Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Lindy Hop-Szene tanzt zur Musik der Syncopators
Nachrichten Kultur Regional Lindy Hop-Szene tanzt zur Musik der Syncopators
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:45 06.11.2019
Lindy Hop-Fans tanzen in der Musa. Quelle: Linnhoff
Anzeige
Göttingen

Die seit 1979 existierenden New Orleans Syncopators sind seit langem eine Institution in Göttingen. Zu ihrem regelmäßigen „Lazy Saturday Afternoon“ im Apex spielen sie klassischen Jazz. Für diesen Abend hätten sie aber ein spezielles Swing-Programm eingeübt, erläutert Pianist Gregor Kilian.

Rund 50 Lindy Hop-Begeisterte haben an diesem regnerischen Herbstabend den Weg in die Musa gefunden. Beim jährlich zum Jazzfestival stattfindenden „Night Hop“ mit den New Orleans Syncopators geht es ähnlich zu wie in den 20er Jahren im Savoy Ballroom, dem damals größten Ballsaal in Harlem – spontan, wild, cool, elegant und mit ganz viel Spaß an der Bewegung. Mitmachen kann jeder. Erfahrene Tänzer wie die Estin Moonika Saar und der aus Bulgarien stammende Philip Makedonski zeigen im ersten Teil des Abends, wie es geht.

Tag und Nacht durchgetanzt

Alle zwei bis drei Monate veranstalten sie eine Party mit Live-Bands, erzählt Makedonski. Zusätzlich seien sie bei der Nacht der Kultur präsent oder würden alle zwei Monate einen Tanztee am Nachmittag organisieren. Makedonski ist gerade aus Budapest zurückgekehrt, wo sich die internationale Szene auf drei, auf der Donau verankerten Booten getroffen hat, wo Tag und Nacht fast ohne Pause durchgetanzt wurde. Dieses Ereignis ziehe zwischen 1000 und 2000 Lindy Hop-Fans an, so Makedonski.

Der Abend in der Musa ist in drei Abschnitte mit einer jeweiligen Pause aufgeteilt. Los geht es mit einer kleinen Demonstration von Saar und Makedonski, zu dem die Band den „B Jam Blues“ anstimmt. Ohne Bandbegleitung werden im Anschluss erste Schritte im Kreis geübt. Auf Zuruf werden alle paar Minuten die Partner oder Partnerinnen mit einem Abklatschen gewechselt. „Quick, quick, slow“ ist die magische Schrittfolge. Das Tempo wird langsam angezogen und die Übungen etwas vielseitiger. Mit dem „Canal Street Blues“ steigt die Band ein und die Lehrer gehen zu den einzelnen Paaren, um Tipps zur Feinabstimmung der Bewegungsabläufe zu geben.

Die New Orleans Syncopators Quelle: Linnhoff

In den Pausen gibt es Musik von der Festplatte und einige der fortgeschrittenen „Lindy Hopper“ nutzen die Chance, um sich mit sehenswerten Bewegungsabläufen auszutanzen. Man duzt sich in der Szene und ist gekommen, um Spaß zu haben und Kontakte aufzubauen.

Zu Beginn des zweiten Teils gibt es mit Bandbegleitung ein Schautanzen der Lehrer und Fortgeschrittenen. Die aus Neuseeland stammende Rowan hat Geburtstag und da ist es Tradition, dass sie in die Mitte genommen, von Jedem zu einem kleinen Tänzchen aufgefordert wird. Ihre Bewegungen wirken federleicht und elegant. Anschließend ist dann freies Tanzen angesagt, bevor es eine zweite Showtime mit kurzen, wilden und fantasievollen Soloeinlagen gibt.

Charleston als Betthupferl

„When you’re smiling“ läutet den dritten Teil ein und die Lindy Hop-Gemeinde scheint keine Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Die alten Männer müssten jedoch um 24 Uhr ins Bett, kündigt Posaunist und Sänger Holger Renneberg schmunzelnd an und so sei „Ain’t she sweet“ ihre vorletzte Nummer. Ganz klappt das nicht, denn nach dem schwungvollen als Shuffle gespielten „Please don’t talk about me when I’m gone“ gibt es unter großem Applaus der noch lange nicht aufgebenden Lindy Hop-Fans noch einen Charleston als Betthupferl.

Das Jazzfestival in den nächsten Tagen:

Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, Klinker-Projekt bei KIM Kultur

Freitag, 8. November, 20 Uhr, 1. Festivaltag im Deutschen Theater

Sonnabend, 9. November, 20 Uhr, 2. Festivaltag im Deutschen Theater

Sonntag, 10. November, 20 Uhr, Abschlusskonzert

Was ist Lindy Hop

Der Lindy Hop ist ein Tanzstil aus den späten 1920er Jahren in den USA, der als Vorläufer des Jive, Boogie-Woogie und des akrobatischen Rock ’n’ Roll als der ursprüngliche Swing-Tanz gilt. Als Gesellschaftstanz wird er vor allem zu zweit getanzt. Dabei steht der Spaß an der Harmonie wie auch der Austausch von Bewegungsideen während des Tanzes im Vordergrund.

Der Name beruht angeblich auf Charles Lindbergh, der als Erster den Atlantik non stop von New York nach Paris überflogen hat. Seit Anfang der 80-er Jahre gewann der Lindy Hop auch in Europa wieder an Popularität.

Auch in Göttingen gibt es inzwischen eine große Lindy Hop Gemeinde. Neben dem jährlichen „Night Hop“ in der Musa besteht noch in weiteren Locations die Möglichkeit gemeinsam zu swingen, wie zum „Swing-A-Round“ jeden Montag im Musikclub Exil. Dabei stehen die Freude am Tanzen und das entspannte Miteinander im Vordergrund. Aus ersten Treffen 2013 ist inzwischen eine Lindy Hop-Szene mit bis zu 300 Tänzern und Tänzerinnen erwachsen. 2017 gründete sich der Verein „Swing in Göttingen“.

Weitere Infos unter: www.swing-in-goettingen.de

Von Jörg Linnhoff

Im Zweiten Weltkrieg rächten sich die USA in der Schlacht um “Midway” an den Japanern für den Überfall auf Pearl Harbor. Roland Emmerich hat daraus einen spannenden Kriegsfilm gemacht. Außerdem neu im Kino: die Fortsetzung von Ruben Fleischers Horrorkomödie „Zombieland“.

06.11.2019

Die Band besteht noch nicht einmal ein Jahr: Waves no Shore haben den Wettbewerb „Rock am Kauf Park“ gewonnen, einen Song aufgenommen und einige Auftritte absolviert. Sie arbeiten bereits an neuen Songs.

05.11.2019

Der Monteverdi-Chor aus Hamburg und das Göttinger Barockorchester reisen musikalisch „von Venedig nach Versailles“. Beginn des Konzerts am 9. November in der Aula am Wilhelmsplatz ist um 16.30 Uhr.

05.11.2019