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00:20 16.08.2018
Ausstellung der Künstler des Atelierhauses im Großen Saal der Musa. Quelle: Scharf
Göttingen

Der Große Saal der Musa steht eigentlich eher für lautstarke Livemusik. Um so eindrucksvoller wirkt die Stille einer Ausstellung auf den Besucher. Bereits zum 17 Mal ermöglicht die Musa den Künstlern des benachbarten Atelierhauses eine gemeinsame Ausstellung ihrer jüngsten Werke. Entsprechend betont Musa-Vorstand Martin Henkemeier die gute Zusammenarbeit. „Ihr seid nicht nur Nachbarn, sondern Freunde. Und Aushängeschilder der Bildenden Kunst.“

Ausgewählt durch eine Arbeitsgruppe und zusammengestellt von zwei professionellen Kuratorinnen bietet die Ausstellung eine große Vielfalt. Sie reicht von großräumiger Installation bis zur kleinen Acrylzeichnung. Erstere, eine Arbeit von Bianca Methe, zieht den Blick des Betrachters gleich beim Betreten des Saals in den Bann. Blau beleuchtete Papierbänder wehen mannshoch im Wind eines Ventilators. In der Dunkelheit wirken sie zunächst gespenstisch, auf den zweiten Blick verkörpern sie perfekt das Motto der Ausstellung: In Bewegung.

Perfekt in Szene gesetzt

Auch andere Arbeiten sind perfekt in Szene gesetzt und erstrahlen in dem düsteren Ambiente. „Wir hatten viel liebevolle Hilfe durch die Techniker der Musa“, so Methe. So wirkt auch der „Tanzende“ von Christine Herbold-Ohmes, eine Pappmaschee-Figur auf Bruchstücken eines Marmorgrabsteins, sehr lebendig. Auch wenn die Künstlerin damit eigentlich das Thema Tod verarbeitet. „Mein Kontakt mit Schwerkranken und Sterbenden ist immer wieder eine direkte Anfrage an die Sinnhaftigkeit des Lebens“, sagt sie. Aber ihre Figur stehe dafür, dass es sich lohne, weiter aktiv nach dem Leben zu greifen, zu tanzen auch in schweren Zeiten.

Das Thema Tanz ist allgegenwärtig. Es taucht beispielsweise in den Arbeiten von Greta Mindermann-Lynen auf. Sie hat aus einem Eichenholz-Fundstück aus dem Lenglerner Wald eine Figur entstehen lassen, die eine Pirouette zu drehen scheint. Ein Symbol für Lebensfreude, so die Beschreibung der Künstlerin. Mit ihrem zweiten Werk „Nichts ist sicher“ – einer Sandstein-Skulptur – stellt sie dem etwas entgegen, zeigt, dass das Leben nicht perfekt ist, schwer und unsicher sein kann.

Form folgt der Bewegung

Aus mehreren kleinformatigen Bildern setzt sich die tanzende Figur in Ursula Buchhorns „Aus dem Rahmen“ zusammen. Das Acrylgemälde spielt mit den Formen und sprengt so die Ecken und Kanten des Bildes. Es verwandelt sich zu einem selbstständigen Objekt, das dem Inhalt des Bildes folgt.

Doch nicht nur der menschliche Körper wird in Bewegung gezeigt. Die Wellen des Meeres, abstrakte Formen weiße Vögel oder auch graue Fische spiegeln das Thema der Ausstellung wider. Letzteres auf der Kollage „mir nach“ von Rosemarie Heyer. Ihre Schwarm von Heringen sei ein politisches Bild, so die Künstlerin. Es zeige die blinde Gefolgschaft an einen Führer und die Gleichschaltung von Massen.

Auf Massen hoffen die Veranstalter in den kommenden Tagen auch. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. August täglich von 15 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr im Großen Saal der Musa, Hagenweg 2a zu sehen.

Von Markus Scharf

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