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Kirche Thomas, der „Ungläubige“
Nachrichten Kirche Thomas, der „Ungläubige“
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Griesmayr
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Als am Abend des Ostertages die Jünger sich aus Angst hinter verschlossenen Türen versammeln und der Auferstandene in ihre Mitte tritt, ist Thomas nicht dabei. Ich stelle mir vor, der Tod Jesu hatte ihn so getroffen, dass er sich in Schmerz und Enttäuschung verschließt und das Zusammensein mit den anderen Jüngern nicht erträgt.

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Aber sie suchen ihn auf mit der Botschaft: „Wir haben den Herrn gesehen.“ Thomas erwidert: Ich kann nicht glauben. Ich muss Jesus selber sehen, seine Wunden berühren, um zu begreifen, was geschehen ist, dass er, der gestorben ist, lebt.

Aber das Band der Gemeinschaft zwischen ihnen ist neu geknüpft, und acht Tage darauf ist Thomas dabei, als Jesus erneut zu seinen Jüngern kommt und auch ihm die Gelegenheit gibt, ihn zu sehen und zu berühren. Vielleicht ist Thomas wie wir. Ich weiß nicht mehr, wer dieses Wort sagte, aber ich finde es stimmt: „Der Unglaube des Thomas hilft uns mehr zum Glauben als der Glaube der anderen Apostel.“

Auch wir haben gern etwas Handgreifliches, wir brauchen immer wieder etwas zum Berühren und Betasten, um zu begreifen und glauben zu können. Wenn Jesus dem Thomas die Gelegenheit dazu anbietet, nimmt er die Bedingungen unseres Menschseins ernst. Allerdings steht am Ende - uns zur Mahnung und zum Trost - Jesu Wort: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

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