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14:11 01.12.2019
Anne Marie Braune (links) und Nele Lilian Olberg im Botanischen Garten in Göttingen. Quelle: R
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Göttingen

Die Künstlerinnen Anne Marie Braune und Nele Lilian Olberg stellen Illustrationen in der Göttinger Stadtbibliothek aus – und kommen damit zurück in ihre Heimat.

„Schnorchelnde Schafe“ heißt das Kinderbuch, aus dem Braune Zeichnungen im der Stadtbibliothek ausstellt, ihre Abschlussarbeit an der Fachhochschule in Münster. Dort hatte die heute 27-Jährige Illustration studiert. Um Tiere und ihre Hobbys geht es in dem Werk.

„Schnorchelnde Schafe“ von Anne Marie Braune. Quelle: R

Der Tausendfüßler taucht darin auf, der Schuhe sammelt. Wale feiern eine Jazzparty am Meeresgrund, Faultiere sammeln Briefmarken und bekleben ihre Umgebung damit. Giraffen erleben ein rasantes Abenteuer und Marienkäfer balancieren auf einem Seil, und Schafe schnorcheln zwischen farbenfrohen Fischen. Es sei „eher ein Konzeptbuch“, sagt Braune, „die Kinder sollen sich selbst etwas ausdenken“. Auf den ursprünglich geplanten Text hat sie verzichtet und den Schwerpunkt auf die Bilder gelegt. „Entdecker-Suchbuch“ nennt sie das, was schließlich dabei herausgekommen ist.

Praktikum in Freiburg

Schon in der Schule habe sie gerne gemalt und gezeichnet, sagt Braune. Am Max-Planck-Gymnasium belegte sie Kunstleistungskurs und betrieb die Kunst folglich auch als Abiturfach. Ein Bühnenbildpraktikum absolvierte sie anschließend in Freiburg. Warum nicht in Göttingen? „Freiburg hat zuerst zugesagt“, sagt Braune – außerdem wohnte ihre Schwester dort.

Ursprünglich habe sie Bildende Kunst studieren wollen, erklärt Braune, sei dann aber doch auf Illustration umgeschwenkt, „den angewandteren Bereich“. Inzwischen arbeitet sie freiberuflich mit verschiedenen Verlagen zusammen. Doch sie wollte nicht nur auf diesen einen Bereich angewiesen sein. Also schrieb sie sich in Osnabrück für den Masterabschluss Kunstvermittlung ein, an dem sie derzeit arbeitet. Zudem hat sie eine Stelle im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster angenommen und führt Kinder durch das Haus.

Gleiche Interessen

Ihre Kollegen Olberg ist auch in der Region groß geworden. Die 27-Jährige stammt aus Eddigehausen, wo sie auch bei einem Projekt für Grundschüler mitgearbeitet hat. Sie besuchte das Otto-Hahn-Gymnasium. Sie hätten sich kurz nach dem Abitur kennengelernt, berichtet Braune. Gleiche Interessen hätten sie zusammengeführt. In Münster trafen sie sich schließlich wieder – und zogen gemeinsam in eine Wohngemeinschaft. In dieser Studienstadt hätten sie schon häufiger ausgestellt, sagt Braune.

Jetzt also steht die Premiere in Göttingen an. In Café hätten sie sich nach Ausstellungsmöglichkeiten umgeschaut und eben in der Stadtbibliothek. „Wir haben einfach nachgefragt“, erinnert sich Braune, schriftlich per Brief. Dort zeigte man sich aufgeschlossen und sprach schnell Termin und Umfang ab.

Ein Bild aus „Opas Tuba“ von Nele Lilian Olberg. Quelle: R

Geeignet sei die Ausstellung für Kinder ab drei Jahren. Sie werden „farbenfroh und ein bisschen verrückt“, erläutert die Illustratorin. „Humor ist mir wichtig.“ „Wimmelbildcharakter hätten ihre Bilder. Sie habe Elemente eingebaut, die die Kinder suchen könnten. Olberg hat sich „Opas Tuba“ gewidmet. Sie erzählt darin die Geschichte des kleinen Theo – mit deutlich mehr Text als Braune und deswegen auch eher geeignet für Kinder ab sechs Jahren. Auch zwei Exemplare der Bücher werden zur Ansicht in der kleinen Ausstellung zu sehen sein, verspricht Braune.

Die Ausstellung wird am Montag, 2. Dezember, in der Göttinger Stadtbibliothek, Gotmarstraße 8, eröffnet. Der Vernissage beginnt um 17 Uhr. Anschließend ist die Schau bis zum 18. Januar, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 19 Uhr geöffnet, sonnabends von 10 bis 16 Uhr.

Der Weg zur Illustratorin

Wer Illustrator werden möchte, kann im Studiengang Design an der Fachhochschule Münster studieren. Voraussetzung ist ein 13-wöchiges Praktikum, das vor Aufnahme des Studiums abgeschlossen sein muss. Zugang bekommt nur, wer eine der beiden jährlichen Eignungsprüfungen besteht. Eine Mappe mit Arbeitsproben muss eingesandt werden, die von einer Kommission der Fachhochschule begutachtet wird. Beurteilt werden laut Fachhochschule „Erfindungsgabe, Gestaltungsfähigkeit sowie kreative und experimentelle Auseinandersetzung mit der Themenstellung“. Wer diese Hürde nimmt, wird zu einer Klausur eingeladen, die zwei gestalterische Aufgaben umfasst. Ernst nach bestandener Prüfung können sich Interessenten für den Studiengang bewerben. Das Studium schließlich ist auf sechs Semester angelegt und endet mit einem Bachelorabschluss.

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