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Regional Absolut emanzipiert und modern
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20:07 03.09.2009
Harmonie wie Blumen sind künstlich: Ausstatter Martin Käser und Regisseur Alexander Krebs.
Harmonie wie Blumen sind künstlich: Ausstatter Martin Käser und Regisseur Alexander Krebs. Quelle: CH
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Zugrunde liegt die Bühnenfassung des Dramatikers Ferdinand Bruckner (1891-1958). „Von dem spielt man nur ,Krankheit der Jugend‘ und ,Die Rassen‘, dabei ist er auch in seinen anderen Texten sprachlich so unglaublich kraftvoll“, schwärmt Krebs. Und nicht nur sprachlich habe Bruckner die Kleistsche Novelle packend auf die Bühne gebracht, sondern auch psychologisch stimmig.

Bei Kleist geht es um eine unwissentlich zustandegekommene Schwangerschaft. In der Novelle versöhnen sich am Ende Täter und Opfer, ein „etwas kitschiger Plot“, wie Krebs wertet.

Bruckner dagegen macht diese Harmonisierung nicht mit, bei ihm lautet der Schluss anders. Die Kindesmutter ist, nachdem sie ihr Schicksal angenommen hat, über ihre Situation klar geworden „absolut emanzipiert“. Sie schickt den Kindesvater zurück. Das sei „modern und realistisch für unsere Zeit“, beschreibt Krebs den Bruckner-Schluss. Dennoch lässt der Regisseur auch Kleistsche Texte einfließen, weil bestimmte Beschreibungen bei Bruckner etwas zu kurz gekommen seien.

Besetzt ist die Inszenierung mit Anne Düe in der Titelrolle, ihre Eltern spielen Jan Reinartz und Agnes Giese. Thomas Hof ist der Hauptmann, Dave Wilcox der Erzähler. Die Ausstattung stammt von Martin Käser.

Premiere ist am Sonnabend, 12. September, um 20 Uhr im Jungen Theater Göttingen, Hospitalstraße 6. Karten im Vorverkauf gibt es unter Telefon 05   51  /  49   50   15.

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