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Regional Amerikanischer Musiker strandet in Göttingen
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18:04 04.08.2011
Freundlicher Gentleman in nostalgischem Outfit: der Banjo-Spieler Clarke Buehling.
Freundlicher Gentleman in nostalgischem Outfit: der Banjo-Spieler Clarke Buehling. Quelle: Beisert
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Im Mai reiste Buehling zu Konzerten in die Niederlande und nach Deutschland. „Einen Tag nach meinem letzten Gig wollte ich zurückfliegen und bekam plötzlich Probleme mit meiner Lunge“, so der Musiker. Im Juni musste er in Göttingen operiert werden. Seitdem wohnt er bei seinem langjährigen Göttinger Musikerfreund Howard Schultens. „Aufgrund meiner Lungenprobleme möchte ich nicht per Flugzeug in die USA zurück, sondern mit dem Schiff fahren.“ Um dies zu finanzieren, spielt Buehling Straßenmusik und gibt Konzerte in der Region – eine Chance, mehr über die Tradition des Banjos zu erfahren.

Denn wer die Musik der USA verstehen möchte, sollte sich mit dem Banjo beschäftigen. Das Instrument war sowohl in der schwarzen Musik des frühen Jazz wie auch in der weißen Bluegrass-Folkmusik wichtig. „Doch das Banjo hat seine Wurzeln in afrikanischen Ländern wie Senegal und Gambia“, weiß Buehling. „Es spielte in Nordamerika bereits ab dem 17. und insbesondere im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle.“ An diese Zeit knüpft der Banjo-Spieler mit dem nostalgischen Outfit mit seinem Programm an.

Der freundliche und zurückhaltende Gentleman aus Fayetteville/Arkansas spielt Instrumentals, Songs und Ragtimes von 1825 bis 1935. Er nennt seinen Musikstil „Minstrel-Banjo-Style“, weil das Banjo fester Bestandteil der zwischen 1840 und 1870 in den USA sehr populären Minstrel-Shows war.

Das historische Banjospiel hat Buehling sich größtenteils selber beigebracht. „Ich habe viele alte Musikschulen und Bücher gelesen und lernte viel von den alten Banjo-Spielern, zu deren Konzerten ich gereist bin.“

Zu Südniedersachsen hat der Banjo-Virtuose einen besonderen Bezug: Sein Großonkel Rudolph Dirks erfand mit „The Katzenjammer Kids“ 1897 einen der ersten Comic-Strips der Welt. Sein Vorbild war „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch, der als Kind in Ebergötzen lebte. Buehling: „Das Dorf möchte ich vor meiner Abreise unbedingt noch besichtigen.“

Das Konzert am Sonnabend, 6. August, beginnt gegen 20.45 Uhr. Karten unter www.cornpickers.de

Von Udo Hinz