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Regional African Culture Festival: Streifzug durch die afrikanische Musik
Nachrichten Kultur Regional African Culture Festival: Streifzug durch die afrikanische Musik
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09:09 07.10.2019
African Culture Club Festival (KAZ) im neuen Jungen Theater. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Essensduft, aromatisch und würzig, zieht durch das Haus, die Trommeln sind schon im Treppenhaus zu hören. Im Foyer des neuen JTs herrscht reges Treiben, es wird gegessen, geredet, gelacht. Mit seinem Fest will der African Culture Club, als Kulturinitiative Mitglied im KAZ, den Göttingern die afrikanische Kultur näher bringen. Unregelmäßig finden diese Feste oder Konzerte statt, in etwa jedes zweite Jahr. „Mach mit für Afrika und Eine Welt!“ ist das Motto des diesjährigen Festivals.

Neben dem Musikprogramm hat Ina Bartam vom African Culture Club auch einen Vortrag über „Soul Food Musik im Khayalethu Township“ und eine Ausstellung organisiert. „Die Schau „Schwarz.Weiß.Deutsch – Afrikanische Präsenz in Niedersachsen – eine Spurensuche“ informiert über Afrikaner und Afrikanerinnen in Niedersachsen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Der Afrikanische Dachverband Norddeutschland hat diese Ausstellung konzipiert. Sie zeigt Biografien beispielsweise des Pastors George Andoh, Gründer des International Gospel Center in Hannover, oder Fakten über die deutsche Kolonialherrschaft in Afrika und entwürdigende Völkerschauen in Theatern, Zoos und Vergnügungsparks Ende des 19. Jahrhunderts.

Offenes Trommeln zur Einstimmung

Ein offenes Trommeln, bei dem alle Interessierten ausprobieren konnten, die großen afrikanischen Trommeln zu spielen, stimmt die Besucher ein. Langsam füllt sich auch der Saal des Jungen Theaters. Zum Auftakt des Bühnenprogrammes spielt die Trommelgruppe der Göttinger Werkstätten. Zusammen mit ihren Lehrern, den Musikern Dady Dem und Ibs Sallah trommelt die Gruppe voller Energie. Sallah gibt den Rhythmus vor, die anderen folgen, mal langsam und kraftvoll, dann schneller und komplizierter. Erst fünf Mal hat die Gruppe so zusammen gespielt.

Festival afrikanischer Musik

Bartam will den Besuchern auch die traditionellen Instrumente Afrikas näherbringen. Nur eine kurze Kostprobe gibt es auf der Kora, einer Stegharfe mit 21 Saiten. Der geladene Spieler ist leider krank geworden, Dady Dem und Ibs Sallah sind kurzfristig eingesprungen.

Mit ihrer modernen afrikanischen Musik begeistert dann die Band Tanga Pasi das Publikum. Die Musiker um Sänger Sinini Ngwenya kommen aus Zimbabwe, momentan leben sie in Witzenhausen. Nu-Afro-Music nennt sich diese Mischung aus Reggae, Afro-Jazz, Folk, Rock, Kalanga Rhythmen und traditionellen Ndebele Harmonien.

Das groovt wunderbar

Afrika und die Karibik vereint die Band Blessed and Irie in ihrer Musik unter dem Motto „Togetherness brings unity. With unity and peace we receive blessings and everything will be irie”. Irie heißt übrigens alles, was gute Laune bringt, so die Musiker. Mit dabei in dieser Formation sind auch die beiden Trommellehrer des African Culture Club Dady Dem und Ibs Sallah aus Gambia. Das groovt wunderbar und Sänger Kashela Kashela, mit bürgerlichem Namen Atum Shekhem fasziniert mit viel Bühnenpräsenz und starker Stimme.

So richtig still sitzen kann bei diesen Rhythmen keiner. Alle wippen auf den Stühlen, trommeln den Rhythmus mit. Getanzt wird aber zunächst nur sehr schüchtern im Hintergrund. Mit ihrem vierten Song aber haben Blessed and Irie das Publikum mit ihrer Bitte „Come closer“ doch erreicht und endlich wird ausgelassen vor der Bühne getanzt.

African Culture Club

Der African Culture Club Göttingen ist eine Kulturinitiative, die sich die Förderung von afrikanischen Künstlern und der afrikanischen Kultur zum Ziel gesetzt hat und ein Forum für alle Trommel-, Tanz- und Afrikabegeisterte schaffen möchte.

Die Mitglieder präsentieren und vermitteln Rhythmen, Songs, Tänze und Kultur aus ihren afrikanischen Heimatländern.

Abgeboten werden unter anderem Kurse und Workshops zu folgenden Themen: „Lass die Trommeln sprechen“, Traditionelle Instrumente Afrikas, Reggae und afrikanische Musik, Afrikanischer Tanz und Fashion, Afrikanisch kochen, Afrikanische Feste und Traditionen.

Die Initiative ist an Austauschprojekten mit Initiativen, Künstlern, Bands sehr interessiert und freut sich über jede Kontaktaufnahme.

E-Mail: africancultureweb@hotmail.com

Von Christiane Böhm

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