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Regional Poetry Slam gegen Diskriminierung von Muslimen
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13:11 28.06.2019
Das soziokulturelle Zentrum Musa. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Einen Poetry-Slam-Workshop bietet die Göttinger Musa als Vorbereitung auf einen bundesweiten Aktionstag an. Thema ist antimuslimischer Rassismus.

Ziel des Aktionstages sei es, mit Muslimen verschiedener Glaubensrichtungen ins Gespräch zu kommen statt Vorurteile zu entwickeln, teilen die Organisatoren mit. Auf der Bühne soll es einen Poetry Slam zu antimuslimischem Rassismus geben. Mit dabei sind Tanasgol Sabbagh und Aidin Halimi, die bundesweit zu diesem Thema auf Slam-Bühnen unterwegs sind. Jugendliche, die am Sonntag, 30. Juni, am Poetry-Slam-Workshop teilgenommen haben, können ebenfalls ihre Texte präsentieren. Eine Anmeldung zum Slam ist auch ohne Workshop-Teilnahme möglich unter radipraev@ifak-goettingen.de.

Diskriminierung in Texten verarbeiten

Unter Anleitung der Slamer Sabbagh und Halimi sollen Jugendliche in dem Workshop lernen, ihre Erfahrungen mit Diskriminierung in Texten künstlerisch zu verarbeiten. Das Angebot umfasst auch ein Bühnentraining, das die Jugendlichen fit für Auftritte machen soll.

Der Workshop für Poetry Slamer

Der Poetry-Slam-Workshop zum Thema antimuslimischer Rassismus am Sonntag, 30. Juni, beginnt um 10 Uhr im Kulturzentrum Musa, Hagenweg 2a in Göttingen. Er richtet sich an Interessierte im Alter von 14 bis 25 Jahre. Geleitet wird er von den erfahrenen Slamern Tanasgol Sabbagh und Aidin Halimi, die schon seit einigen Jahren zu diesem Thema auf deutschen Bühnen slamen. Die Teilnahme ist kostenlos. pek

Organisiert wird der Poetry-Slam-Workshop von Radipräv, der Beratungsstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Göttingen in Kooperation mit dem Kulturzentrum Musa. Gefördert wird der Workshop vom Jugendforum des Landkreises Göttingen aus Mitteln der Partnerschaft für Demokratie des Bundesprojektes „Demokratie leben!“.

Ägypterin erstochen

Der 1. Juli ist der bundesweite Aktionstag gegen antimuslimischen Rassismus. An diesem Tag im Jahr 2009 wurde in einem Dresdner Gerichtssaal die Ägypterin Marwa el-Sherbini aus muslimfeindlichen Hintergründen erstochen. Sie war schwanger und Augenzeugen wurden ihr dreijähriger Sohn und ihr Mann, der ebenfalls von dem Täter verletzt wurde. Der Täter mit russlanddeutscher Abstammung war der rechten Szene zuzuordnen. Er war zuvor wegen Beleidigung el-Sherbinis verurteilt worden. Die Frau hatte den Täter gebeten, eine Schaukel für ihren Sohn freizugeben. Der Polizist, der nach der Bluttat im Gericht hinzueilte, hielt el-Sherbinis Ehemann für den Täter und schoss ihn an. Er überlebte.

Bisher ist in Göttingen wenig zu hören gewesen von diesem bundesweiten Aktionstag. Dabei leben viele Muslime in Stadt und Landkreis Göttingen und wie bei einem Netzwerktreffen mit sieben muslimischen Gemeinden Anfang Januar habe sich gezeigt, dass auch in Göttingen antimuslimischer Rassismus eine große Rolle spiele, teilen die Organisatoren mit. Vorurteile gegenüber Muslimen seien eine Form von Rassismus, die deutschlandweit nicht erst seit der vermehrten Zuwanderung im Jahr 2015 auf dem Vormarsch sei.

Ursache für Radikalisierung

Die Beratungsstelle Radipräv sieht in diesen Diskriminierungserfahrungen eine bedeutende Ursache für Radikalisierung. Wer das Gefühl habe, nicht dazuzugehören, suche bei extremistischen Gruppen nach Bestätigung und Wir-Gefühl. Zudem verstärkten salafistische Gruppen diese Erfahrungen, um zu implizieren, dass man als Muslim in Deutschland nie Teil der Gesellschaft werden könne und Demokratie und Islam grundsätzlich unvereinbar seien.

Von Peter Krüger-Lenz

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