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Kultur Front Porch Picking und die Aloha Sisters begeistern im Alten Rathaus Göttingen
Nachrichten Kultur Front Porch Picking und die Aloha Sisters begeistern im Alten Rathaus Göttingen
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17:00 08.12.2018
Front Porch Picking und die Aloha Sisters begeistern mit einem Weihnachtkonzert der besonderen Art.
Front Porch Picking und die Aloha Sisters begeistern mit einem Weihnachtkonzert der besonderen Art. Quelle: Linnhoff
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Göttingen

„The same procedure as every year“ ist ein vertrauter Satz aus einem TV-Silvesterklassiker. Alle Jahre wieder kehrt auch Front Porch Picking zurück in das Alte Rathaus, um die Besucher auf eine ganz eigene vorweihnachtliche Weltreise zu entführen, stimmungsvoll unterstützt von den Aloha Sisters.

Handgemachte akustische Musik auf teils historischen Instrumenten der 1920- und 1930er-Jahre ist an diesem Abend angesagt. Der Bandname Front Porch Picking impliziert das entspannte Musizieren auf der in den Südstaaten Amerikas typischen Veranda. Im Laufe ihres Auftritts wechseln die Musiker zwischen Stilarten wie Hawaiian-Hot-Swing, Americana, Bluegrass und Blues bis hin zum Rock´n Roll.

Zur Band gehören neben den beiden Gitarristen Dirk Heimberg und Peter Funk, Wolfgang Beisert an Ukulele und Mandoline, Hans-Jörg Maucksch am Kontrabass sowie Klaus Hoheisel an der Perkussion. Stimmlich werden sie dabei von einem bezaubernden Gesangstrio, den Aloha Sisters, bestehend aus Astrid Funk, Susanne Hansel und Margrit Lange unterstützt.

Quintett lässt die Glocken klingen

Gleich zu Beginn lässt das Quintett die Glocken klingen und swingt mit dem Klassiker „Jingle Bells“ charmant in den Abend. Für die humorigen Anmoderationen sind Funk und Beisert zuständig. Im Laufe des Abends kokettieren die Musiker ein ums andere Mal mit ihrem Alter. Ihr Maskenbildner sei gerade noch rechtzeitig fertig geworden und die von Hoheisel benutzten Besen seien in einem verbindenden VHS-Kurs für „Männerzentriertes Besenbinden“ entstanden. Der Rest sei dann Sache ihres Gruppenpsychologen, so Funk.

Zu der Musik Hawaiis hat die Band im Laufe ihrer Karriere eine sehr spezielle Affinität entwickelt. Bing Crosbys „Blue Hawaii“ spielen sie instrumental und Funks Hawaii-Gitarre wimmert zum Dahinschmelzen. Hergestellt sei diese aus Bakelit, wie die Wählscheiben alter Telefone, so Beisert. In der Zupftechnik des Country-Musikers Merle Travis begleitet Heimberg den flinken „Cannonball Rag“.

„Mele Kalikimaka“ ist der hawaiianische Begriff für „Fröhliche Weihnachten“. Zu dem gleichnamigen Stück dürfen natürlich die farbenfroh gekleideten Aloha Sisters nicht fehlen. Diese lassen hingebungsvoll und A-capella „Go To Sleep, Your Little Baby“ aus dem Film der Coen-Brüder „Brother, Where Art Thou“ folgen, der 1937 im US-Staat Mississippi spielt und von Homers Odyssee inspiriert ist. Mit „Christmas Island“ geht die Reise weiter auf die im Indischen Ozean gelegenen Weihnachtsinseln und zu „Rum And Coca Cola“ von den Andrew Sisters ankern sie auf der Karibikinsel Trinidad.

Höchst unterhaltsames Weihnachtskonzert

Natürlich gibt es auch traditionelle Weihnachtslieder in eigenem Gewand zu hören. Zu „Winter Wonderland“ darf Funk mit der Rassel spielen und der Weihnachtsmann kommt in „Santa Claus Is Back In Town“ auf Bluespfaden zurück in die Stadt. Genau 200 Jahre ist es her, dass der Weihnachtsklassiker „Stille Nacht“ von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber erstmalig in einer Kirche nahe bei Salzburg aufgeführt wurde. Funk spielt das Lied allein auf einer Weissenborn Gitarre, österreichische Musik auf einer Hawaii-Gitarre in Südniedersachsen, wie er schmunzelnd ergänzt. Zu „Let It Snow“ kommen dann noch eine „kugelsichere Gitarre und eine Eisenbouzouki“ zum Einsatz, wie Funk liebevoll die Stahlinstrumente seiner Mitmusiker bezeichnet. Das Stück hätten sie sehr zur Verwunderung ihrer Nachbarn im Hochsommer geprobt.

Zum Kehraus dieses höchst unterhaltsamen Weihnachtskonzerts der etwas anderen Art heiß es dann unter großem Applaus und zu zünftigem Rock´n Roll „Run Rudolph Run“!

Info: Am 15.12. tritt die Band mit ihrem Weihnachtsprogramm noch einmal im Studio Klawunn in Herberhausen auf.

Von Jörg Linnhoff

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