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Regional Ausstellung: Grimm-Illustrationen von Albert Schindehütte im Göttinger Apex
Nachrichten Kultur Regional Ausstellung: Grimm-Illustrationen von Albert Schindehütte im Göttinger Apex
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17:44 08.09.2013
Ein höfliches Wesen zieht den Hut: „Der gestiefelte Kater“, wie ihn Albert Schindehütte sieht. Quelle: Heller
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Göttingen

Das großformatige Werk erschien Ende 2011 in der „Anderen Bibliothek“ im Eichborn-Verlag (435 Seiten, 99 Euro). Drucke der zugehörigen Zeichnungen sind jetzt in einer vom Verein Göttinger Märchenland veranstalteten Ausstellung in den Räumen des Göttinger Apex in der Burgstraße zu sehen.

Schindehüttes Illustrationen zu den Märchen zeichnen sich durch gewitzte Konzentration auf wesentliche Aspekte aus, haben aber meist auch eine pfiffige eigene Wendung zum Inhalt. So präsentiert sich das Rotkäppchen angesichts des Wolfs mit Schlafmütze wenig ängstlich, sondern zeigt dem Raubtier rotzfrech eine lange Nase und streckt die Zunge raus. „Die drei Spinnerinnen“ sind auf feinen Wegen durch ihr gesponnenes Garn miteinander verwoben. Der Dornröschen zu Hilfe eilende Prinz zeigt auffällige Ähnlichkeiten mit erzgebirgischen Schnitzfiguren. Die „Erbsenprobe“ stellt mit einer wackeligen Leiterkonstruktion, ohne die die kleine Prinzessin gar nicht auf den Matratzenberg hinaufkäme, eine eher unvorhergesehene Herausforderung dar. Kurzum: ein zweiter, genauerer Blick auf die Drucke lohnt jedes Mal.

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Neckische Rabenvögel

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt der Illustrationen sind diejenigen Personen, die den Brüdern Grimm die Märchen nahebrachten. In Anlehnung an Bilder Ludwig Emil Grimms hat Schindehütte den teils mehr, teils weniger bekannten Personen wie Dorothea Viehmann und Bettina Brentano ein neues modernes Gesicht verschafft.

Schwungvoll verbinden sich in vielen von Schindehüttes Illustrationen Motive und Textpassagen zu ästhetischen, umfangreichen Gesamtkompositionen. Aber auch schlichte Schwarzweiß-Studien wie die verschiedenen neckischen Rabenvögel sind sehenswert. Die zahlreichen Ausstellungsstücke sind nicht nur im Galerieraum sondern auch im Gastronomiebereich zu bewundern und erlauben daher einen ganz besonderen Märchen-Rundgang entlang der Apex-Wände.

► Die Ausstellung in der Galerie Apex, Burgstraße 46, ist noch bis zum 11. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 14 Uhr. Ein Teil der Ausstellung ist während des Gastronomiebetriebs zugänglich.

Von Isabel Trzeciok