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Regional Holzschnitte von Alfred Pohl
Nachrichten Kultur Regional Holzschnitte von Alfred Pohl
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19:12 27.10.2018
„Traum von der Wüste“ von Alfred Pohl Quelle: R
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Göttingen

Dass die Werke Pohls eine hohe Anziehungskraft besitzen, war bei der Vernissage leicht erkennbar. Gut 250 Besucher wollten sich die Eröffnung der Schau unter dem Titel „Das Licht und die Farben Südamerikas“ nicht entgehen lassen. Der kleine Saal platzte bei der Veranstaltung in der Reihe „Kunst am Fassberg“ aus allen Nähten. So mussten die Besucher in den großen Hörsaal umziehen, um die einführenden Worte des Kunsthistorikers Rudolf Krüger und das Bandoneon-Spiel von Christian Horn zu hören.

Pohl sei der Maler unter den Grafikern, so Krüger. Denn obwohl er sich ganz klar der Grafik verschrieben hat, „ist seine Kunst immer farbig.“ Der farbige Holzschnitt sei die Domäne des heute 90jährigen Künstlers, der in Essen geboren wurde und seit 1963 mit Unterbrechungen in Göttingen wohnt. Er benutze oft ungewöhnliche Formate und habe eine typische, erkennbare Formensprache entwickelt. Die alte Technik des Holzschnitts habe Pohl konsequent verfolgt. Er habe „sich nie um moderne Zeitströme gekümmert“, so Krüger. Durch seinen Beruf als Lehrer sei er abgesichert gewesen und konnte seine Kunst verfolgen.

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Fasziniert von der Landschaft

Ende der 1960er Jahre wurde es ihm in seiner Existenz in Göttingen aber wohl doch etwas eng, so Krüger. Pohl bewarb sich um eine Stelle als Lehrer im Ausland. Und wurde nach Lima in Peru geschickt. Diese Zeit wurde der prägende Einfluss für sein Künstlerleben, so Krüger. „Eine Kraftquelle.“ Die Landschaft habe ihn fasziniert, die Kultur mit ihren Einflüssen der Indios, aus Afrika und Spanien. Vom ersten Tag an habe er alles aufgesogen. Und um möglichst schnell etwas künstlerisch umzusetzen zu können, habe er die alte Holzschnitttechnik der verlorenen Platte benutzt. In Lima gab es nicht genug Holzplatte, so schnitt er alle Platten aus einem Holzstock, für jede Farbe einen. Am Ende dieser Arbeit ist der Holzstock „verloren“.

Pohl habe eine Hierarchie in seinen Themen, erzählte Krüger. Als erstes kommt immer die Landschaft, dann figürliche Szenen. Nicht wirklich realistisch seien seine Motive, abstrahierend in den Formen, oft eckig und blockhaft, auch dem Material geschuldet.

Warme Farben

Beim Gang durch die Schau fallen neben diesen Formen vor allem die meist sehr warmen Farben auf, die Pohl benutzt: viel Orange, Gelb und Rot, auch warme Blautöne. Themen sind neben der Landschaft und den Tieren Südamerikas auch Feste wie etwa das dort ausgelassen gefeierte Allerseelen.

Die Ausstellung ist bis zum 21. November im Foyer des MPIBPC montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr. Am Sonntag, 11. November, gibt es um 15 Uhr eine Führung durch die Schau.

Von Christiane Böhm

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