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Regional 4. Deutsche Figurentheater-Konferenz in Northeim eröffnet
Nachrichten Kultur Regional 4. Deutsche Figurentheater-Konferenz in Northeim eröffnet
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15:24 24.08.2019
Eröffnung der 4. Deutschen Figurentheater-Konferenz im Northeimer Theater der Nacht mit Ruth Brockhausen (links vorn) und Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (Mitte). Quelle: Schäfer
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Northeim

Erstmals haben drei deutsche Puppentheater-Verbände Mitglieder zu dieser Konferenz entsandt: die Unima (Union International de la Marionette), der Verband deutscher Puppentheater (VDP) und das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst (dfp). Die Unima, 1929 in Prag gegründet, ist die älteste Puppenspielervereinigung der Welt. Vorsitzende der Unima Deutschland ist Ruth Brockhausen, die zusammen mit ihrem Ehemann Heiko Brockhausen das Theater der Nacht in Northeim gegründet hat.

Kreativität und Fröhlichkeit

In ihrer Begrüßung betonte Ruth Brockhausen, dass „alle wichtigen Verbände der Puppentheater sich die Köpfe zerbrochen“ hätten, wie „die Kunstform des Puppentheaters vorangebracht“ werden könne. Das Symposium wolle dazu beitragen, so Ruth Brockhausen, „dass wir als Künstler spielerisch, kritisch, selbstbestimmt und selbstbewusst der derzeitigen technischen Entwicklung begegnen“. Neben der Weiterbildung sei eine weitere Funktion dieses Treffens die Vernetzung verschiedener Theatergruppen. Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) hob hervor, dass das gastgebende Theater der Nacht in Northeim für Kreativität und Fröhlichkeit stehe.

Matthias Träger, Vorsitzender des VDP, betonte in seiner Begrüßung, es gehe jetzt immer mehr um „Zusammenarbeit statt Konkurrenz“. Früher hätten Puppentheater ihre Pläne möglichst geheim gehalten, heute sei man auf Kooperation bedacht. Die Figurentheaterszene habe sich inzwischen „völlig verändert“.

Masterplan für die zukünftige Entwicklung

Das Symposium zur Digitalisierung ist Teil des Sonderprogramms „Konfiguration“ des Fonds Darstellende Künste, für den der Geschäftsführer Holger Bergmann aus Berlin angereist war und die Grüße der Vertreterin der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Isa Kathrin Edelhoff, überbrachte. In gewisser Weise sei die digitale Welt mit dem Puppentheater verwandt: Beide benutzten zur Kommunikation Stellvertreter der Wirklichkeit. Bei dem Symposium sollten mögliche Strategien und Aktivitäten abgesprochen werden, um einen Masterplan für die zukünftige Entwicklung des Puppentheaters in Deutschland zu erstellen. Mithilfe von Wissenschaftlern solle untersucht werden, was bei der Wahrnehmung von Puppentheater geschieht. Dass das Symposium in Northeim stattfinde, sei für ihn ein bedeutsames Zeichen dafür, dass „unsere Zukunftsfragen nicht nur in den Hauptstädten behandelt“ würden, so Bergmann.

Teilnehmer des Theorie-Symposiums sind Puppentheater-Experten aus ganz Deutschland: der Regisseur und Dramaturg Christian Fuchs aus Leipzig, Professor Markus Joss von der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, dazu die Figurentheater-Leiter Michael Krauss aus Stuttgart sowie Ilanit Magarshak-Riegg und Frank Römmele aus Düsseldorf. Außerdem ist als Spezialist für den Forschungsschwerpunkt Digitalisierung und Innovation der Wissenschaftler Dr. Dr. Albrecht Fritzsche (Universität Erlangen-Nürnberg) eingeladen.

Einwöchiger Workshop

Auf die Konferenz folgt ein einwöchiger Workshop, zu dem sich etwa 40 Teilnehmer angemeldet haben. Die Themen der Workshops lauten „Video als Mitspieler auf der Bühne“, „Inszenierungsprojekt: Auch Du, Roboter?“ und „Das Wundertrommel-Theater“. Daneben stellen die Teilnehmer der Figurentheater-Konferenz eigene Produktionen, Szenen und Ideen vor, die sie mit Kollegen oder Experten erarbeiten möchten. Die Workshop-Ergebnisse werden am Sonnabend, 31. August, um 20 Uhr in einer „Nacht der Puppen“ im Northeimer Theater der Nacht vorgestellt. Was den Zuschauer dort erwartet, beantwortet Ruth Brockhausen so: „Wahrscheinlich viel Verrücktes, Poetisches und Komisches aus der Welt des Puppenspiels.“

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