Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Archie Clapp zur Vorpremiere im Göttinger Apex
Nachrichten Kultur Regional Archie Clapp zur Vorpremiere im Göttinger Apex
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 30.09.2014
Foto: Archie Clapp
Provokateur: Archie Clapp. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Ein bisschen drunter und drüber geht es schon, als Clapp, Kleinkünstler in zweiter Generation und Provokateur, sein Bühnenprogramm vorführt. Da fliegen mal Luftballons aus der Ecke, mal Jonglierkegel durch die Luft und die ein oder andere Spielkarte ins Publikum. Dass nicht jeder Trick einwandfrei gelingt ist so gewollt wie die politische Unkorrektheit mancher seiner Witze. Clapp, Sohn des Göttinger Komödianten Andy Clapp, ist eben einer, der gern provoziert und über alles und jeden lacht – am meisten über sich selbst.

Ausgestattet mit allem möglichen Zauberei-Firlefanz und einem pinkfarbenen Ganzkörperkostüm, das ihn als „Super-Archie“ zum Retter des Berliner Bezirks Neukölln kennzeichnet, tanzt, singt und bespaßt Clapp, wo er nur kann. Dass dabei auch so mancher Zuschauer die geballte Clappsche Komik ohne Rücksicht abbekommt, macht den Comedian umso authentischer.

Da werden schon einmal Hemden geliehen, um sich damit den Schweiß von der Stirn zu wischen. Oder Zuschauer-Assistenzen auf der Bühne auf spezielle Weise gewürdigt: „Hau ab, verpiss dich! Aber du warst super.“ Es ist eben eine besondere Art, die Clapp mitbringt und zum charmanten Tölpel von nebenan werden lässt.

Neben vorgelesenen Tagebucheinträgen von seinem Hund namens „Knoblauchfresser“ und selbst-komponierten Ukulele-Liedern, die allesamt nicht länger als 30 Sekunden gehen, ist die entscheidende Frage des Abends die, was Kunst ist. Clapp lässt hierfür nicht nur ausgewählte Zitate unterschiedlichster Befragter einspielen, er zeigt vor allem auch anhand seiner vielfach subtilen Sketche, dass Kunst so gut wie alles sein kann, so lange man es Kunst nennt.

Von Swenja Lohrengel