wetter aneinander wärmen wollen.

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Hans Ebert steht derweil auf dem Dach von Käthe Wohlfahrts Weihnachtsstube; traditionell einer der größten Stände auf dem Markt. Die Waren sind schon ausgeräumt, jetzt müssen die Budenelemente zum Abtransport mit dem Tieflader vorbereitet werden. „Bis 15 Uhr wollen wir fertig sein“, sagt Ebert. Er und seine Kollegen müssen noch nach Rothenburg ob der Tauber und möchten gerne zeitig zuhause sein. Die Budenelemente werden übrigens genau wie die Finnenhütten im Raum Hannover eingelagert. „Dort bleiben sie bis zum nächsten Jahr“, sagt Markus Moll.

Manche holen sich einen Baum

Auf dem Holzmarkt roden Michael Körner und sein Sohn Jonas den Wunschbrunnenwald. Genauer gesagt: Sie ziehen die Bäume mit einem Greifarm aus dem Boden und stapeln sie auf ihrem Lastwagen. „Das meiste wird geschreddert oder zu Brennholz verarbeitet“, sagt Michael Körner. Aber eben nicht alles: „Schon am letzten Marktabend kommen Leute vorbei und fragen nach den kleinen Bäumen für ihre Weihnachtsstube“, erzählt Michael Körner. Ein Kollege erzählt von einem jungen Mann, der sich einen der großen Bäume abgeholt, ihn vier Jahre gelagert und dann zu einem Schiffsmast verarbeitet hat.

Wo die Buden verschwunden und die Flächen frei sind, sind schon die Mitarbeiter der Reinigungsdienste unterwegs. „Bei Einbruch der Dunkelheit muss der Marktplatz besenrein sein“, sagt Axel Beddig vom Reinigungsdienst Helms. Und dann  wird nichts mehr an den Markt erinnern mit seinen geschätzt 1,75 Millionen Besuchern und all dem Trubel. Die Zeichen stehen nun auf Besinnlichkeit.

Von Bernd Haase

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