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Regional Schulze-Nowak und die Transparenz
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14:00 11.01.2019
Carlos Schulze-Nowak Quelle: Max Ballhaus
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Göttingen

„Die Transzendenz der Transparenz“ hat Schulze-Nowak seine Ausstellung genannt, „ein anspruchsvoller Titel“, meinte Eröffnungsredner Georg Hoppenstedt über diese Schöpfung. Es könnte sich aber auch um das genaue Gegenteil davon handeln. Hoppenstedt nannte es „ein Spiel mit der Erwartungshaltung des Publikums“. Tatsächlich ist der Titel am ehesten eine satirische Antwort auf das Bestreben von Kunsttheoretikern, der Kunst Inhalte zuzusprechen, wo vielleicht gar keine beabsichtigt sind. „Ein Bild kann auch einfach nur schön sein“, erklärte Schulze-Nowak im Gespräch.

Die französische Chansonnière Barbara

Schulze-Nowak, Jahrgang 1943, ist gelernter Schriftsetzer. Später studierte er Illustration und Verlagsgrafik und sattelte noch ein Lehramtsstudium drauf. Ab 1978 arbeitete er als Kunsterzieher und beteiligte sich an immer wieder an Gruppenausstellungen. Plakate entwarf er unter anderem für das Städtische Museum in Göttingen, beispielsweise für die Ausstellung über die französische Chansonnière Barbara. Seine erste Einzelausstellung erhielt er tatsächlich erst 2017, jetzt also die erste in seiner Heimatstadt.

Nur wenige künstlerische Techniken sind es, die Schulz-Nowak anwendet. Vor allem collagiert er gerne und ausdauern. Er schneidet Teile aus aquarellierten Blättern und setzt sie in andere Arbeiten ein. Das macht er auf analogem Weg, wie die aktuelle Ausstellung belegt. Ein umfangreicher Teil der Schau setzt sich zusammen aus Bildern, die auf klassisch künstlerischem Weg entstanden sind – mit Stift und Pinsel auf Malgrund.

Nebeneinander von Strukturen und Flächen

Er verwendet inzwischen allerdings auch den Computer. Eigene Zeichnungen und Malereien scannt er ein, schneidet sie elektronisch auseinander, bearbeitet sie mit allerlei Filtern, baut sie in Ebenen übereinander und spielt sehr intensiv mit Transparenzen. Die bildnerischen Ergebnisse druckt er schließlich auf Glas oder Plexiglas, auf Karton oder gar Leinwand.

Die Ergebnisse legt Schulze-Nowak immer sehr grafisch an. Die Bilder sind bestimmt von einem Nebeneinander von Strukturen und Flächen, von grafischen Elementen, Farben, Lichtern und – als Reminiszenz an seiner Ausbildung manchmal auch von Buchstaben. Wer hier auf die Suche nach Inhalten geht, verliert sich in bildnerischen Anspielungen, die der Künstler nicht wegen eines wie auch immer gearteten narrativen Gehaltes verwendet, sondern wegen ihrer Ästhetik – alles rein äußerlich.

Spaß am Schabernack

Tatsächlich gibt Schulze-Nowak seinen Werken – das älteste der Ausstellung ist im Jahr 2015 entstanden – auch Titel. „Stückgut“ heißt eines, ein anderes nannte er „lebenskunst“. „Abdurchdiemitte“, „zumkugeln“, „schulzefalling“: kein Verweis auf Inhalte, dafür aber Beleg für den Spaß, den Schulze-Nowak am Schabernack hat.

„Die je individuelle Wahrnehmung eines Kunstwerkes ist selbst wesentlicher Teil eines Kunstwerkes.“ Dieses Zitat führt Schulze-Nowak gerne an, wenn er seine Haltung zur Kunst verdeutlichen will. Nicht der Künstler lädt sein Werk mit Bedeutung auf, das macht derjenige, der es betrachtet. Schulze-Nowak befindet sich dabei in einer Traditionslinie verschiedener Künstler, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt haben. Einer, der ihn besonders wichtig war, sei Paul Klee gewesen, sagt Schulze-Nowak.

Ausreichend Potenzial

Kraftvoll wirken Schulze-Nowaks Arbeiten, sein großes Verständnis für das Mit- und das Gegeneinander von Farbe und Form ist groß. Er weiß sehr elegant mit Fläche umzugehen. Ob sein Ausflug in die Dreidimensionalität durch das Aufbringen von Gegenständen wie halben Bällen und ebensolchen Ringen, von einer Art Pfeifenputzern und Lettern allerdings sein Spektrum tatsächlich sinnvoll erweitert, erscheint zumindest fraglich. Die Werke besitzen ohne diese Applikationen ausreichend Potenzial.

Carlos Schulze-Nowaks Ausstellung „Die Transzendenz der Transparenz“ läuft bis zum 10. Februar Weißen Saal des Künstlerhauses Göttingen, Gotmarstraße 1. Sie ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Peter Krüger-Lenz

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