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Regional Ausgereifte Gestaltung und bläserische Bravour
Nachrichten Kultur Regional Ausgereifte Gestaltung und bläserische Bravour
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19:05 29.08.2011
Konzentriert auf die Musik: Felix Klieser spielt Horn.
Konzentriert auf die Musik: Felix Klieser spielt Horn. Quelle: EL
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Klieser wurde ohne Arme geboren, bedient die Ventile des Horns mit den Zehen statt mit den Fingern und benutzt zum Stopfen einen auf einem Stativ angebrachten Dämpfer, den er mit dem freien Fuß in die Stürze schieben kann.

So erstaunlich es auch ist, wie er sein Handicap bewältigt: Wichtiger ist, was er musikalisch leistet. Und das liegt bereits auf sehr hohem Niveau. Dies bewies er einem staunend lauschenden Publikum am Freitag im Göttinger Stift am Klausberg, als er dort gemeinsam mit seinem kraftvoll-wendigen Klavierpartner James Moon Teile seines Wettbewerbsprogramms präsentierte.

Hochvirtuos meisterte er sein Instrument, etwa in der „Villanelle“ von Paul Dukas oder den drei ausdrucksstarken Stücken „Sea Eagle“ von Peter Maxwell Davies. In Paul Hindemiths Sonate in Es-Dur konnte er zwischen lyrisch-zarten und brillant-schmetternden Klängen eine große Palette von Farben vorführen, im Eröffnungssatz von Mozarts Hornkonzert KV 495 und vor allem in dem überaus schwierigen zweiten Hornkonzert von Richard Strauss ausgereifte Gestaltungskunst zusammen mit bläserischer Bravour zeigen. Dass dieses Programm auch noch eine außergewöhnliche Kraftleistung darstellt, sei wenigstens am Rand erwähnt. Der Beifall wollte kaum ein Ende nehmen.

Von Michael Schäfer