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Regional Ausstellung „Fabelhaft“ von 13 Künstlern des Musa-Atelierhauses
Nachrichten Kultur Regional Ausstellung „Fabelhaft“ von 13 Künstlern des Musa-Atelierhauses
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13:43 15.05.2014
Besucher in der Ausstellung „Fabelhaft“: Gemälde „Kroko fanten – Spiele“ von Erhart Schröter. Quelle: Heller
Göttingen

Die Szenerie wirkt wie einem Kindertraum entsprungen, in dem die geliebten Spielzeuge lebendig werden. Kuhlemann zeichnet damit ein kleines Märchen, etwas fabelfaftes im eigentlichen Sinne.

„Fabelhaft“, so lautet auch das Schlagwort, unter dem die Künstler vom Atelierhaus der Musa ihre Gemeinschaftsschau konzipiert haben. 13 Künstler widmen sich den Facetten des Begriffes. Märchenhafte Welten werden entworfen, aber es wird auch gezeigt, warum die reale Welt gar nicht fabelhaft ist.

Eine kritische Position nimmt der Maler Marcos Durand ein. Sein Bild ohne Titel zeigt eine überflutete Welt. Menschen werden vom Wasser weggerissen und kämpfen gegen das Ertrinken. Nur eine Sache hat noch nicht den Halt verloren und reckt mahnend seine rauchenden Schornsteine empor: ein Atomkraftwerk. „Ich habe mir vorgestellt, wie die Zukunft aussehen könnte“, sagt Durand über sein Bild.

Wie eine Fabel, in der es am Ende eine moralische Botschaft gebe, versuche er mit seinem Bild, den Betrachter über die eigene Schuld klar werden zu lassen. „Das ist das, was wir als Menschen selbst geschaffen haben“, erläutert der Maler.

Ein gewisser Charme

Einen anderen Zugang zum Thema „Fabelhaft“ hat Helga Lünsmann-Wilson gewählt. „Inspiriert durch die Lektüre einer Erzählung von Steven King“, schreibt sie über ihr Bild „Fledermaus“. Wie in einer Fabel mischt Lünsmann-Wilson Mensch und Tier zu einem Fantasiewesen aus menschlichen Körper und Fledermauskopf. Besonders die handwerkliche Dimension fasziniert. Die Künstlerin realisiert das Bild als Federzeichnung, und arrangiert die weniger als einen Millimeter breiten Federstriche zu einer fein ausgearbeiteten Gesamtkomposition.

Mit „tierisch menschlich“ hat Bianca Methe eine Installation zur Gemeinschaftsausstellung beigetragen. Mit der Säule aus gestapelten Eierkartons möchte die Künstlerin auf männliche Küken hinweisen, die in der Eierindustrie wie Abfall behandelt und millionenfach getötet werden. Dabei sei das Ei das Symbol für Leben, meint die Künstlerin. Das Besondere an ihrem Werk sei auch die Vergänglichkeit. „Ein Bild, das ist ja für die Ewigkeit gemalt. Das hier ist nicht für die Ewigkeit“, sagt die Künstlerin. Darum seien die Kartons nur lose gestapelt. Ein mahnendes Werk, das sich klar auf den Augenblick bezieht.

Für manchen Besucher mag die Ausstellungssituation gewöhnungsbedürftig sein. Schwarze Vorhänge verhüllen die Wände, das wenige Licht strahlt ausschließlich die Kunstwerke an. Aber der dunkle Ausstellungsraum verbreitet einen gewissen Charme, weil hierdurch die Bilder klar im Vordergrund stehen.

Von Daniela Lottman

Die Ausstellung der Gruppe Atelierhaus ist bis Sonntag, 18. Mai, täglich von 15 bis 18 Uhr (Donnerstag bis 20 Uhr) in der Musa, Hagenweg 2a, zu sehen.