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Regional „Abba Gold“ in der Göttinger Stadthalle
Nachrichten Kultur Regional „Abba Gold“ in der Göttinger Stadthalle
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17:54 20.01.2016
Die Sängerinnen Debbie Watt, die den Part der blonden Agnetha übernimmt, und Kate Bassett als Anni-Frid starten mit ihren Bühnenpartnern „Björn“ an der Gitarre und „Benny“ am Keyboard (nicht im Bild) gleich durch. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Silberne Plateaustiefel, knielange Satinhosen, eine blaue Häkelmütze und ein brauner Rock im Hippie-Orient-Stil: Wohl nur wenige Bühnenkostüme in der Pop-Geschichte sind so bekannt wie die der Pop-Band Abba bei ihrem Eurovision-Siegertitel „Waterloo“ im Jahr 1974. Rund 375 Millionen verkaufte Tonträger, in mehr als 20 Ländern 124 mal Platz eins: Das schwedische Quartett hat eine beispiellose Karriere hingelegt. Und mehr als 30 Jahre nach dem offiziellen Abschied der Band von der Bühne verzaubern die Lieder noch immer.

Auch bei der Show „Abba Gold“ springt der Funke gleich über. Die Sängerinnen Debbie Watt, die den Part der blonden Agnetha übernimmt, und Kate Bassett als Anni-Frid starten mit ihren Bühnenpartnern „Björn“ an der Gitarre und „Benny“ (mit zauseliger Perücke) am Keyboard gleich temporeich mit „Waterloo“ durch. Nur vier Lieder weiter ist das Publikum voll mit dabei. Auf die Ansage zum Song „Fernando“ antworten einige Zuschauer mit einem wohligen „Ooooh“. Arme schwenken und Mitsingen ist angesagt, in vielen Gesichtern taucht ein Strahlen auf und einen Herren direkt vor der Bühne hält es nicht mehr auf dem Stuhl.

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Ein Lied später, bei „Mamma Mia“ ist nahezu der komplette Saal fröhlich in Fahrt beim schwedischen Fingertanz. Im hinteren Parkett wippt ein kleiner Junge auf den Schultern seines tänzelnden Vaters im Takt auf und ab. Hit auf Hit geht es kollektiv schwelgend im 70er-Jahre-Abba-Kosmos weiter. „Wenn wir dann nach Hause fahren, sind wir wieder 25“, meint ein Zuschauer schmunzelnd in der Pause.

Die Show lehnt sich an die Originale an. So sind einige Kostümwechsel angesagt, Abba- typische Choreografien und eine abwechslungsreiche Inszenierung unter anderem mit Akustik-Sequenz. Das Ensemble legt eine mitreißende Show hin. Bassett und Watt haben beeindruckende Stimmen, und ihre Präsentation der anspruchsvollen Gesangsparts nötigt Respekt ab. Die Lautstärke der Show ist insgesamt arg gedämpft, sodass von den männlichen Sängern leider nur wenig zu hören ist.

Unterstützt wird das Quartett neben einem Schlagzeuger von Grischka Zepf am Bass, der in der Göttinger Musikszene durch Auftritte bei Pop meets Classic und als Hausmusiker für das Northeimer Label Stockfisch Records eine bekannte Größe ist. Und die hohe Qualität der Musiker wird akustisch erst deutlich hörbar, als sie in Soli-Parts ihr Können zeigen. Nach gut zwei Stunden Abba-Feeling mit Glamour-Pop, großem Applaus und zwei Zugaben heißt es glücklich „Thank you for the music“.

Von Karola Hoffmann