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Regional Arbeiten auf Papier: Erste Ausstellungen für Göttinger Kunsthaus stehen fest
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16:42 19.02.2020
Vom südafrikanischen Künstler Banale Khoza stammt dieses Bild. In seinen Arbeiten setzt er sich unter anderem mit dem Thema Männlichkeit auseinander. Das Motiv ist einer Publikation des Kunsthauses Göttingen entnommen. Quelle: R
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Göttingen

Wer die Internetseite des noch im Bau befindlichen Kunsthauses Göttingen in der Düsteren Straße aufruft, sieht die Zeit rückwärts laufen. Hier werden sogar die Sekunden bis zur geplanten Eröffnung im Herbst gezählt. Aktuell sind es noch 194 Tage bis dahin, sagt jedenfalls die Rückwärtsuhr. Die ersten Ausstellungen für das Kunsthaus stehen indes schon fest. Über die konkreten Pläne informierte während einer Veranstaltung im Deutschen Theater die Neue im Team des Kunsthauses: Dorle Meyer. Die junge Frau stammt aus Göttingen, arbeitete bislang am Deutschen Museum München und ist jetzt in ihre Heimat zurückgekehrt.

Die ersten drei Ausstellungen sind gesetzt

Die New Yorker Künstlerin Roni Horn soll den Reigen der Expositionen beginnen lassen. Das künstlerische Repertoire der 64-jährigen Amerikanerin reicht von der Zeichnung über die Fotografie und Skulptur bis hin zur Buchgestaltung. Die zweite Ausstellung werde fünf Künstlern aus Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Israel gewidmet sein. Sie alle setzen sich darstellerisch mit dem Thema Tier auseinander, besser gesagt mit der Beziehung Mensch - Tier. Gezeigt werden Videos, Fotografien, Bücher, Zeichnungen und Installationen.

Den beiden südafrikanischen Künstlern Banale Khoza und Santu Mofokeng ist die dritte Ausstellung vorbehalten. Arbeiten auf Papier in verwaschenen, bunten oder düsteren Farben prägen die abstrakte Bildsprache Khozas. Die Fotos des kürzlich verstorbenen Santu Mofokeng widerspiegeln das Leben von Familien, Farmpächtern und Arbeitern in den Townships, den Wohnsiedlungen für die schwarze Bevölkerung.

„Wir wollen auch die Jüngsten ansprechen“

Meyer betonte: „Wir werden kein Museum sein, sondern ausschließlich Wechselausstellungen anbieten.“ Drei bis vier Expositionen solle es im Laufe eines Jahres geben, sie sollen zeitgenössische internationale Kunst zeigen. Aber: „Wir wollen auch regionalen Bezug herstellen, wenn er sich herstellen lässt“, so Meyer. Der Fokus des Kunsthauses sei auf „Arbeiten auf Papier“ ausgerichtet, also auf Grafik, Zeichnungen und Fotografie. In den vier Etagen des Kunsthauses solle es auch Lesungen, Seminare und Künstlergespräche geben, ebenso Angebote speziell für Kitas und Schulklassen. „Wir wollen auch die Jüngsten ansprechen“, sagte die Prokuristin.

Sogar Programme für Kindergeburtstage sollen angeboten werden. Weiterhin sprach sie von einer Kooperation mit der Universität Göttingen und dem hiesigen Literaturhaus. Zudem könne das Dachgeschoss für Veranstaltungen gemietet werden, eine Aussicht auf die Göttinger Innenstadt gibt es inklusive. „Wir wollen ein internationales Publikum gewinnen, wollen aber auch ein Haus für jedermann sein“, zeigte Meyer den eigenen Anspruch auf.

„Bezahlbare Wohnungen und bezahlbare Kunst“

Fünf Jahre lang soll der Eintritt in das Kunsthaus kostenlos sein. Die Firma Sartorius unterstützt das Projekt auf diese Weise. Darauf machte noch einmal der ehrenamtliche Geschäftsführer des Projektes, Alfons von Uslar, aufmerksam. Er wies bei dieser Gelegenheit auch darauf hin, dass die Idee für das Vorhaben bereits 50 Jahre alt ist: „Seit 1969 ist der Göttinger Verleger Gerhard Steidl an dieser Idee dran“, betonte von Uslar. Aber erst in den vergangenen knapp fünf Jahren habe das Projekt Fahrt aufgenommen. Es sei allerdings auch Gegenwind zu spüren. „Göttingen, heißt es, brauche sozialen Wohnraum. Ich meine, eine belebte Innenstadt braucht beides: bezahlbare Wohnungen und bezahlbare Kunst“, wog der Gründungsgeschäftsführer ab. Vor seinem geistigen Auge sieht er bereits Installationen, die vom Bahnhof und weiter über den Wall in das Kunstquartier führen, vom dem das Kunsthaus – Investitionssumme sechs Millionen Euro, davon 4,5 Millionen Euro Bundesmittel – ein Teil ist.

Im November vergangenen Jahres hatte sich ein Freundeskreis Kunsthaus Göttingen gegründet. Ein Hauptanliegen der Gruppe ist es, die finanzielle Absicherung des Projektes zu gewährleisten. „Der Bau ist finanziell gesichert, beim Betrieb gibt es noch eine Unterdeckung. Das muss man ehrlich sagen“, sagte von Uslar und rief die geneigte Öffentlichkeit auf, das Kunsthaus mit Spenden zu unterstützen. „Uns ist natürlich daran gelegen, dass es wiederkehrende Spenden sind“, machte der Jurist und Landwirt deutlich.

Sponsoren unterstützen das Projekt

Ursprünglich sollte der Bau des Gebäudes im Jahr 2017 beginnen. 2018 sollte Richtfest gefeiert werden. Die Planungen gerieten ins Stocken, in der Politik gab es Streit um die Finanzen. Die Baukosten waren höher als erwartet. Auch über die Betriebskosten, zu zahlen von der Stadt, wurde heftig debattiert. Eine Debatte, die noch anhält. Allerdings gibt es große Sponsoren, wie etwa der in Göttingen ansässige Konzern Sartorius. Mit einer Spende bis zu einer Millionen Euro übernahm der Duderstädter Kunstfreund und Unternehmer Hans-Georg Näder einen Großteil der Mehrkosten am Bau. Eine Million Euro sagte er zu. Richtfest war schließlich im September 2019. Der Entwurf des Galeriegebäudes sieht ein dreigeschossiges Haus vor (plus Dachgeschoss für Veranstaltungen), das knapp 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bietet. Das Projekt wird mit Finanzmitteln aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert.

Von Ulrich Meinhard

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