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Regional Ausgelassene Stimmung beim 7. Göttinger Indoor Altstadtfest
Nachrichten Kultur Regional Ausgelassene Stimmung beim 7. Göttinger Indoor Altstadtfest
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18:21 25.08.2013
Gute-Laune-Trio: CaroKisteKontrabass im Innenhof des Pools. Quelle: Heller
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Göttingen

Mit dem Eintrittsbändchen für sechs Euro konnten die  Zuschauer  – nach Veranstalterangaben waren es rund 1500 – von einem Konzert zum nächsten ziehen und auf diese Art und Weise neben den verschiedenen Bands auch Clubs und Kneipen kennenlernen, in die es sie normalerweise vielleicht nicht verschlägt.

Der Abend startete um 19 Uhr mit dem Gute-Laune-Trio „CaroKisteKontrabass“ bestehend aus Caro Werner, Harald Bernstein und Axel Garbelmann im Innenhof des Pools.

Bei ihnen ist der Name Programm: Mit dem Gesang von Caro, der Cajón, einer Trommel, auf der man sitzend musiziert und einem Kontrabass spielten die drei ihre „Abriss-Songs“ und luden die Zuhörer zum Mitwippen ein.

Im Anschluss kam der Pianist Dietmar auf die Bühne und ließ im Pool-Atrium Boogie-Woogie aus den 20er Jahren erklingen. Seine Finger rasten über die Tasten und sein hüpfender Fuß kam nicht zum Stehen. Das Publikum zeigte sich euphorisiert.

Viel Identifikationspotenzial

Ebenso gut war die Stimmung in der Buddha Lounge, wo um 20.30 Uhr die Bremer Gruppe „Ich und mein Tiger“ mit Songs wie „Verbeult“, „Fahrstuhlmusik“, „Tagedieb“ und „Bilderbuchleben“ loslegte.

Sebastian Herde (Gesang, Gitarre), Niklas Keil (Gitarre) und Richard Welschhoff (Kontrabass) machen Akustikpop, der sich hören lassen kann. Die Mehrzahl ihrer Stücke ist melancholisch-verträumt.

Sie beglücken und bekümmern zugleich und die Texte, vertont mit der geräuschvollen, manchmal rauen Stimme von Herde, sind so dicht dran am Leben, dass sie für die Zuschauer viel Identifikationspotenzial bürgen. Was ihnen wichtig ist, ist das „nicht vergessen wird zu singen“. So summte am Ende der gesamte Zuschauerraum verzückt mit.

Im Apex legte derweil die Band „Magnus“, die auch beim Festival im Kaiser-Wilhelm-Park dabei war, los. Mit Cello, elektrischer Gitarre, Schlagzeug und elektronischen Beatelementen erzeugen sie einen eigenwilligen Klang. Leon Hast, Nicholas Dahms und Jonas Beckmann  belegten dieses Jahr den dritten Platz beim Bandcontest „Local Heroes Göttingen“.

Buntes Treiben in der Göttinger Innenstadt: Zum siebten Göttinger Indoor Altstadtfest waren Jung und Alt gekommen. ©Heller

Auch „Seedcake“ werden in der Stadt immer wieder gern gehört. Mit Liebe zum Detail und rhythmischer Finesse präsentierte sich die Gruppe um Sänger und Gitarrist Hage ab 22 Uhr in der Tangente. Das Quartett begeisterte mit Songs wie „The Walls“, „Slaves To The Sun“ oder „Anymore“.

Wer im Anschluss daran noch in der Tangente verweilte, konnte in den Genuss von „Liquid Lightening“ kommen. Die jungen Tonkünstler aus Düsseldorf kreieren seit 2009 gemeinsam Elektro-Rock unter den Einflüssen von „Incubus“ oder den „Killers“.

In einem Scheinwerfer-Bühnenrauch-Spektakel feierten sie sich selbst und die Anwesenden machten mit. Wer am Bühnenrand stand, konnte sich von den Musikern außerdem mit Schnaps versorgen lassen.

Weniger Elektro und mehr Reggae bot derweil „I Fire“ im Foyer des Jungen Theaters. Alle, die sich dieses Jahr keinen Sommerurlaub leisten konnten, hatten hier die Möglichkeit das Gesamtpaket an Entspannung und sonniger Fröhlichkeit auf einen Schlag nachzuholen.

Prall gefüllte Zuschauerräume

Die neun Musiker sorgten mit ihren fulminanten Arrangements, unter anderem ausgezeichnet durch ihre Bässe, Drums, und ein beeindruckendes Bläserduo, für frenetische Stimmung.

Die Nordlichter aus Hamburg mit ihren drei Frontmännern Robert ‘Rawbird’ Schlepper, Fritz ‘Free’ Kschowak und Nils ‘Dub-Ill-You’ Wieczorek brachten mit ihren gelösten Lyrics, wie zum Beispiel im Song „Mehr Zeit“, den prall gefüllten Zuschauerraum zum lässigen Mittanzen.

Wer nach so viel ausgelassener Feierstimmung dann immer noch nicht genug hatte, konnte bei der Aftershowparty im Pools, in der Tangente oder im Exil weiter tanzen.

Von Sarah Lodder