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Regional Ann Vriend und Band entfachen Feuerwerk im Göttinger Apex
Nachrichten Kultur Regional Ann Vriend und Band entfachen Feuerwerk im Göttinger Apex
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16:29 17.05.2019
Mit ganz viel Soul und sozialem Engagement: Ann Vriend. Quelle: Linnhoff
Göttingen

Aus der lodernden Flamme wurde im Laufe des Konzertes im ausverkauften Apex unter der großen Begeisterung der Besucher ein wahres Feuerwerk aus Soul, Funk und „R&B“.

Sie wird immer mal wieder mit Aretha Franklin oder Amy Winehouse verglichen. Stimmlich muss sich die in Vancouver geborene Sängerin Ann Vriend sicher nicht hinter den beiden Stars der Soulszene verstecken. Mit einem Mix aus Soul, Gospel, „R&B“, Funk, Blues und Jazz kreiert sie jedoch ihre ganz eigene musikalische Melange. Hinzu kommen ihre kraftvollen Texte, in denen sie auch zu sozialen Missständen Stellung bezieht.

Ann Vriend tourt im kleinen Mietwagen durch Deutschland

Mit ihrer charmanten Art und ihrem dezent selbstironischen Humor schafft Vriend gleich viel Nähe zum Publikum. Überwältigend ist jedoch von der ersten Note ihre soulgetränkte Stimme, mit der sie mühelos wie in „Nobody Is You“ zwischen großer Sanftheit und der Kunst der kraftvollen „Belting-Technik“ wandelt, einer Gesangstechnik, die den Klang der Stimme schmetternder und durchdringender macht.

Seit zwölf Jahren sei sie nicht mehr in Göttingen gewesen, so Vriend. 2007 war sie im Nörgelbuff zu Gast. Der Tourplan führe sie gerade in ihrem kleinen Mietwagen im Zick-Zack kreuz und quer durch Deutschland. Vriend ist nicht allein auf Tour. Für den Backgroundgesang ist mit klarer Tenorstimme Fendercase verantwortlich, während Doug Organ an den Keyboards sehr einfühlsam für feinste Soundkreationen sorgt.

„Anybody´s Different“: mitreißende Hymne für Toleranz

Der Großteil ihrer Setlist stammt vom aktuellen Album „Flame“. „All That I Can“ kommt fast gospelig daher, „Long Distance Call“ und „If You Were Here“ sind eindringlich gesungene Balladen. „Anybody´s Different“ wiederum ist eine mitreißende Hymne für Toleranz, während „Hurt People Hurt People“ das Thema Missbrauch aufnimmt.

Ein aufrüttelnder Höhepunkt ihres Auftritts ist der Song „It´s Happening“, den Vriend mit einem Chor aus Schülern und Schülerinnen einer Grundschule im Norden von Edmonton aufgenommen hat. Sie stammen allesamt aus Kriegsgebieten und verarmten Verhältnissen und sind teils traumatisiert. In dem Song wie auch im Titelsong „Flame“ thematisiert Vriend das Überwinden oft harter, unfairer Umstände in schwierigen Stadtbezirken.

Vriend sorgt durch einen Sponsor für die Gage von Chor-Kindern

Die Sängerin lebt selbst im berüchtigten Stadtteil McCauley in Edmonton. Der Song ist zugleich eine Mahnung gegen Ignoranz wie ein Zeichen für gelebte und gelungene Inklusion. Letztendlich konnte sie über einen Sponsor erreichen, dass jedes der beteiligten Kinder für die Aufnahme 100 Dollar Gage bekam. Zu dem Lied gibt es auch ein Video auf YouTube.

Zum Ende ihrer fast zweistündigen Show setzt Vriend mit „Bird On A Wire“ ihrem Landsmann Leonard Cohen ein eindringliches Denkmal, bevor sie mit dem funkgetränkten „Get Back To Me“ noch einen richtigen Rausschmeißer aus dem Hut zaubert. Langanhaltender Applaus verabschiedet eine wahrlich große, beeindruckende Künstlerin.

Von Jörg Linnhoff

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