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Regional 70 Jahre Waldbühne Bremke mit eigenem Stück gefeiert
Nachrichten Kultur Regional 70 Jahre Waldbühne Bremke mit eigenem Stück gefeiert
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08:01 12.08.2019
Autorin, Regisseurin, Moderatorin und Schauspielerin: Rosanne Stiller Quelle: Rüdiger Franke
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Bremke

Die Waldbühne Bremke besteht seit 70 Jahren. Gefeiert wurde der runde Geburtstag am Sonnabend mit geladenen Gästen und einem eigens für die Feier einstudierten Stück. In sieben Szenen hatte Rosanne Stiller die einzelnen Jahrzehnte aufgearbeitet.

In zehn Tagen einstudiert

25 Spieler sind in die Geschichte rund um die Naturbühne eingebunden, erzählt der Vorsitzende Horst Fädrich. Mehr als zehn seien darüber hinaus im Hintergrund aktiv. „Sie haben vor zehn Tagen begonnen, das Stück einzustudieren.“ Ein Treffen mit dem Vorstand habe es dazu etwa dreieinhalb Wochen vor dem Termin gegeben, sagt Rosanne Stiller, die das Stück schrieb, inszenierte und auch moderierte. Die ersten 40 Jahre seien gut in einem Buch beschrieben. Und sie habe auch viel von Horst Fädrich erfahren, der bereits in jungen Jahren auf der Bühne mitgespielt habe. „Und ich bin ja auch schon sechs Jahre dabei.“ Sie musste sich die Handlung zwar ausdenken, aber die basiere eben auf realen Tatsachen. „Die Schwierigkeit war eher, wie fasse ich es in einer Eineinhalb-Stunden-Show zusammen.“

Bilder von der 70-Jahr-Feier:

Im Juli 1949 ist die Waldbühne Bremke mit dem Stück „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ eröffnet worden. Der 70. Geburtstag ist mit einem selbstgeschriebenen Stück über die eigene Historie gefeiert worden.

Die Zahl Sieben

„Sieben Berge, sieben Zwerge, Sieben-Meilen-Stiefel und sieben Jahrzehnte Waldbühne“, begrüßte die Moderatorin das Publikum. Alles begann im Jahr 1947 mit einer Weihnachtsfeier, die der Flüchtlingshelfer Gerhard Pätzold mitorganisierte. Die Aufführung war so ein großer Erfolg, „Mutter Jütte musste wegen Überfüllung sogar polizeilich gesperrt werden“. Am 1. Mai 1949 fand dann die Grundsteinlegung der Waldbühne. statt. Ihre Bestimmung wurde in einer Urkunde festgehalten mit „Licht zu senden in die Tiefen des menschlichen Herzens“. „Theo Friedrich ist der Name, der immer wieder auftaucht“, sagte der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Gleiche, Werner Wille (CDU).

1500 Kubikmeter Erde bewegt

1500 Kubikmeter Erde bewegten die Bremker gemeinsam mit Flüchtlingen, lässt Rosanne Stiller die Zuschauer staunen. Denn bereits im Juli fand mit „Schneewittchen und den sieben Zwergen“ die erste Aufführung statt. „Solch eine Aktion wäre heute nicht mehr möglich“, sagte Ortsratsmitglied Markus Mladek (parteilos). Das bezweifelte auch der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU): „Da würde es bestimmt genug Auflagen geben, die das verhindert hätten.“ Das besondere an dem Projekt sei, „dass es das erste Integrationsprojekt von Flüchtlingen und Dorfbewohnern war“. Die Grußworte wurden von der Regisseurin geschickt zwischen die einzelnen Szenen postiert. Es sprachen der Kreistagsabgeordnete Klaus-Jürgen Mack (SPD), die Landtagsabgeordneten Stefan Wenzel (Grüne) und Thomas Ehbrecht (CDU), aber auch Martin Bartels für den Heimatverein und Ursula Köwing für den Verein Hurkut Gleichen.

Der Vorsitzende Horst Fädrich Quelle: Rüdiger Franke

Nur ein Hobby ...

Auch wenn das Theaterspielen für die Mitglieder der Waldbühne nur ein Hobby sei, „ist es doch zum Blickpunkt für die Region Südniedersachsen, Nordhessen, Thüringen und darüber hinaus geworden“, sagte der Vorsitzende Horst Fädrich. Die Bühne sei in ihren 70 Jahren zum „Schauplatz von Irrungen und Wirrungen, von Hoffnungen und Enttäuschungen, von Erkenntnis und Verblendung“ geworden. Dass es auch schwere Zeiten gab, das berücksichtigte die Regisseurin auch in ihrem Stück.

„... dort, wo Märchen entstehen“

„Die Waldbühne Bremke, dort wo Märchen entstehn“, heißt es im Waldbühnenlied, „könnt ihr es, ob groß, ob klein, mit eigenen Augen sehn.“ Der Zauber ist auch nach sieben Jahrzehnten nicht verflogen. Oder wie Fädrichs Stellvertreter Thomas Carl Stiller es ausdrückte: „Theater ist wie Kino – nur live.“

Sieben nicht immer einfache Jahrzehnte

70 Jahre Waldbühne Bremke: Die Zeiten waren nicht immer leicht, die Zukunft manchmal ungewiss. „Sponsoren können wir immer gebrauchen“, sagt der Vorsitzende Horst Fädrich. Über Leader Plus habe der Verein nun Fördermittel beantragt, die Zuwegung neu zu pflastern. Dazu sei ein Antrag beim Land Niedersachsen eingereicht worden, um die die Bühnen- und die Standardbeleuchtung verbessern zu können. Das Programm sei für Kulturbühnen und kleine Vereine bestimmt und über den Landschaftsverband Südniedersachsen abrufbar. Vor zwei Jahren seien Mikrofonanlagen eingebaut worden. Obwohl so ganz neu war das nicht. „Mikrofone gab es schon ganz am Anfang“, erzählte Fädrichs Stellvertreter Thomas Carl Stiller. „Die waren vielleicht nicht so gut wie heute“, hatte seine Tochter Rosanne in das von ihr inszenierte Stück zum 70-jährigen Bestehen der Bühne geschrieben, „aber damals war das High-End-Shit.“ Früher habe es sogar ein Orchester auf der Vorbühne gegeben, erzählte sie. „Da müssen wir noch etwas aufrüsten.“ Nach sieben Jahrzehnten ist die Waldbühne immer noch beliebt. Auch die Abend- und Nachtvorstellungen seien wieder eingeführt worden.

Von Rüdiger Franke

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