Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Kommentar: Alles tun nur für Applaus?
Nachrichten Kultur Regional Kommentar: Alles tun nur für Applaus?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:18 20.11.2019
Das Deutsche Theater in Göttingen. Quelle: Alciro Theodoro da Silva
Anzeige
Göttingen

Schauspieler sind deswegen Schauspieler, weil sie gerne auf der Bühne stehen. Ihr Lohn ist der Applaus des Publikums. Dafür leben sie, dafür spielen sie. Irgendwie ja. Aber essen müssen sie. Und wohnen. Urlaub wäre auch ganz schön. Es muss ja nicht gleich Australien, Kanada oder die Karibik sein. Womöglich will so ein Schauspieler ja eine Familie gründen. Damit sollte er aber tunlichst warten, wenn es nach der Idee des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und des Finanzministers geht. Mit 2000 Euro brutto Einstiegsgehalt kann eine Schauspielerfamilie keine großen Sprünge machen. Selbst die kleinen werden da schon schwierig. Aber nach sieben oder acht Jahren gibt’s ja vielleicht 500 Euro mehr, immer noch brutto.

Vier Jahre haben die meisten Schauspieler dafür studiert. Sie haben einen akademischen Abschluss erworben und unterwerfen sich klaglos den Gegebenheiten ihrer Profession. Sie haben unregelmäßige Arbeitszeiten, die sie nur wenig beeinflussen können. Sie arbeiten abends und am Wochenende. Viele entblößen ihr Innerstes für jedermann sichtbar auf der Bühne. Zehneinhalb Monate arbeiten sie ohne Urlaub weitgehend durch – oft auch an Weihnachtstagen und Silvester, wenn die großen Ensemblestücke laufen. Und das alles für Rampenlicht, Applaus und eine bessere Aufwandsentschädigung? Das kann unmöglich der Ernst der Politiker in Hannover sein. Kleiner Tipp: Einfach mal über die Landesgrenze nach Hessen schauen.

Lesen Sie auch

Von Peter Krüger-Lenz

Im vergangenen Jahr haben die kommunalen Theater in Niedersachsen und das Göttinger Symphonie-Orchester Mehrbedarf an Fördergeld beim Land angemeldet. Das zeigte sich erst einsichtig, dann unerbittlich. Jetzt laufen wieder Verhandlungen.

20.11.2019

„Geteilt“ heißt das Stück, das am Sonnabend, 30. November, Uraufführung im Deutschen Theater Göttingen hat. Maria Milisavljevic hat es im Auftrag des Hauses geschrieben – ein Beitrag zur MeToo-Debatte.

20.11.2019

Blanker Horror, eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruch und die Geschichte einer unbekannten Whistleblowerin stehen im Mittelpunkt von drei Filmen, die in dieser Woche in den Kinos anlaufen. Auch in der Region Göttingen.

20.11.2019